Datentarife: Damals und heute
Technisch gesehen ist die Übertragung von Daten über das Handy kein Problem, denn nichts anderes geschieht beim Telefonieren auch: Die Sprachsignale werden in digitale Daten umgewandelt und über das Mobilfunknetz gesendet. Also lag es schon früh auf der Hand, diese Technik auch für den Versand von anderen Informationen zu nutzen. Der erste Datendienst, der im Handynetz verfügbar war, ist heute eine der beliebtesten Funktionen: Die SMS.
WAP: Das Handy geht online
Zur Jahrtausendwende war es dann erstmals möglich, mit dem Handy online bereitgestellte Informationen abzurufen. Dank WAP (Wireless Application Protocol) konnte man auf spezielle Internetseiten zugreifen. Diese waren für die Nutzung mit dem Handy optimiert und an die seinerzeit noch recht kleinen Handydisplays angepasst. Auch wurde auf Bilder weitgehend verzichtet. Mit der zweiten Ausbaustufe WAP 2.0 wurden die technischen Möglichkeiten ausgebaut, die Seiten wurden dem normalen Internet ähnlicher.
Langsam und teuer
Bei der breiten Masse der Handynutzer konnte sich diese Technik jedoch nie richtig durchsetzen. Grund hierfür war vor allem die geringe Übertragungsgeschwindigkeit des GSM-Handynetzes. Zudem war die mobile Datennutzung seinerzeit ein relativ teures Vergnügen. Dies änderte sich erst mit der Einführung der Übertragungstechnik GPRS: Diese war nicht nur schneller, es war auch die Abrechnung nach verbrauchten Datenvolumen möglich. Denn bei GPRS besteht keine dauerhafte Verbindung zur Server, sondern nur dann, wenn Signale gesendet oder empfangen werden.
UMTS bringt den Durchbruch
Richtig interessant wurde das mobile Surfen mit der Einführung des dritten Mobilfunkstandards UMTS. Im Vergleich zu GPRS ist die Übertragungsgeschwindigkeit mit 384 kBit/s etwa sieben Mal schneller. So lassen sich Websites in akzeptabler Zeit öffnen und auch multimediale Inhalte darstellen. Mit der zweiten Ausbaustufe HSDPA erhöht sich die Geschwindigkeit nochmals, mit bis zu 7,2 MBit/s ist es eine echte Alternative zu DSL. Parallel wurde auch beim bei GPRS nochmals das Tempo erhöht. Der Übertragungsstandard EDGE bietet etwa halbe UMTS-Geschwindigkeit. Diese Technik ist aber eher als Übergangslösung zu sehen, bis UMTS flächendeckend verfügbar sein wird.



















