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Gesundheitshelfer Handy


© wolterfoto

Das Handy als Gesundheitshelfer

Mobiltelefone sind unsere ständigen Begleiter. Das ist eine Tatsache, die sich auch förderlich auf unsere Gesundheit auswirken könnte. Etliche Gesundheits-Apps stehen mittlerweile in den App-Stores für die verschiedenen Betriebssysteme zum Download bereit, von denen wir ein paar in unserer Rubrik Handy-Apps vorstellen. Doch wann und inwiefern kann das Handy wirklich zum Gesundheitshelfer werden?

Eine aktuelle Studie von Deloitte prognostiziert, dass 45% der Deutschen bis Ende 2014 auf ihren Smartphones und Tablets Gesundheitsangebote verwenden werden. Zum einen können die verbauten Sensoren wichtige Parameter messen und zum anderen ist ein Smartphone ein kleiner Computer, der entweder durch die manuelle Eingabe oder durch den Anschluss von medizinischem Zubehör Daten auswerten kann.

Die Zahl der Apps, die einen Beitrag zu einem gesünderen Leben leisten wollen, wächst stetig. Und so viele es inzwischen gibt, so unterschiedlich funktionieren sie auch. Deloitte begründet das Wachstum nicht nur mit dem steigenden Bewusstsein für Gesundheit und Fitness in der Gesellschaft, sondern nennt auch die hohe Zahlungsbereitschaft der Verbraucher als Grund, warum dieser Bereich für die Industrie so sexy ist.


Auch die Medizin profitiert

 

Das erste Blutzuckermessgerät für Diabetes-Patienten, das mit einem Smartphone verbunden werden konnte kam von iBigStar und ist kompatibel mit Apple Geräten, die noch den 30pin-Connector verbaut haben. Dieser mittlerweile veralteten Lösung machen unter anderem zwei andere Hersteller Konkurrenz. Glokoo hat einen Adapter entwickelt, der mit über 25 gängigen Blutzuckermessgeräten kompatibel ist. LabStyle aus Israel hat den Dario vorgestellt, der neben dem Messgerät auch die Lanzette (Stechinstrument zur Blutgewinnung) und eine Teststreifenpatrone enthält. Die Lösungen beider Hersteller kommunizieren über die Klinken-Buchse mit dem Smartphone und es gibt jeweils eine eigene App, um mit den ermittelten Daten ein Tagebuch zu führen.

 

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Die Universität Bern entwickelt eine App, um Diabetes-Erkrankten das Leben zu erleichtern. Selbst für erfahrene Patienten ist es nicht immer leicht die Menge der Kohlenhydrate zu bestimmen, die ihre Mahlzeiten beinhalten und Einfluss auf den Blutzuckerspiegel haben. „GoCARB“ ist eine Applikation, der Fotos vom Essen reichen, um die nötigen Daten zu ermitteln. Anfangs wird der Blutzucker gemessen und an das Smartphone übertragen. Im Anschluss legt man ein Referenz-Objekt mit der Größe einer Kreditkarte neben den Teller und fotografiert die Mahlzeit aus zwei unterschiedlichen Perspektiven.

 

Dann kartographiert die Software die verschiedenen Zutaten auf dem Bild (z.B. paniertes Fleisch, Salat, Nudeln) und erstellt ein 3D-Modell, um auch das Volumen und damit das Gewicht der einzelnen Nahrungsmittel zu bestimmen. Im vorletzten Schritt bestätigt der Nutzer nochmal, dass die Zutatenermittlung korrekt ist, damit am Ende der Insulin bolus, also die Dosis ausgegeben werden kann, die sich der Patient spritzen muss, damit der Blutzuckerspiegel nach der Mahlzeit aufgefangen werden kann.

Die Fraunhofer Gesellschaft forscht und entwickelt eine Vielzahl von innovativen Lösungen. Da ist zum einen eine App für das iPad, die bei Leber-OPs helfen soll. Die Leber hat viele Blutgefäße, die bei jedem Menschen anders liegen. Dem Operateur half bisher ein Computerprogramm (MeVis-Software), das zeigen kann, wo die Blutgefäße liegen. Da die Chirurgen den Computer aber nicht mit in den Operationssaal mitnehmen konnten, waren sie auf ihr Gedächtnis und Ausdrucke angewiesen. Mit einer App für das Apple-Tablet kann das MeVis-Programm nicht nur während der Operation genutzt werden, es wurde außerdem Augmented Reality integriert. Damit nutzt der Arzt die Kamera des iPads und filmt die Leber, während ihm die Blutgefäße virtuell auf dem Bildschirm eingeblendet werden.

 

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Ein anderes Forschungsprojekt ist der CapFloor. Das ist ein Netz von Sensoren, das unter einem Teppich oder auch Parkett angebracht wird, um Bewegungen von Menschen auf diesem Teppich zu registrieren. Dabei kann zwischen sitzen, gehen und fallen unterschieden werden. So könnte in einem Seniorenheim das Pflegepersonal benachrichtigt werden, wenn ein Bewohner in seinem Zimmer gestürzt ist. Auch dass ältere Menschen länger in ihren eigenen vier Wänden wohnen bleiben, wäre mit dem CapFloor möglich, wie auch ein Einsatz als Schutz vor Einbrechern denkbar ist, indem der Boden als Bewegungsmelder dient.

 

Sensoren direkt am Körper

 

Nicht nur die Forscher von Fraunhofer nutzen Sensoren. Self-Tracking ist ein Trend, der mithilfe von Wearables alltägliche Daten aufzeichnet. Das bedeutet, dass zum Beispiel mit einem Fitness-Armband die am Tag zurückgelegten Schritte oder auch der Schlaf gemessen werden. Verbunden mit einem Smartphone und einer passenden App, werden so die zurückgelegte Strecke und verbrannt Kalorien je nach Sportart ermittelt.

 

Die  Schlafanalyse ermöglicht mithilfe von Apps das Wecken in einer leichten Schlafphase. Dieses Vitaldaten-Monitoring ist in der Thematik „Big Data“ zu verorten. Viele Wissenschaftler und Programmierer zerbrechen sich die Köpfe, wie man diese Datenmenge (oder besser das Daten-Chaos) ordnet und nutzbar machen kann. Denn am Ende braucht es nicht nur eine nette Visualisierung der Daten in einer App, sondern auch denjenigen, der die Diagramme lesen kann und die richtigen Schlüsse daraus zieht.

 

zum Artikel Wearables im Test

 

Es gibt beispielsweise Programme, die Patientendaten speichern und direkt an den behandelnden Arzt schicken können. So lässt sich oft nicht nur der Weg in die Praxis sparen, sondern auch viel Geld, was wiederum dem Gesundheitswesen und den Krankenkassen gefallen dürfte. Vor allem chronisch kranke Menschen können von dieser neuen Art der Datenerfassung und -übermittlung profitieren. Das Verfahren funktioniert sehr einfach: Die Daten werden von medizinischen Geräten erfasst und an das Handy geschickt. Die auf dem Mobiltelefon installierte App wertet die Daten aus und übermittelt sie, wenn nötig, dem behandelnden Arzt. Die Fernüberwachung wird maßgeblich vereinfacht, ebenso die Nachsorge.

Ein Problem resultiert allerdings aus dieser neuen Art der mobilen Kommunikation: Handy und Tablet sind weit davon entfernt, standardisiert zu funktionieren. Es gibt eine Vielzahl von Herstellern und Betriebssystemen. Entsprechend schwierig könnte es werden, Gesundheits-Apps der Allgemeinheit zugänglich zu machen, denn die Bedingung wäre, dass alle Apps auf allen Betriebssystemen funktionieren. Dies ist jedoch längst keine Selbstverständlichkeit, wenn zum Beispiel Apple den Entwicklern den Zugriff auf die Sensoren verwehrt beziehungsweise nur begrenzt ermöglicht.

 

Bei WindowsPhone ist die Reichweite ein Problem, da die Verbreitung dieses Betriebssystems wesentlich geringer ist, für die Erreichbarkeit jedes Patienten aber eine Anwendung extra programmiert werden muss. Android ist zwar sehr verbreitet und bietet eine offene Basis für Entwickler, allerdings sind stets kritischere Stimmen zu hören, wenn es um die Datenkrake Google geht. Das Thema Datensicherheit muss Plattformübergreifend bei jeglicher Art der Kommunikation behandelt werden.

 

Apps für alle Lebenslagen

 

Natürlich ist die Übermittlung sensibler medizinischer Daten nicht die einzige Möglichkeit, das Handy mit entsprechender App als Gesundheitshelfer zu nutzen. Es gibt auch andere Programme, die den Gesundheitsaspekt sogar mit Spaß verbinden. 

 

zum Artikel Gesundheits Apps

 

Apps mit Trainingscharakter erfreuen sich großer Beliebtheit. Deloitte gibt an, dass bereits 57% der Deutschen ihr Smartphone beim Sport verwenden. So kann man sich zum Beispiel durch ein kleines Programm auf dem Handy beim Joggen unterstützen lassen. Mit diversen Lauf-Apps lassen sich Trainingspläne erstellen und man kann sich unterwegs durch das Programm via Kopfhörer im Ohr anfeuern lassen. Trägt der Läufer zusätzlich noch einen Herzfrequenzmesser bei sich, ist es möglich, dass er nur in einem bestimmten Herzfrequenzbereich läuft, um so zum Beispiel die Fettverbrennung zu optimieren. Die Erfolge werden online im zuvor erstellten Account anschaulich in Grafiken gespeichert.

 

Die Krankenkassen sind an der Fitness ihrer Versicherten ebenfalls interessiert. Zum einen kann die Motivation durch Bonusprogramme präventiven Charakter haben, zum andere lassen sich mithilfe der Vitaldaten die Risiken und damit die Kosten für die Krankenkasse besser berechnen. Die DAK hat zu diesem Zweck eine eigene Fitness-App auf dem Markt mit der man bis zu 2400 Punkte sammeln kann, die man dann in eine Prämie umtauschen darf (2500 Punkte entsprechen einer 25 Euro Barprämie).

 

Man sollte sich hingegen genau überlegen, wie vertrauenswürdig die Diagnosen von Apps sind. Ein Menstruationskalender kann dem Partner zwar helfen die Stimmungsschwankungen zu verstehen, darf aber nicht dazu führen, dass auf Verhütungsmittel verzichtet wird. Auch das Ergebnis einer App, die das Husten aufnimmt und analysiert, sollte nicht auf die Goldwaage gelegt werden.

 

zum Artikel Handy als Lebensretter

 

Apps, die mit Ratschlägen darauf hinweisen, dass bestimmte Impfungen bei einer geplanten Auslandsreise notwendig sind oder über ein Verzeichnis der medizinischer Einrichtungen und Notruf-Nummern verfügen, sind wiederum genauso kleine Helferlein, wie Applikationen, die bei der Bestimmung der UV-Strahlung und dem benötigten Sonnenschutz helfen.

 

Noch kein Ersatz – spannende Zukunft!

 

Das Potential ist zweifelsohne da. Smartphones können mit den verbauten Sensoren, durch die Verbindung mit Messgeräten und der Installation passender Apps zur Gesundheit beitragen. Wenn das Handy dazu motiviert sich zu bewegen, Informationen nachgeschlagen werden können und Vitaldaten aufgezeichnet werden, dann kann man von einer Chance für eine gesündere Zukunft sprechen, doch medizinische Daten sind zu schützen, sodass die Datensicherheit nicht stiefmütterlich behandelt werden darf, und am Ende muss weiterhin geschultes Personal, wie Pflegekräfte, Fitnesstrainer und Ärzte stehen, die der Diagnose die individuelle Behandlung folgen lassen.



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