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© Getty Images/iStockphoto

Ab 1. Juli müssen sich Prepaid-Kunden ausweisen

Am 1. Juli 2017 tritt §111 des Telekommunikationsgesetzes in Kraft, wodurch Mobilfunkanbieter dazu verpflichtet werden, die Identität ihrer Prepaid-Kunden anhand eines Ausweisen zu prüfen. Wie handhaben die Provider das - online und bei SIM-Karten aus dem Einzelhandel? Wir haben die wichtigsten Informationen zusammengetragen.

Die Neuregelung des §111 TKG hat eine sicherheitspolitische Ursache. Die Bundesregierung möchte zur Terrorismusbekämpfung verhindern, dass Kriminelle im Schutze der Anonymität über die Mobilfunknetze miteinander kommunizieren können. Grundlage ist das Gesetz zum besseren Informationsaustausch bei der Bekämpfung des internationalen Terrorismus. So sollen besonders gefährliche transnationale Netzwerke mithilfe einer gemeinsamen Datei zur Zusammenführung nachrichtendienstlicher Informationen und deren landesübergreifende Auswertung erkannt werden. Eine nachträgliche Identitätsprüfung findet übrigens nicht statt. Wer heute bereits eine SIM-Karte besitzt wird seinen Ausweis nicht rückwirkend vorzeigen müssen.

 

Aldi

 

Aldi leistet seinen Beitrag auf drei Wegen. In den Filialen von Aldi-Süd sind Mitarbeiter dazu befähigt, das Identifikations-Verfahren mit dem Kunden durchzuführen. Die zweite Möglichkeit ist ein Video-Chat auf der Webseite des Anbieters. Drittens arbeitet Aldi Talk mit der Deutschen Post und ausgewählten Filialen der Sparkasse und DPD-Shops zusammen, sodass auch dort der Abgleich des Ausweises durchgeführt werden kann.

 

Congstar

 

Congstar-Kunden können zwischen PostIdent und VideoIdent wählen. Wärend des Bestellprozesses online bzw. nach dem Erweb im Einzelhandel, wenn die SIM-Karte freigeschaltet werden soll, entscheidet sich der Kunde auf der Webseite von Congstar für eins der beiden Verfahren. PostIdent erfordert das Ausdrucken eines Gutscheins und den anschließenden Gang zu einer Post-Filiale, in der die Identität geprüft wird. VideoIdent wird über den Anbieter webID solutions umgesetzte. im Fachhandel und den Shops der Deutschen Telekom müssen sich Käufer einer Prepaid-Karte direkt ausweisen.

 

Deutsche Telekom

 

Die Telekom setzt voll auf Video-Telefonie. Der Registrierungsprozess der Prepaid-Karte steht Kunden täglich zwischen 9 und 21 Uhr zur Verfügung. Dann überprüft geschultes Personal das Ausweis-Dokument per Webcam. Bei der Online- und der Hotline-Bestellung wird ein Link zum Video-Chat per E-Mail versandt. Wurde die SIM-Karte im Einzelhandel erworben, finden Kunden die Adresse zur Internetseite für die Aktivierung in ihren Unterlagen, sodass Sie auf der Webseite durch den Prozess geführt werden. Das funktioniert am PC, aber auch auf Smartphone und Tablet mit der MagentaServiceApp, wenn sich das mobile Endgerät im WLAN befindet.

 

Drillisch (BigSim, DiscoTel, DiscoPlus, hellomobile, Maxxim, McSim, Simpy, Yourfone)

 

Drillisch setzt bei seiner Vielzahl von Mobilfunkmarken mit Prepaid-Angeboten auf das Video-Ident-Verfahren der Deutschen Post, das am PC oder per Smartphone-App genutzt werden kann. Kunden können im Zuge des Registrierungs- bzw. Aktivierungsprozess auch einen Gutschein ausdrucken, um PostIdent in einer der Post-Filialen zu nutzen.

 

Freenet (freenetmobile, Klarmobil, Callmobile, debitel-light)

 

Kunden der Freenet-Mobilfunkmarken können ihre Prepaid-Karte direkt im stationären Handel registrieren oder nachträglich, wenn kein Ausweis zur Hand war, bzw. die SIM-Karte online bestellt wurde per Video-Identifizierung am PC, die von der ChechTech GmbH durchgeführt wird. Die Freischaltung der Karte soll dann innerhalb von 24 Stunden stattfinden.

 

Telefonica (Ay Yildiz, blau.de, Fonic, Netzclub, o2, WhatsAppSim)

 

Wer seine Prepaid-Karte von o2 oder einer anderen Mobilfunk-Marke der Telefonica in einem stationären Shop erwirbt, kann sich dort ausweisen. Anders verhält es sich bei der Online-Bestellung. Dann findet die Identifizierung nicht in einer Filiale von o2, sondern entweder per Video-Ident oder Post-Ident statt. Der Video-Chat lässt sich am PC, Smartphone oder Tablet durchführen, indem der Ausweis vor die Webcam gehalten wird, sodass der Mitarbeiter am anderen Ende der Leitung diesen prüfen kann. Für das Post-Ident-Verfahren muss der Kunde in einer der über 8500 Postfilialen vorstellig werden. Diese beiden Legitimationsprüfungen gelten auch für Prepaid-Karten, die im Supermarkt oder an der Tankstelle erworben wurden.

 

Vodafone (Otelo)

 

Bei Vodafone kann die betroffene Karte selbst zur Identifikatione genutzt werden. Nach Einsetzen der SIM-Karte in das Smartphone oder Tablet, muss der Browsers gestartet werden, der durch den Registrierungsvorgang führt und den Video-Chat startet. In Vodafone-Shops wird die Identität direkt vor Ort geprüft. Wenn die SIM-Karte im Fachhandel erworben wurde, bekommt der Kunde außerdem eine E-Mail mit einem Link zur Video-Identifizierung zugeschickt. Ab dann hat er 14 Tage lang Zeit, die Karte per Video freizuschalten. Ebenso ist es beim Online-Einkauf. Der Video-Chat ist täglich zwischen 7 und 23 Uhr besetzt. Um im Rahmen der neuen Verfügung nach Kräften sicherzustellen, dass allen potentiellen Kunden der reibungslose Kauf einer Prepaid-Karte ermöglicht wird, setzt Vodafone alternativ auf das PostIdent-Verfahren.

 

Personalausweis nicht beliebt

 

Um sich im Internet eindeutig ausweisen zu können wurde der neue Personalausweis mit eID- Funktion (eID = electronic Identity) ausgestattet. Neben der Freischaltung durch die Meldebehörde wird zur Nutzung eine 6-stellige PIN, ein Kartenlesegerät und die AusweisApp2 des Bundes benötigt. Die Bundesnetzagentur hat dieses Verfahren zum Identitätsnachweis ausdrücklich zugelassen, ohne auf einen persönlichen Abgleich zwischen dem Foto auf dem Ausweis und dem Prepaid-Kunden zu bestehen, das die verwendete PIN nur dem rechtmäßigen Inhaber des Personalausweises bekannt sein sollte. Dennoch hat sich kein Mobilfunkanbieter dazu durchringen können, diese Option anzubieten.

 

Legitimationprüfung aus §154 AO kann ausreichen 

 

Eine Identifizierung über persönliche Daten, wie bei SofortIdent ist übrigens auch denkbar. Dafür muss man sich mit den eigenen Online-Banking-Zugangsdaten einloggen. Dabei soll durch die Einhaltung der Datenschutzrichtlinien nach dem Bundesdatenschutzgesetz, was kontinuierlich vom TÜV Saarland geprüft wird, die Online-Banking PIN zu keinem Zeitpunkt für Händler, Mitarbeiter oder Dritte einsehbar sein oder gespeichert werden.

 

„Nach Auffassung der BNetzA besteht kein Zwang, für jeden Vertrag erneut eine eigene Datenverifikation durchzuführen. Dies widerspräche dem Gebot der Datensparsamkeit.“

 

So steht es in der Auswertung der Stellungnahmen zur Verfügung gemäß § 111 Absatz 1 Satz 4 Telekommunikationsgesetz. Dadurch ergibt sich die Möglichkeit, die Legitimationsprüfung zu nutzen, die es durch §154 der Abgabenordnung gibt und Kreditinstitute dazu verpflichtet die Personen zu überprüfen, die Konten bei ihnen eröffnen. Banken haben die Identität ihrer Kunden dementsprechend bereits verifiziert. Bei SofortIdent werden diese Daten abgeglichen.

 

UPDATE: In einer älteren Fassung hatten wir geschrieben, dass Congstar SofortIdent für die Prüfung bei Prepaid-Karten einsetzt. Dies haben wir korrigiert.

Nützliche weiterführende Informationen:

Prepaid-SIM-Karten nur noch mit Ausweis

Vodafone startet mit der eSIM

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Telekom übernimmt o2-Handymasten und bringt eSIM

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