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TU Braunschweig: Studie zeigt Tracking per Ultraschall

Mehere Medien haben von der Ultrasonic-Technologie berichtet, bei der Mikrofone von Smartphones als Wanzen fungieren. Sie ermöglichen das Tracking der Handy-Nutzer, die eine spionierende App installiert haben. handytarife.de hat bei den initiierenden Forschern und bei einem Experten auf der Republica in Berlin nachgefragt.

Die Forscher Daniel Arp, Erwin Quiring, Christian Wressnegger und Konrad Rieck von der Technischen Universität Braunschweig haben kürzlich ihre Studie „Privacy Threats through Ultrasonic Side Channels on Mobile Devices“ vorgestellt. Darin weisen sie nach, dass es schon heute Apps gibt, die auf das Mikrofon des Smartphones zugreifen, um über Hochfrequenztöne, die für den Menschen nicht hörbar sind, Kunden für Werbezwecke zu verfolgen.

 

SilverPush seit Ende 2015 bekannt

 

Bereits im November 2015 warnten die Datenschützer der US-Organisation „Center for Democracy and Technology“, dass die Firma SilverPush eine Technologie entwickelt habe, damit Geräte untereinander über Hochfrequenztöne kommunizieren. Dafür wird in Apps ein Code eingebaut. Wenn die Applikationen dann auf das Mikrofon im Handy zugreifen dürfen und im Hintergrund laufen, ist es zum Beispiel möglich, dass während eines Werbespots im Fernsehen ein solcher, für den Menschen nicht hörbarer Ton, abgespielt wird und vom Mobiltelefon aufgenommen wird. Dieses erkennt den Ton und kann nun die Information, dass der Besitzer des Smartphones die Werbung gesehen hat, an eine Datenbank übermitteln.

 

Gleichzeitig können die Töne auch über den PC, wenn auf einer Internetseite ein Werbebanner angezeigt wird, abgespielt werden. Aber auch durch den Lauschangriff in Ladengeschäften oder über die Ortungsfunktion des Handys ist es mit dieser Technologie möglich, den Kunden permanent zu verfolgen. Werbetreibende erhalten so die wertvolle Information, welche Werbemaßnahmen zum Kauf geführt haben.

 

So ist es aber auch möglich, Computer und Mobiltelefon einem Besitzer zuzuordnen. Wenn zum Beispiel die Werbung auf dem Handy gesehen, das Produkt aber am PC bestellt wird, ist dieser Zusammenhang für die Werbe-Industrie nur schwer nachvollziehbar. Kennt sie aber alle Endgeräte eines Kunden, kann sie dessen Kaufentscheidung permanent verfolgen. Die Forscher der TU Braunschweig haben das deutsche Fernsehprogramm mitgeschnitten, um herauszufinden, ob die Hochfrequenz-Technologie hier bereits zum Einsatz kommt. In ihrem Testlauf konnten sie dafür keine Anhaltspunkte finden.

 

Sie zeigten dabei auch die Limitationen dieser Technologie auf. So dürfte zum Beispiel die Kompression des Video-Materials, also die Verringerung der Qualität um Datenvolumen zu sparen, in vielen Fällen die hohen Frequenzen entfernen. Auf unsere Nachfrage teilte man uns mit, dass es auch „legitime Anwendungszwecke gibt; zum Beispiel nutzt Lisnr die Ultraschalltechnologie zum Verifizieren von Tickets oder um ortsabhängige Informationen zu senden ohne spezielle Hardware installieren zu müssen (z.B. in einem Stadion)“.

 

Wie können sich Android-Nutzer schützen?

 

Die Forscher untersuchten nur Apps des Android-Betriebssystems von Google. Da es ab Android 6.0 Marshmallow möglich ist, einzelne Berechtigungen zu entziehen, wäre dies nach Ansicht der Forscher „eine erste Maßnahme“ und empfehlen weiter, dass Nutzer „daher stets die angeforderten Berechtigungen überprüfen und hinterfragen, ob es zum Beispiel Sinn macht, dass eine Applikation Zugriff auf das Mikrophon benötigt“.

 

Die in der Studie genannten Apps „Civil Service Reviewer Free“, „Pinoy Henyo“ und „1000000+ SMS Messages“ weisen in ihren Berechtigungs-Details im Play-Store keinen Zugriff auf das Mikrofon aus. Dazu antwortete man uns: „Das Unternehmen hinter der Technologie, SilverPush, hat sich inzwischen zurückgezogen. Das erklärt, warum die oben genannten Entwickler wohl inzwischen den Code entfernt haben und dementsprechend auch nicht mehr die Record Audio-Berechtigung benötigen. Bei „Krispy Kreme Philippines“ und „McDo Philippines“ könnte das Aufzeichnen von Audio-Dateien für andere Zwecke benötigt werden. Ab Android 6 können Entwickler dem Nutzer zusätzliche Informationen geben, warum sie diese Berechtigung brauchen, wenn ein Nutzer sie zur Laufzeit ablehnt. Dies erhöht hoffentlich die Transparenz.“

 

Außerdem appellieren die Forscher an Google: „Zusätzlich zum kritischen Hinterfragen der Berechtigungen schlagen wir vor, dass die Mikrofon-Nutzung ähnlich wie Bluetooth oder Wifi dem Nutzer angezeigt wird, zum Beispiel auf dem Home-Screen. Damit wäre es sichtbar, dass Applikationen kontinuierlich im Hintergrund auf das Mikrofon zugreifen können.“

 

Auf der Republica in Berlin hatten wir außerdem die Möglichkeit Erik Sy vom Arbeitsbereich „Security und Privacy“ der Universität Hamburg eine Frage zum Thema zu stellen. Er sieht in der Ultrasonic-Technologie nur eine weitere Methode zu den bisher bestehenden Spielformen des Trackings. So referierte er in seinem Vortrag, wie es bei Google schon heute möglich ist, dass mehrere Geräte über das Google-Benutzerkonto zugeordnet werden können, sodass dem Suchmaschinen-Gigant bekannt ist, welche Werbung konsumiert wird. Geschäfte können zusätzlich die Daten von Karten-Zahlungen an Google übermitteln, sodass zusammengeführt werden kann, ob dem Kauf eine Werbemaßnahme vorausgegangen ist.

 

Die Ultraschall-Töne bieten insbesondere die Möglichkeit, Offline-Werbung aus dem klassischen Fernsehen oder von Plakaten mit einem Smartphone zu verknüpfen. Doch auch andere Technologien sind datenschutzrechtlich zweifelhaft. Die gesamte Werbeindustrie sollte schleunigst Transparenz schaffen und offen über die Technologie diskutierten, anstatt es heimlich über Hintertürchen zu versuchen, wodurch berechtigte Skepsis die Oberhand gewinnen könnte und verbrannte Erde hinterlässt.

Nützliche weiterführende Informationen:

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