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Smartphone im Auto: CarPlay und Android Auto im Opel Karl

Der neue Opel Astra feiert auf die IAA 2015 in Frankfurt Premiere. Dabei werden auch die beiden neuen Infotainmentsysteme Navi 900 und Radio R 4.0 mit Intellilink vorgestellt, die nun über Apple CarPlay und Android Auto verfügen. Die Redaktion von handytarife.de hat sich das Radio R 4.0 IntelliLink im Opel Karl vorab genau angeschaut.

Vor einem Jahr habe ich den Opel Adam getestet. In meinem Bericht „Adam ohne Eva, aber mit einem Apfel und einem Androiden“ kam ich zu dem Fazit: „Ein Abbild meines Smartphone-Displays auf einem größeren zentralen Bildschirm in meinem Auto könnte vieles erleichtern und ich denke, dass IntelliLink von Opel ein Zwischenschritt ist, der mit 300 Euro am Ende ein sehr gutes Preisleistungsverhältnis bietet “ Leider hat sich mittlerweile gezeigt, dass trotz starker Partner die Initiative für einen gemeinsamen, betriebssystemübergreifenden Standard (Car Connectivity Consortium) nicht zu einem perfekten Ergebnis geführt hat. Das konnten wir zunächst während unseres Tests „Smartphone im Auto: VW Polo mit MirrorLink im Test“ feststellen.

 

 

Microsoft konnte sich trotz anfänglicher Bemühungen nicht dazu durchringen, MirrorLink in WindowsPhone zu integrieren. Dann entwickelten Google und Apple eigene Lösungen. Und nun zollt Opel dieser Entwicklung Beachtung, macht also den nächsten Schritt, und integriert CarPlay und Android Auto in seine neuen Infotainment-Systeme. Das Radio R 4.0 Intellilink konnten wir vorab im Opel Karl testen. Für dieses Fahrzeug wird das System voraussichtlich ab Januar 2016 bestellbar sein. Im neuen Astra ist es je nach Ausstattungslinie aufpreispflichtig und kostet 650 Euro. Die größere Version Navi 900 Intellilink wird mit einem 8 statt 7 Zoll großen Bildschirm ausgeliefert, hat mehr Funktionen und kostet dann 1.500 Euro.

 

Der Opel Karl – turboaufgeladen

 

Ein vom Werk zur Verfügung gestellter Testwagen würden die PS-Profis auf dem Gebrauchtwagenmarkt mit den Worten „volle Hütte“ umschreiben. Der von uns gefahrene Opel Karl hatte die höchste Ausstattungsline „Exklusiv“ und weitere Zusatzausstattung, die sich inklusive des Radio R 4.0 Intellilink, auf fast 1.500 Euro summierten, sodass der Wagen einen Listenpreis von etwa 14.400 Euro hatte. In der Basis-Ausstattung kosten das Fahrzeug 9.500 Euro und wird immer mit demselben Motor ausgeliefert: Mit einem 1,0 Liter 3-Zylinder-Motor mit 75 PS und Turboaufladung.  Das TetraPak vorne unter der Motorhaube bekommt dank des Turbos bei niedrigen Drehzahlen mehr Schub.

 

Eine so klein dimensionierte Turbine setzt früh ein und verliert auch recht schnell wieder ihre Puste. Deswegen tragen modernen Sportwagen die Bezeichnung Bi-Turbo mit sich herum. Sie sind in zwei Größen dimensioniert, damit die Leistung über einen weiteren Drehzahlbereich zur Verfügung steht. Bei einem kleinen Flitzer, wie dem Opel Karl, hilft das kleine Schaufelrad in der Stadt gut aus und macht ihn auch auf der Landstraße flott. Die Autobahn ist dabei, trotz einer Höchstgeschwindigkeit von 170 Km/h, nicht sein angestammtes Terrain. Hier fällt die gefühlte Leistungskurve im Gegensatz zum Stadtverkehr stark ab und so kämpft der Karl an so mancher Steigung.

 

 

Der Opel Karl mit Android Auto und Apple Car Play begleitet uns die nächsten zwei Wochen.Danach erfahrt ihr bei uns,...

Posted by handytarife.de on Dienstag, 28. Juli 2015

 

Aufgefallen ist mir dabei aber, dass dieses Auto trotzdem recht leise im Innenraum ist und damit die Fahrt nach Dresden angenehm war. Auch die straff gepolsterten Sitze machten eine gute Figur auf der Langstrecke, weil sie den Rücken gut stützen. Für die Sitzfläche sollte das Sitzfleisch diese Härte besser ausgleichen können. In der Stadt ist der Opel Karl zuhause. Erstaunlich sind darum die fehlende Start-Stopp-Automatik und der recht groß geratene Wendekreis von fast 10 Metern. Auch ein Licht- und Regen-Sensor wurde in einem so gut ausgestatteten Wagen schmerzlich vermisst. Dafür trumpft der Kleine mit Kurvenlicht, einem Spur-Halte-Assistenten, DAB-Radio (gegen 200 Euro Aufpreis) und einem wirklich schönen und angenehm griffigen Schaltkauf auf.

 

Radio R 4.0 IntelliLink – ausbaufähig

Wie eingangs erwähnt haben Apple und Google ihre Softwarelösungen zur Integration in Automobile selber entwickelt. Die Hoffnung war also groß auf herausragende Konnektivität mit dem iPhone und Android-Mobiltelefonen zu treffen. Diese Erwartung wurde teilweise deutlich verfehlt und WindowsPhone-Nutzer bleiben, bis auf die standardmäßige Freisprechfunktion per Bluetooth, gänzlich auf der Strecke. Dies ist aber dem Unvermögen von Microsoft geschuldet, deren Strategie hoffentlich wieder Konturen annimmt, wenn WindowsPhone 10 auf den Markt kommt.

Wenigstens die Musikauswahl gelingt mit Android Auto problemlos

 

Gut gefallen hat mir zunächst Apple CarPlay. Diese Funktion ist fest in iOS integriert, sodass man sein iPhone einfach per USB mit dem Opel verbindet, das erkennt das Radio R 4.0 IntelliLink und dann tippst man nur noch auf das Symbol auf dem 7 Zoll Touchscreen. Es öffnet sich die übersichtliche Benutzeroberfläche mit großen, selbsterklärenden Symbolen. CarPlay lässt sich auf dem iPhone und dem Bildschirm in der Mittelkonsole steuern. So können auch, wenn das Kabel lang genug ist, Passagiere auf der Rückbank die Auswahl der Musik übernehmen, die auf dem Smartphone oder auch per Spotify an die 6 Bord-Lautsprecher übertragen wird.

 

Siri lässt sich über eine Taste am Lenkrad aktivieren und liest bei Bedarf die eingegangenen Nachrichten vor. Leider wurde zum Zeitpunkt unseres Tests keine anderen Nachrichtendienste, wie zum Beispiel Whatsapp, unterstützt, sodass der Inhalt weder auf dem Display des Infotainmentsystems dargestellt, noch vorgelesen wurden. Die Navigation übernahm der Kartendienst von Apple, der mich nicht nur zuverlässig nach Dresden brachte, sondern auch die Staus auf der Strecke exakt anzeigte. Leider offenbarte sich an dieser Stelle aber auch ein zentraler Nachteil, den auch Android Auto zeigte, und deswegen an dieser Stelle vorweggenommen sei: Ich konnte keine anderen Navi-Apps nutzen.

 

Aus unserem Navi-App-Test ging Here-Maps als Favorit hervor, weil die Karten auch offline nutzbar sind. Andere haben vielleicht bereits viel Geld für die Applikationen von Tomtom oder Navigon ausgegeben und können diese Dienste nicht über die Systeme von Apple und Google nutzen. Der Vorteil für die beiden großen Internet-Konzerne liegt auf der Hand: So haben sie die Hand auf dem Datenschatz, der sie unsere Bewegungsmuster auswerten lässt. Gleichzeitig bedeutet die Online-Navigation, dass ich mein Datenvolumen an die Nutzung des Kartendienstes anpassen muss, wobei selbst dann noch das Problem der hohen Roaming-Gebühren im Ausland für die Datennutzung zum Tragen kommen.

 

Navi 900 IntelliLink mit eigener Navigationssoftware – 1.500 Euro Aufpreis

 

Machen wir es kurz: Android Auto hat sich in unserem Testwagen als ganz und gar nicht ausgereift präsentiert. Ab Android 5.0 auf dem Handy soll es eigentlich reichen die Android Auto App zu installieren. Die Erkennung eines kompatiblen Mobiltelefons funktioniert dann auch problemlos, doch die Funktionalität leidet unter etlichen Fehlern. Ich habe das Infotainmentsystem mit mehreren Android-Smartphones ausprobiert: Dabei fiel zunächst auf, dass Handys mit schwächeren Prozessoren, wie zum Beispiel dem Wiko Rainbow Lite, schon zu Beginn scheitern und es nicht dazu kommt, dass auf dem zentralen Bedienfeld etwas angezeigt wird, obwohl das Wiko zunächst als angeschlossenes Handy erkennt wird.

Bei niedriger Datenrate wurden die Apple Karten nicht geladen - dann half unser Backup-Smartphone

 

Die Annahme, dass die Hardware von Android Auto massiv in Anspruch genommen wird, bestätigte sich bei der Nutzung eines Samsung Galaxy S6 Edge, dass im Betrieb so heiß wurde, dass ich es zur Schonung der Hardware nicht auf der gesamten Strecke nach Dresden verwenden wollte. Positiv war hier, dass Whatsapp bereits an Android Auto angepasst ist und die Nachrichten vorgelesen werden können. Auch hier ist die Benutzeroberfläche übersichtlich, Musik kann wiedergegeben werden und per Taste am Lenkrad können Sprachbefehle, unter anderem um das Reiseziel für die Navigation zu diktieren, erteilt werden.

 

Dabei leidet das gesamte System aber unter Trägheit, kompletten Abstürzen und unter dem unerklärlichen Phänomen, dass die Sprachführung mal funktioniert und auch mal wieder nicht (im Video zu sehen) oder sich die eigene Position auf der dargestellten Karte nur aktualisiert, wenn man das Display in der Mittelkonsole berührt. Hoffentlich gibt es für den neuen Opel Astra ein Update, das diese Fehler behebt, insbesondere dann, wenn Aktualisierungen der Bordsoftware nur beim Händler und nicht zu Hause durchgeführt werden können.

 

Fazit: Apple und Google und ihre eigenen Interessen

 

Ich persönlich hatte gehofft (oder befürchtet, denn das Testen von Autos ist eine nette Abwechslung), dass dies der letzte Auto-Testbericht auf handytarife.de ist. Denn meine Erwartungen an die Systeme von Apple und Google waren zugegebenermaßen hoch. Ich war nach den bisher eher unausgereiften Versuchen der Automobilhersteller davon überzeugt, dass die Software-Schmieden aus den USA die optimalen Lösungen für ihre Betriebssysteme präsentieren. Wer, wenn nicht sie, sollte die Konnektivität im Auto in neue Sphären heben mit ihren Produkten aus einer Hand?

 

Apple hat gut vorgelegt und ein stabiles und sich selbsterklärendes System auf den Markt gebracht. So ist man es von dem Primus aus Cupertino gewöhnt. Google enttäuscht zunächst, wird aber das Problem sicher in den Griff bekommen und per Update nachbessern, worauf ich auch alleine deswegen hoffe, weil Opel wissen muss, dass es noch eine Aktualisierung geben wird, sonst hätte man diese instabile Software aus dem Silicon Valley wohl nie in das eigene Infotainment integriert. Bei Apple CarPlay und Android Auto stellt sich aber eine Frage, die auch schon bei MirrorLink aufgekommen ist: Wer entscheidet denn, welche Apps im Fahrzeug verfügbar sind?

 

Zweifelsfrei erscheint es sinnvoll eine Kontrolle darüber zu haben, dass Videos nicht unbedingt während der Fahrt abgespielt und die Newsfeeds der sozialen Netzwerke nicht dem Fahrer dargestellt werden müssen, wenn er sich auf den Straßenverkehr konzentrieren soll. Doch gleichzeitig scheinen Apple und Google ihre Hände über die erzeugten Daten halten zu wollen, sodass die präferierte Navi-App nicht im Auto genutzt werden kann.  So bleibt in Zeiten von knappen Datenvolumen weiterhin die Möglichkeit für die Autobauer ein teureres Infotainment mit Navigation anzubieten und mein Auftrag für die Suche nach einem ausgereiften Second-Screen im Auto bleibt ebenfalls bestehen.

 

Jérôme Lefèvre / Redaktion handytarife.de



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