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Drohnen im Test: Tückisches Spielzeug für Kinder?

Die Firma Parrot ist nicht nur durch Freisprecheinrichtungen, sondern auch für ihre Drohnen bekannt. Die AR.Drone 2.0 und die bald erhältliche Bebop Drone richten sich eher an Erwachsene, die Minidrones sollen im Kinderzimmer einziehen. Die Redaktion von handytarife.de hat sich Rolling Spider und Jumping Sumo für Sie angesehen.

Warum beschäftigt handytarife.de sich mit Spielzeug? Zum einen werden die beiden Drohnen mit dem Smartphone gesteuert, außerdem steht Weihnachten vor der Tür. Die fliegende Rolling Spider kostet 99 Euro und der fahrende beziehungsweise springende Jumping Sumo schlägt mit 159 Euro zu Buche. Drohnen im Budget und damit auch im Gepäck des Weihnachtsmanns – schöne neue Welt?

 

Ja und nein!

 

Das empfohlene Mindestalter ist 14 Jahre. Nun kann der oder die eine oder andere Jugendliche in dem Alter diesem Spielzeug bereits entwachsen sein, weil man sich nicht mehr zum „spielen“ verabredet. Der technikaffine Jugendliche wird mit einer größeren, teureren, aber auch besser ausgestatteten Drohne mehr anfangen können. Die Altersangabe kann aber auch für eine nötige geistige Reife sprechen, denn man sollte Geduld mitbringen. Nicht wegen der Steuerung. Die ist relativ schnell erlernt, wenn man sich die Tutorial-Videos über die App anschaut, die es für iOS, Android und für WindowsPhone gibt. Ein Problem kann die Akkulaufzeit sein.

Gesteuert wird mit der App FreeFlight 3

 

Der Jumping Sumo dreht für circa 20 Minuten seine Runden und muss dann für 90 Minuten an die Steckdose. Genauso lange lädt der Akku der Rolling Spider – keine Überraschung, da beide Drohnen den gleichen Energiespeicher verwenden – allerding kommt man nur auf eine Flugzeit von 6-8 Minuten. Als Fernsteuerungsautos noch mit 8 oder mehr Monozellen bestückt wurden, mussten immer genug davon im Haus sein, damit der Spielspaß nicht jäh endete. Parrot bietet Ersatzakkus für 16,99 Euro an und wird auch bald ein externes Ladegerät für rund 35 Euro auf den Markt bringen. So lässt sich längerer Spielspaß teuer erkaufen.

 

Jumping Sumo – Freude am Fahren

 

Nutzt man nur den mitgelieferten Akku, dann wird dieser per Micro-USB-Buchse direkt in der Drohne geladen. Über diese Verbindung können auch Updates vom PC installiert werden. Beim Jumping Sumo erfolgt die Funkverbindung über WLAN. Das passiert deswegen, weil die kleine Kamera in der Dohne ein ruckelndes Live-Bild überträgt. So muss man nicht zwangsläufig Augenkontakt halten. Allerdings wird die Verbindung zum heimischen Router dann gekappt und eine Internetverbindung über das Mobilfunknetz aufgebaut. Darauf muss man achten, wenn man sich die Videos anschauen möchte, die zur Anleitung aus dem Internet heruntergeladen werden – erst die Videos angucken, dann mit der Drohne verbinden.

 

 

Wie der Name schon sagt kann Jumping Sumo springen – mal 80 Zentimeter hoch und mal genauso weit. Das Geschirr vom Tisch schmeißen, Haustiere ärgern und Eltern in den Wahnsinn treiben – Paradedisziplin des Jumping Sumo. Das kleine Fahrzeug kann auch vorprogrammierte Kunststücke, die sich per App ansteuern lassen. Dann dreht er sich, wackelt, klopft oder dreht sich auf den Kopf. Der Fahrt wird ein Ende gesetzt wenn es auf den Rasen geht – er ist kein Offroader. Für Kinder unter 14 Jahre ist er geeignet und Spaß kann man damit auch haben, wenn die WLAN-Verbindung stabil ist.

 

Rolling Spider – giftiges Spiel

 

Für dieses Spielzeug sollte man viel Platz haben,  alt genug, geduldig und verantwortungsbewusst sein,  sowie Vorsicht walten lassen. Die Rolling Spider hat vier offenliegende Propeller, an denen sich auch Test-Redakteure verletzen können. Das hineinfliegen in andere Menschen zum Beispiel beim Jagen des kleinen Bruders oder in die Haare der kleinen Schwester kann unangenehme, gar schmerzhafte Folgen haben. Rollen kann die kleine Spinne mithilfe zweier ansteckbarer Räder, um an der Decke entlang zu fahren. Außerdem werden damit Abstürze besser aufgefangen.

Der Junge im Hintergund ist noch zu jung für die Rolling Spider und sollte Zuschauer bleiben!

 

Die Steuerung erfolgt über dieselbe App wie beim Jumping Sumo, ist aber etwas anspruchsvoller. Die Funkverbindung wird über Bluetooth 4.0 aufgebaut. Das setzt ein kompatibles Smartphone voraus! Eine Kompatibilitätsliste gibt es bei Parrot. Zu den weiteren Gefahren beim Betrieb von Drohnen erfahren Sie hierunter mehr. Die Frage nach dem Alter ist hier ganz klar mit der Tendenz zu 14 Jahren oder älter zu beantworten, wobei das Vergnügen sehr kurzweilig ist.

 

Aufgepasst: Rechtliche Probleme!

 

Beide Dohnen haben Kameras verbaut, die andere Menschen hinsichtlich ihres Rechts am eigenen Bild verletzen könnten. Der Jumping Sumo speichert Fotos und Videos nur auf Befehl per App und dann muss zusätzlich ein Speicherstick, wie der Kingston DataTraveler microDuo, angeschlossen werden. Im Haushalt der damit spielenden Kinder werden Persönlichkeitsrechtsverletzungen  weniger relevant sein, aber wenn es nach draußen geht, sollte man vorsichtig sein.

 

Die Rolling Spider hat einen kleinen internen Speicher, auf dem Bilder in der Vogelperspektive abgelegt werden können. Dabei kann nicht nur das Recht am eigenen Bild verletzt, sondern auch die Panoramafreiheit überschritten werden. Die Panoramafreiheit gewährt das Anfertigen von Bildern von frei zugänglichen Objekten, also zum Beispiel Fassaden von Häusern. Der Garten dahinter ist regelmäßig tabu. Eine fliegende Drohne überwindet Zäune, Mauern und Dächer, jedoch löst die Kamera der Rolling Spider so miserabel auf, dass man nur wenig erkennen kann.

Original-Aufnahme mit dem Jumping Sumo bei einer Auflösung von 80 x 60 Pixeln

 

Es bleiben Zweifel, ob es ausreicht, sich auf eine schlechte Auflösung zu berufen, sodass die Nutzung den einen oder anderen Rechtsstreit entfachen könnte. Interessant ist im Übrigen auch der Versicherungsschutz bei der Rolling Spider. Diese Frage kam bei unserem Jungfernflug unter freiem Himmel auf, der jäh endete. Die rollende Spinne hat einen Drucksensor verbaut, der verhindern soll, dass die Drohne zu hoch fliegt. Unser Fluggerät war wohl ein Montags-Fabrikat und machte folgendes:

 

Die Drohne haut ab!

 

Wir ließen die Drohne aus der Hand starten. Die Motoren drehten auf volle Drehzahl hoch und die kleine Spinne flog hoch, und hoch und hoch, bis wir aufgrund der Entfernung das Signal verloren und sie nicht mehr steuern konnten. Gemächlich wurden das Gebäude, in dem unsere Redaktion untergebracht ist (immerhin fünf Stockwerke plus Spitzdach)  und eine Straße überflogen, bis die Drohne gegen einen Baum flog, abstürzte und dabei einen ihrer Propeller für immer verlor.

Am Ende war die Rolling Spider nicht mehr flugfähig

 

Was passiert wenn die Drohne dabei einen Schaden anrichtet? Normalerweise springt dann eine Privathaftpflichtversicherung ein, die man haben sollte, wenn man Kinder hat. Doch ein genauer Blick in die Versicherungsbedingungen ist wichtig: Seit 2005 ist eine gesonderte Haftpflichtversicherung für unbemannte Flugobjekte vorgeschrieben. Schäden durch fliegendes Spielzeug werden häufig von der normalen Privathaftpflicht abgedeckt. HUK, Ergo, Hansemerkur und VHV decken Fluggeräte bis 5 Kilogramm ab, wobei Spielzeug so zu verstehen ist, dass die „UFOs“ weder mit Verbrennungsmotoren, noch mit Treibsätzen angetrieben werden dürfen. Darunter fallen übrigens auch Drachen. Die Gothaer übernimmt Schäden für elektronische Fluggeräte bis 50 Gramm!

 

Die Rolling Spider wiegt 55 Gramm. Vielleicht kann man da im Falle eines Falles etwas aus Kulanz erreichen, doch am Ende steht die Erkenntnis, dass so ein „Spielzeug“ nicht nur die den Körper, sondern auch andere Rechte verletzen kann. So kann ein Weihnachtsgeschenk viel Schaden anrichten. Es ist sicher nicht im Sinne des Heilands, dass zur Feier seiner Geburt Unheil über ganze Familien gebracht wird!

 

Die rechtliche Seite können Sie sich bei Interesse auch vom Rechtsanwalt Solmecke auf Youtube erklären lassen.

 

Ganz mutige können die Parrot Minidrones bei Amazon kaufen.

 

Jérôme Lefèvre / Redaktion handytarife.de



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