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Haben Smartphones eine Generation zerstört?

„Have Smartphones Destroyed a Generation?“ titelte "The Atlantic" mit dem Artikel der Autorin Jean M. Twenge, die amerikanische Jugendliche in ihrer Mediennutzung beobachtet hat. Die Redaktion von handytarife.de hat nachgeschaut, ob sich dieselben Anzeichen in Statistiken bei deutschen Jugendlichen wiederfinden.

Jean M. Twenge ist Professorin an der San Diego State University, Doktorin der Psychologie und veröffentlicht veröffentlicht am 22. August ihr viertes Buch “iGen: Why Today’s Super-Connected Kids Are Growing Up Less Rebellious, More Tolerant, Less Happy and Completely Unprepared for Adulthood and What That Means for the Rest of Us”. Darin widmet sie sich der Erforschung einer Generation, die nicht nur die Welt ohne Internet nicht kennt, sondern auch eine so enge Beziehung mit ihrem Smartphone führt, dass sie dies mit in ihr Bett nimmt. Einen Ausblick auf das Buch gibt sie in einem Artikel, der auf "The Atlantic" erschienen ist.

 

Twenge untersucht Unterschiede zwischen Generationen seit 25 Jahren. Dabei erkannte sie, dass sich Schwerpunkte einer Generation bereits bei den Eltern andeuten. Die Generation Y, geboren zwischen 1980 und 2000, die gerade in den Arbeitsmarkt drängt und Arbeitgeber zum Umdenken zwingt – nicht nur, weil sie ständig nach dem "Warum" fragt (der Buchstabe Y wird englisch „why“ ausgesprochen) – sondern auch weil sie sehr individualistisch ist. Dies ist ein Prozess, der sich bereits seit den „Babyboomern“ andeutete. Für Millennials steht die Selbstverwirklichung im Vordergrund. Dem sollen sich Arbeits- und Privatleben anpassen. Die vielen Möglichkeiten, die sich dieser Generation bieten und der Anspruch an sich selber hat diesen Jahrgängen aber auch die Namen „Generation Unentschlossen“ und „Generation Beziehungsunfähig“ beschert.

 

Starke Unterschiede bei der Generation Z

 

Die Autorin schreibt in ihrem Artikel, dass es ihr in ihrer Forschung um die Beobachtung und die Analyse der Ursachen geht. Dass es nicht so ist, dass man das Neue stets verteufeln kann und sich dem Alten zuwenden sollte. Denn alle Entwicklungen der Generationen haben ihre Vor- und Nachteile gehabt. Im Jahr 2012 beobachtete Twenge einen abrupte Änderung beim Verhalten und den Emotionen von Jugendlichen. Etwas, das sie in ihren Daten, die teilweise bis in die 1930er Jahre zurückreichen, noch nie beobachtet hatte. Die Generation Z sieht die Welt ganz anders, als die vorangegangene Generation Y.

 

2012 war das Jahr, indem jeder zweite Amerikaner ein Smartphone besaß. In Deutschland erreichten die smarten Handys im ersten Quartal 2012 laut comScore eine Verbreitung von 41 Prozent. Im Januar dieses Jahres vermeldete der Branchenverband Bitkom Umfrageergebnisse, wonach 78 Prozent der Deutschen Smartphones nutzen. Twenge beobachtete die Veränderungen bei Amerikanern, die zwischen 1995 und 2012 geboren wurden und taufte diese Gruppe „iGen“. Sie unterscheiden sich von den Millienials durch die ständige Präsenz des Internets durch das Smartphone. Sie erinnern sich nicht an eine Welt ohne das Word-Wide-Web. Dabei spielt es keine Rolle, wo die Jugendlichen wohnen, ob sie arm oder reich sind oder welcher ethnischen Gruppe sie angehören.

 

Das Mobilfunknetz ist das, was sie gemein haben und sie verbindet

 

Amerikanische Jugendliche gehen nachweislich weniger auf Partys und fahren weniger Auto. Sie verbringen ihre Freizeit daheim mit ihrem Handy und wachsen deswegen deutlich sicherer auf – Helikopter-Eltern freut es – denn sie trinken weniger Alkohol uns laufen weniger Gefahr in Autounfälle verwickelt zu werden. Doch darunter leiden die persönlichen Kontakte. Sie haben weniger Dates. 56 Prozent der 17- bis 18jährigen Amerikaner „daten“ sich. Bei den Generationen davor waren es 85 Prozent. Twenge beobachtete auch einen Wandel der Sprache: während die Generation X Zuneigung noch durch das Wort „mögen“ (eng. „liking“) ausdrückte, nennen das die Jugendliche heute „talking“ – man mag sich, wenn man miteinander redet, von Angesicht zu Angesicht.

 

In der Folge gibt es auch weniger beziehungsweise erst später sexuelle Kontakte. In den USA haben Jugendliche ihr erstes Mal ein Jahr später, als die Generation X. Die Studie „Jugendsexualität 2015 Die Perspektive der 14- bis 25- Jährigen Ergebnisse einer aktuellen Repräsentativen Wiederholungsbefragung“ von der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung beschreibt ebenfalls einen Bruch bei der sexuellen Erfahrung und vermeldet eine Rückentwicklung seit 2005.

 

Die jungen Amerikaner machen ihren Führerschein erst später. Diese Entwicklung teilen sie sich mit ihren Altersgenossen aus Deutschland. Nach Angaben der Bundesvereinigung der Fahrlehrerverbände (BFV) fand bereits 2014 die Führerschein-Abdeckung von 90 Prozent pro Jahrgang bis zu sechs Jahren später und somit erst im Alter von 23 oder 24 statt.

 

Erwachsen werden sie erst später

 

Die Forscherin beschreibt die Entwicklung der Jugendlichen als Verlängerung der Kindheit: 18-jährige verhalten sich wie 15-jährige, 15-jährige wie 13-jährige. Ihre Freizeit verbringen sie mit dem Smartphone. Nach aktuelle Umfrage-Zahlen des Statistik-Portals "Statista" zum Smartphone-Besitz bei Kindern und Jugendlichen in Deutschland im Jahr 2017 nennen 67 Prozent der 10- bis 11-jährigen und 88 Prozent der 12- bis -13-jährigen ein Smartphone ihr Eigen. Zwischen 14 und 15 Jahren wird dann eine Abdeckung von 90 Prozent durchbrochen.

 

In den USA geben die 13- bis 16-jährigen in einer seit 1975 jährlich durchgeführten Befragung an, dass sie unglücklicher sind, je mehr Zeit sie vor Bildschirmen verbringen, wenn sie umso weniger ihre sozialen Kontakte außerhalb von Facebook, Instagram und Co. pflegen. Diese jungen Leute fühlen sich einsam und alleingelassen. Das führt zu Krankheitzuständen. In den USA ist die zahl der Depressionen und Selbstmorde gestiegen. Das Statistische Bundesamt meldete eine Verzehnfachung der Fallzahl von Depressionen zwischen 2000 und 2017 bei Kindern und Jugendlichen. In der Suizidziffer spiegelt sich dieser Trend nicht wider.

 

Der Schlaf leidet durch den Medienkonsum

 

Aber auch Schlafstörungen können eine Folge des gestiegenen Medienkonsums sein. Der DAK Gesundheitsreport - bezieht sich zwar auf die erwerbstätige Bevölkerung – zeigt aber, dass 0,33 Arbeitsunfähigkeiten auf 100 Versicherten in der Altersgruppe zwischen 15 und 19 Jahren auf Schlafstörungen zurückzuführen sind. Dieses Niveau erreichen die Krankenversicherten erst wieder zwischen 40 und 44 Jahren, nachdem der niedrigste Stand von 0,23 Arbeitsunfähigkeiten zwischen 30 und 34 Jahren erreicht wurde. Zurückgeführt werden kann dies wenigstens teilweise auf kurzwelliges Licht, dass von Bildschirmen und LEDs ausgestrahlt wird. Dagegen kann nach aktuellen Studienergebnissen zumindest in den Abendstunden ein Blaulichtfilter helfen, den manche Smartphones schon ab Werk bieten.

 

Jean M. Twenge untermauert ihre Forschungen mit Fakten, deren Trend sich auch in Deutschland wenigstens andeutet. Doch während Partys, Zeit ohne die Eltern oder der Führerschein für frühere Generationen ihr Ausdruck von Freiheit war, ist es heute das Smartphone. Deshalb wird es kaum helfen, mit Verboten dagegen anzugehen. Vielmehr müssen Eltern - damals wie heute – es schaffen, ihre Nachkommen zu sensibilisieren.

 

Vor Jahren musste sie vor dem übermäßigen Genuss von Alkohol gewarnt, mit wem sie sich anfreunden und zu wem sie ins Auto steigen hinterfragt werden. Diese Warnungen bleiben aktuell, sollten aber darum ergänzt werden, dass die Sozialen Netzwerke nicht das ganze Leben sind. Daran scheitert es, weil mit der Medienkompetenz der Erziehungsberechtigten häufig nicht weit her ist. Das passende Maß wird durch Erfahrungen und das Austesten von Grenzen durch die Jugendlichen selber ermittelt – wie seit jeher.

 

Jérôme Lefèvre / Redaktion handytarife.de

Nützliche weiterführende Informationen:

Smartphone-Nachfrage sinkt in Westeuropa weiter

YouGov-Studie: Nur wenige nutzen Trainings-Apps

Apps für die Schule: Ein neues Schuljahr steht vor der Tür

PwC-Studie: Mobile Payment fehlt die Akzeptanz

BLIKK-Studie 2017: “Kleinkinder brauchen kein Smartphone”


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