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Smartphone im Auto: Fiat Uconnect 7" HD LIVE im Test

Mit der Mirror-Reihe will Fiat junge Menschen ansprechen, die bei automobiler Mobilität nicht auf Konnektivität verzichten wollen. Darum ist in allen Fiat 500 Sondermodellen das Uconnect 7" HD LIVE mit Apple Carplay und Android Auto verbaut. Die Redaktion von handytarife.de hat das Infotainmentsystem im Fiat 500L getestet.

Der Cinquecento ist zu einer ganzen Familie verschiedener Bauformen herangewachsen, die durch einige Sondermodelle ergänzt wird. So gibt es den Fiat 500 zum Beispiel als Sondermodell 500 Spiaggina (übersetzt: Liegestuhl). In Anlehnung an einen Strandbuggy soll es das 1958 erstmals aufgelegte Modell als "Spiaggina by Garage Italia" in einer Kleinserie auch als Cabrio geben, die weitgehend einem spektakulären Showcar entspricht und damit das Erdbeerkörbchen 2.0 wird.

 

Den Fiat 500X als SUV und den 500L als 5- oder 7-Sitzer sind ebenfalls bei den deutschen Fiat-Händlern zu haben. Der Fiat 500 Mirror wird in seiner klassischen Bauform ab 16.290 Euro und als Cabriolet Fiat 500C Mirror ab 18.890 Euro angeboten.  Der Fiat 500L Mirror startet bei 16.990 Euro und der Fiat 500X Mirror ist ab 19.490 Euro zu haben. Unser Testwagen der Fiat 500L Mirror mit der TwinAir Natural Power Motorisierung mit 0,9 Litern Hubraum, 8 Ventilen pro Zylinder und der Möglichkeit mit Erdgas betankt zu werden kostet ab 20.190 Euro.

 

Solang die Modellpalette des Fiat 500 mittlerweile ist, solang ist auch unser Testbericht geworden, darum können Sie über diese Links zu einzelnen Kapiteln springen:

 

 Mopar-Connect im Einsatz

 

 Daten über Daten - wer hat da noch den Druchblick?

 

 Unterwegs mit Erdgas

 

 Android Auto, Apple Carplay und das Fazit
 

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Fiat 500L Mirror Seriensausstattung:

  • Manuelle Klimaanlage
  • Uconnect HD LIVE mit 7"-HD-Touchscreenradio
  • LINK-System2 (Smartphone-Integration via Apple CarPlay/ Android Auto)
  • USB-Anschluß als Lademöglichkeit
  • Digitaler Audioempfang DAB+
  • Nebelscheinwerfer mit Abbiegelichtfunktion
  • 16"-Leichtmetallfelgen
  • Seitenzierleisten und Stoßfänger vorne und hinten mit Chromapplikationen
  • Exklusives MIRROR Badge
  • Lederlenkrad mit Multifunktionstasten
  • Geschwindigkeitsregelanlage
  • Bluetooth-Freisprecheinrichtung
  • Instrumentenanzeige als 3,5"-TFT-Farbdisplay
  • Außenspiegel elektrisch verstell- und beheizbar
  • Zentralverriegelung mit Funkfernbedienung
  • LED-Tagfahrlicht

 

Parksensoren hinten gibt es im Smart-Paket mit Rückfahrkamera und elektrisch anklappbare Außenspiegel mit LED-Einstiegsbeleuchtung für 600 Euro, eine Mittelarmlehne vorne für 150 Euro steigert den Komfort, die Installation der zusätzlichen Navigationsfunktion unabhängig vom Smartphone für 650 Euro ist für Digital Natives obsolet, der Licht- und Regensensor für 200 Euro ist wiederum ein praktisches Stück Sonderausstattung, eine Zwei-Zonen-Klimaanlage für 350 Euro ist nicht für jede Anwedergruppe im Fond nützlich und 17“ Leichtmetallfelgen für 200 Euro eine optische Aufwertung. Tatsächlich ganz schick kommt der Fiat 500L mit Bicolore-Sonderlackierung für 1000 Euro daher. Um auf alle Funktionen der Fiat-App zugreifen zu können, muss außerdem ein Kreuz bei der Mopar Connect Box für 300 Euro gemacht werden, die man sich im Konfigurationsprozess aber wieder gutschreiben lassen kann.

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Mopar Connect-Dienste öffnen das Tor zur Außenwelt

 

Die "Ciao Fiat Mobile" App wurde durch "Uconnect LIVE" Applikation ersetzt. Mit ihr lassen sich die Infotainmentsysteme Uconnect 5" Radio LIVE, Uconnect 6.5" Radio LIVE und Uconnect 7" HD LIVE jeweils mit und ohne optionaler Navigationssoftware per Koppelung mit dem Smartphone um "Live-Dienste" erweitern. Dafür wird die Verbindung des Handys mit dem mobilen Internet benötigt. Somit dient das Mobiltelefon als Modem, um voinstallierte Dienste wie Deezer, Facbook, Twitter, Nachrichten von Reuters oder TomTom Live-Daten nutzen zu können.

 

Erstmalig werden in den Mirror-Modellen nun die "Mopar Connect-Dienste" unterstützt. Sie setzen eine im Fahrzeug verbaute SIM-Karte voraus. Die sogenannte T-Box (Telematic-Box) lässt sich bei manchen Modellen auch nachrüsten. Zum Zeitpunkt unseres Tests wurden dafür die Modelle Fiat 500X, Fiat 500, Fiat 500L, Fiat Panda, Fiat Tipo, Jeep Renegade, Jeep Compass, Alfa Romeo Giulietta, Fiat Professional Ducato, Fiat Doblò, Jeep Grand Cherokee, Jeep Cherokee, Jeep Wrangler, FIat Punto, Fiat Qubo und Lancia Y genannt. Der Vorgänger App hatte die Zeitschrift „test“ im Ende September 2017 übrigens ein kritisches Datensendeverhalten und sehr deutliche Mängel bei der Info zum Datenschutz attestiert. Letzteres Urteil beruhte auf der fehlenden deutschen Datenschutzerklärung im App-Store - deren Abwesenheit auch bei der Uconnect Live App festzustellen ist.

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Die Live-Dienste von Fiat nutzen nun also die Verbindung des Fahrzeuges zum Mobilfunknetz. Dadurch wird das Fahrzeug Teil des Internet of Things (IoT) und kann selbständig Daten senden und empfangen. Dies ermöglicht die Abfrage von Fahrzeugdaten aus der Ferne über die Uconnect Live App. Bei Fahrzeugen, die nach dem 31. März 2018 neu eingeführt werden, ist der Notrufdient eCall durch die EU vorgeschrieben. Bis dieser bei allen Fahrzeugen flächendeckend eingeführt ist und zur Grundausstattung gehört, ist in der T-Box noch nicht die 112 als Notrufnummer hinterlegt. Der Service "my:Assistant" stellt bei einem Unfall automatisch die Verbindung zu einem Callcenter her, das Fiat beauftragt hat. Hierher werden auch die Standortdaten übermittelt, sodann die Rettungskräfte alarmiert.

 

Die EU sieht in der eCall Plattform aber nicht nur einen Sicherheitsvorteil, sie stellt den Autoherstellern auch lukrative Mehrwertdienste in Aussicht, die nun auch Fiat einzusetzen und in Zukunft auch in Rechnung zu stellen weiß. Denn da der eCall erst für Fahrzeuge verpflichtend ist, die als neue Modelle zugelassen werden, für die also eine neue Typengenehmigung eingeholt werden muss, dient die T-Box als Vorbereitung für die Umsetzung der Verordnung des Europäischen Parlamentes und des Rates vom 29. April 2015. Der Notruf ist vorerst ein Zusatzservice als Teil eines Abonnements, das ab Kauf des Fahrzeuges für 12 Monate inbegriffen ist. Im Falle eines Unfalls nimmt ein Mitarbeiter der Mopar-Kundenbetreuung telefonisch Kontakt über die Freisprecheinrichtung im Fahrzeug auf und schickt bei Bedarf Unterstützung direkt an den Unfallort. Im Gegensatz zum eCall, für dessen Verfügbarkeit alle EU-Länder sorgen müssen, ist der Notruf-Service von Fiat derzeit nur in Österreich, Belgien, Tschechische Republik, Frankreich, Deutschland, Ungarn, Italien, Niederlande, Polen, Portugal, Slowakei, Slowenien, Spanien und der Schweiz erreichbar.

 

SIM-Lock im Auto

 

Im Abonnement inbegriffen ist auch eine Funktion zum Schutz bei Diebstahl. Bewegt sich das Auto, ohne dass der Zündschlüssel verwendet wird, wird automatisch ein Mopar-Kundenbetreuer informiert. Mit der Funktion „Hilfe bei Diebstahl" erkennt das Fahrzeug unbefugte Bewegungen oder Manipulationen am Auto, sodass ein Kundenbetreuer sich bei dem Besitzer melden kann. Nachdem der Diebstahl zur Anzeige gebracht worden ist, können die Mitarbeiter der Kundenbetreuung die GPS-Koordinaten des Fahrzeugs der Polizei zur Verfügung stellen und den Anlasser des Fahrzeugs sperren lassen, um das Fahrzeug zu stoppen und die Wiederbeschaffung zu erleichtern. Nachdem die Anzeige geprüft wurde, wird die Ortungsfunktion beim Kunden deaktiviert. Die Hilfe bei Diebstahl ist in allen Ländern der Europäischen Union und in der Schweiz aktiv.

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Die Funktion kann auch abgestellt werden. Das ist für einen begrenzten Zeitraum durchaus dann sinnvoll, wenn der Fiat tatsächlich einmal in einer Werkstatt repariert werde muss, dort mit abgestelltem Motor bewegt wird oder auch bei einem Abschleppvorgang oder auf einem Zug oder einer Fähre. Ein weiterer im Abonnement enthaltener Dienst ist der rund um die Uhr erreichbare Pannenservice.

 

Solange eCall noch nicht Pflicht ist, lässt sich mit der Notruf-Funktion noch etwas Geld verdienen. Die Hersteller, die solche Vorbereitungen in ihren Fahrzeugen bereits anbieten täten aber auch gut daran, den Fahrern die Möglichkeit zu bieten ihr System auf die 112 umzustellen, ohne ein Abonnement dafür zahlen zu müssen. Denn in der Begründung zur Einführung von eCall wird zum einen aus der Studie "STORM" (Stuttgart Transport Operation by Regional Management) zitiert. dass 50% der Zeit bis zur Rettung in abgelegeneren Regionen eingespart werden können, in absoluten Zahlen also rund 10 Minuten und in städtischen Arealen immer noch 40%.

 

Ebenfalls herangezogen wurden rein monetäre Werte – die zweifelsohne makaber sind. So ist, bereinigt um Währungsdifferenzen und unter Berücksichtigung des Preisniveaus und des Einkommensgefüges, die Verhinderung eines Verkehrstoten in Deutschland 1.493.000 Euro, die Prävention einer schweren Verletzung 206.500 Euro und einer leichten Verletzung 16.700 Euro wert. Für das volle Abonnement aller Dienste könnte Fiat in Zukunft rund 100 Euro berechnen.

 

Außerdem handelt es sich um einen Rückschritt, wenn für die mobilen Dienste im Auto das Mobilfunknetz und der Provider nicht selber gewählt werden können. Das ähnelt der früheren Praxis Handys mit einem SIM-Lock zu versehen, sodass diese nicht mit einer anderen SIM-Karte betrieben werden konnten. Hier war es wenigsten möglich, das Handy gegen eine Gebühr "freizukaufen".

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Ohne die Wahlmöglichkeit droht ein ähnliches Schicksal wie den Opel-Kunden, die dich ihr Fahrzeug wegen des Onstar-Dienstes mit WLAN-Hotspot gekauft haben. Da Opel an den PSA-Konzern verkauft wurde, der diesen Dienst nicht weiter anbieten möchte, gehen einige Autos aus Rüsselsheim Ende 2020 offline. Wer einen Opel kauft, sollte darauf achten, dass die von uns getesteten Infotainmentsysteme "Navi IntelliLink 900" oder das "Radio R 4.0 IntelliLink" mit Apple CarPlay und Android Auto verbaut sind. So sind viele Funktionen über das Smartphone und dessen Apps nutzbar.

 

Die App als Fernbedienung

 

Die Registrierung ist fahrzeuggebunden und erfolgt über einen Fiat-Händler, der dafür eine E-Mail-Adresse braucht, an die dann ein Aktivierungslink geschickt wird. Sodann ist auch die Funktion "My:RemoteControl" freigeschaltet, die das Fahrzeig auf einer Karte anzeigt, um es mithilfe der Uconnect-App wiederzufinden, wenn es nicht gleich geklaut wurde, sondern die Erinnerung an den letzten Parkplatz verschwommen ist. Die App ermöglicht außerdem das verriegeln der Türen und "GeoFencing". Hierdurch erfolgt eine Benachrichtigung, wenn ein vorher festgelegter Bereich verlassen wird, außerdem kann eine Nachricht mit dem aktuellen Aufenthaltsort dann an den App-Nutzer gesendet werden, wenn eine vorher definierte Geschwindigkeit überschritten wird. Zuletzt ermöglicht die Applikation auch noch eine Erinnerung beim Abstellen und Verlassen des Fahrzeugs an festgelegten Tagen, um zum Beispiel nicht zu vergessen, dass die Laptoptasche aus dem Fahrzeug mitgenommen werden sollte.

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Nach Angaben von Fiat ist es jederzeit möglich, die Ortung des Fahrzeugs über den Dienst "Datenschutzmodus" zu deaktivieren. Dafür müssen die Anweisungen im Benutzer- und Wartungshandbuch oder auf dem Aufkleber auf der Sonnenblende des Fahrzeugs befolgt werden. Dies ist bei den my:Assistant Diensten jedoch nicht möglich.

 

Unter "My:Car" wird in der App der Status des Fahrzeuges zusammengefasst. Hier sind Kilometerstand, Reichweite (nur Benziner und Diesel), Außentemperatur, Ladestand der Batterie, Kraftstoffstand, Reifendruck und Wartungsintervall abrufbar. Mit "Eco: Drive" als einer Funktion der Uconnect-Systeme gibt es auch einen "digitalen Personal Trainer" der dem Fahrer Tipps für eine umweltschonendere Fahrweise an die Hand gibt. Als Wertung dient der sogenannte "eco:Index", der sich aus vier Parametern ergibt: Beschleunigung, Abbremsen, Gangwechsel und Geschwindigkeitsänderung. Diese Werte können nicht nur über die Uconnect-Live App abgerufen werden, verlassen also das Fahrzeug und werden dementsprechend an einem anderen Ort gespeichert, sie lassen sich als Mitglied der Communiy auch mit Freunden in den Sozialen Netzwerken teilen.

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Daten über Daten

 

Solche Daten erheben auch Versicherungen sehr gerne. Zum Beispiel bietet die VHV-Versicherung eine sogenannte „pay how you drive“ Autoversicherung, nach deren Abschluss als Vertragsbestanteil eine Telematik-Box im Zigarettenanzünder mitgeführt wird. Sie misst das Tempo per GPS-Sensor und mithilfe der Positionsdaten kann die gefahrene Geschwindigkeit mit der erlaubten Höchstgeschwindigkeit bzw. Richtgeschwindigkeit verglichen werden, wobei die VHV auf die Karten von HERE zurückgreift und für eine korrekte Berechnung Voraussetzung ist, dass aktuelle Daten hinterlegt sind.

 

Die Telematik-Box der VHV speichert in regelmäßigen Abständen die Uhrzeit, die GPS-Position, die aktuelle Geschwindigkeit, GPS-Signalqualität, den Batterie-Status, die Beschleunigungskräfte an drei Achsen, den Fahrtbeginn, das Fahrtende und ermittelt durch die verbauten Sensoren automatisch einen Aufprall oder bei manueller Betätigung des Notruf-Knopfes wird ein Unfallereignis gespeichert. Aus den regelmäßig abgerufenen Daten wird zum Beispiel die Fahrweise ermittelt und bei stärkerer und abrupterer Beschleunigung oder Bremsvorgängen als risikobereit eingeschätzt. Auch wird bewertet auf welchen Straßentypen das Fahrzeug unterwegs ist. Autobahn, Landstraße, Bundesstraße oder innerorts. Autobahnen haben laut VHV beispielsweise das geringste Unfallrisiko. Die ermittelte Uhrzeit wird für den Abgleich mit statistisch relevanten Zeiten mit größerer Unfallhäufigkeit verwendet. Sogenannte Diskofahrten in der Nacht am Samstag oder Fahrten im Berufsverkehr weisen zum Beispiel statistisch ein höheres Unfallrisiko auf. Eine Black-Box wie sie im Buche steht.

 

Die Erhebung solcher Daten kann im Alltag von Nutzen sein. Sie bringen in einer App Komfort, sorgen in Notfällen für mehr Sicherheit und können die Versicherungsprämie senken. Doch das bedeutet auch, dass diese Daten irgendwo gespeichert werden. Nun wird häufig versichert, dass die Auswertung der Daten nicht zu anderen Zwecken erfolgt, bei der weiteren Verarbeitung für Statistiken anonymisiert werden. Ein solcher Hinweis zum Datenschutz wir übrigens bei jedem Start des Motors im Fiat 500L auf dem 7 Zoll Monitor angezeigt und muss bestätigt werden, denn schließlich können die Daten über das Fahrverhalten mal dem einen und mal dem anderen Fahrer gehören.

 

Nicht aus den Augen verlieren sollte man aber auch, dass für die Datenverarbeitung ein Vertrag mit einem Diensteanbieter gemäß §95 Telekommunikationsgesetz (TKG) geschlossen wurde, das in §111 die Auskunft gegenüber Sicherheitsbehörden festschreibt, die sich dabei zum Beispiel auf §100a der Strafprozessordnung zur Telekommunikationsüberwachung berufen können. Darin ist ein Strafenkatalog hinterlegt, der bei begründetem Verdacht, für eine im Einzelfall schwerwiegende Tat und bei Sachverhalten bei denen die Erforschung oder die Ermittlung des Aufenthaltsortes des Beschuldigten auf andere Weise wesentlich erschwert oder aussichtslos wäre, die Überwachung erlaubt.

 

Unterwegs mit Erdgas

 

Den Fiat 500L Mirror gibt es nur für den „urbanen“ Lebensstil mit 5 Sitzen und CNG-Antrieb. Der Wagon als 7-Sitzer und die beplankte Cross-Version für „Geländefahrten“ werden nicht mit einem Erdgas-Tank ausgestattet. Die Bicolore-Lackierung des Fiat 500L Mirror in Venezia Blau und dem Dach sowie den Abdeckkappen der Außenspiegel in Maestro Grau lockert den Ur-Enkel des Fiat Multipla auf. Besondere „Mirror" Logos auf den B-Säulen aus gebürstetem Aluminium kennzeichnen das Sondermodell. Unser Testwagen war mit dem manuellen Getriebe mit sechs Gängen ausgestattet.

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Der erste "Cinquecento" hatte einen Zweizylinder-Reihenmotor mit einem Hubraum von 479 Kubikzentimetern und 13,5 PS Leistung. An diesen geschichtsträchtigen Antrieb knüpft auch der aktuelle 500er mit seinem Twin-Air-Motor an. Es handelt sich, wie bei seinem Urahnen, um einen Zweizylinder-Reihenmotor (Parallel-Twin), nun zeitgemäß mit variabler Ventilsteuerung (MultiAir). Der Motor wird seit September 2010 angeboten und wurde 2011 als "International Engine of the Year" ausgezeichnet.

 

Mit dem Kürzel CNG (Compressed Natural Gas) fährt der Fiat 500 auch mit Erdgas. Das kann auch Bio-Methan aus zum Beispiel aus Grünabfällen oder Klärschlamm sein, da es chemisch identisch ist mit Erdgas. Der Antrieb von Fiat soll nach eigenen Angaben 67 Prozent weniger Stickoxide (NOx) als Euro-6-Diesel und 35 Prozent weniger CO2 als Euro-6-Benziner ausstoßen. Die Italiener bieten seit 1997 Erdgasantriebe an, für den ein zusätzlicher Tank verbaut werden muss, der wiederum Platz braucht. Den uneingeschränkt nutzbaren Innenraum gibt es seit 1998 im Multipla, seit 2006 im Panda und seit 2013 im Fiat 500L.

 

In Deutschland werden Fahrzeuge mit CNG-Antrieb noch bis 2026 geringer besteuert. Im CNG-Betrieb hat der Motor etwa 5 PS weniger Leistung als mit Benzin, weil sich das Erdgas ausdehnt und somit weniger des Gas-Luft-Gemisches in den Brennraum gelangt. Ein monovalenter Motor, der also auf den reinen Erdgas-Betrieb ausgelegt ist, arbeitet mit einer höheren Verdichtung und gleicht den Nachteil so aus. In unserem Fiat 500L lag im Gas-Betrieb das maximales Drehmoment bei 2500 statt 2000 Umdrehungen pro Minute. Die Höchstgeschwindigkeit verringerte sich auf 163 statt 167 km/h.

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Fahrzeuge mit diesem Antrieb müssen sich neben der Hauptuntersuchung auch regelmäßig einer Gasanlagenprüfung unterziehen. Im Falle eines Unfalls unterbricht ein sogenannter "Crashschalter" die Stromversorgung der Elektropumpe und der Elektroventile, damit das unter Druck stehende Gas nicht weiter in den Brennraum des Motors entweicht. Sollte das Fahrzeug brennen, dann schmelzen durch die Hitze kleine Plättchen, sodass das Gas abgelassen wird. So soll die Explosionsgefahr deutlich verringert werden.

 

Benzin zum Startvorgang

 

Erdgas wird nicht in Litern, sondern nach Gewicht getankt. Ein Kilogramm Erdgas entspricht beim Energiegehalt etwa 1,5 Litern Benzin, wobei man in L-Gas und in H-Gas, die aufgrund ihrer Zusammensetzung verschiedene Brennwerte aufweisen, unterscheidet. Wo es welches Gas gibt, hängt stark von der Region ab, in der man sich in Deutschland aufhält. Bis 2030 soll die Infrastruktur jedoch auf H-Gas umgestellt werden. Ein Kilogramm H-Gas mit dem Brennwert 11 entspricht 13,33 Kilowattstunden und kostete zum Zeitpunkt unseres Tests 86,91 Cent.

 

Nach dem Start mit Benzin schaltet der Wagen recht zügig auf Gas-Betrieb um, es sei denn man unterbindet das manuell durch einen Knopfdruck. Im Fiat 500L sind zwei Tanks unter dem Fahrzeugboden mit einem Fassungsvermögen von insgesamt 14 Kilogramm verbaut. Zusätzlich gibt es einen 50 Liter Benzin-Tank. Laut Werksangabe soll der Van 3,9 kg/ 100 km bei einem CO2-Ausstoß von 105 g/ km verbrauchen. Wir konnten mit L-Gas einen Verbrauch von 4,7 Kilogramm auf 100 Kilometern messen, bei vielen Autobahnfahrten lag der Verbrauch über 6 Kilogramm, mit Vollgas genehmigte er sich auch fast 11 Kilogramm auf 100 Kilometern.

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Dabei liegen dem Fahrzeug hohe Geschwindigkeiten nicht. Zwischen 120 und 130 Kilometern pro Stunde auf der Autobahn liegt die Reisegeschwindigkeit des Fiat 500L Mirror. Danach geht ihm die Puste aus. Bei der Suche nach einer Erdgas-Tankstelle half in unserem Test die "Tankstellen CNG & LPG" App am zuverlässigsten. Andere Tank-Apps zeigten nur unvollständige Ergebnisse oder griffen auf veraltete Daten zurück. Siri und der Google Assistent halfen per Spracheingabe übrigens nicht bei der Suche, da sie zwar das Suchwort „Tanken“ verstehen und Tankstellen auflisten, aber nicht den Wunsch nach dem Treibstoff "Erdgas" verarbeiten können. Der Tankvorgang mit Erdgas ist übrigens unkompliziert und dauert kaum länger als mit Benzin.

 

Android Auto mittlerweile besser als Apple Carplay

 

Die im Fahrzeug vorinstallierten Uconnect-Live Applikationen von den Dritt-Anbietern Twitter, Facebook, Deezer, TuneIn und Reuters sind im Großen und Ganzen zu vernachlässigen. Die Auswahl ist klein und der Nutzen gering. Gleichzeitig reagiert das System nur träge. Eingesehen werde können hier aber auch die Informationen aus "eco:Drive" zum Fahrstil und "my:Car" zur Statusabfrage von Fahrzeugdaten.

 

Also schalten wir schnell um zu Android Auto und Apple Carplay. Auf längeren Reisen fällt besonders auf, dass die über das moderne DAB+ Radio empfangenen aktuellen Verkehrsmeldungen sich nahtlos integrieren. Das bedeutet, dass über das iPhone oder Android-Smartphone die Navigation läuft, gleichzeitig der Lieblingspodcast oder ein Musik-Streamingdienst abgespielt wird und dennoch die Meldungen aus dem Radio durchkommen, die Medienwiedergabe dafür kurz angehalten wird.

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Ein größeres Fach für Smartphones hätte Fiat dem 500L zwischen Schaltknau und USB-Anschluss aber ruhig spendieren können. Handys wie das Huawei P20 Pro oder das iPhone X finden hier nur knapp Platz, sollten aber gerade hier untergebracht werden, um Kabelsalat im Innenraum zu vermeiden. Die Kabelverbindung braucht es, um Android Auto und Apple Carplay nutzen zu können. Die Stromversorgung der USB-Anschlüsse erfolgt in dem Moment, in dem das Auto entriegelt wird.

 

Das matte 7 Zoll große Display macht zwar nicht den edelsten Eindruck, dafür ist es in den meisten Situationen gut ablesbar und nicht so anfällig für Fingerabdrücke. Die Darstellung von Android Auto erfolgt vollflächig. Wird ein Handy mit dem Google-Betriebssystem ab der Version 5.0 angeschlossen und ist Android Auto darauf eingerichtet, dann wird die gesamte Bildschirmdiagonale ausgenutzt. Dabei lässt sich das System nicht nur über den berührungsempfindlichen Bildschirm, sondern auch am Lenkrad steuern. Etwas gewöhnungsbedürftig sind dabei die Knöpfe an der Position, wo sonst sogenannte "Schaltpaddel" zu finden sind. Im Fiat 500L Mirror wird hiermit aber nicht der Gang gewechselt, sondern unter anderem ein Lied weiter geschaltet.

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Ist ein iPhone angeschlossen wird Apple Carplay kleiner dargestellt. Zwar bleibt so die Navigationsleiste für andere Funktionen des Infotainmemtsystems erhalten – bei Android Auto muss die Ansicht komplett verlassen werden, wodurch die Medienwiedergabe oder die Navigation aber nicht beendet werden – jedoch verkleinert sich die Anzeigefläche deutlich. Wer häufig auf Bord-Medien zugreifen möchte hat mit seinem iPhone einen Vorteil bei der Bedienung, doch das Smartphone als zentrale Steuereinheit entfaltet mit dem Android-System ein besseres Nutzungserlebnis.

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Das bezieht sich auch auf die jeweiligen Sprachassistenten. Gerade im Auto können sie einen echten Mehrwert darstellen, wenn ohne dass die Hand vom Lenkrad genommen werden muss, ein Fahrziel gesucht, eine andere Playlist abgespielt, aber auch eine SMS oder Whatsapp-Nachricht diktiert werden kann. Ist die Adresse des Ziels allerdings nicht bekannt, dann entfaltet Google seine gesamte Suchmaschinen-Power, gegen die Siri nicht ankommt. Selbst die Suche nach einem Hornbach-Baumarktes in einer bestimmten Ortschaft korrigiert Google aus dem Kontext und fragt, ob nicht der Hellweg gemeint sei, da es an dem Ort keinen Hornbach gibt. Siri hilft in solchen Momenten nicht weiter.

 

Fazit: Hausaufgaben für die Automobil-Hersteller

 

Eine abschließende Bewertung von Mopar-Connect ohne dass zukünftige Abo-Modell zu kennen, ist nicht möglich, insbesondere dann, wenn dem Kunden kaum Auswahl gelassen werden sollte. Vielleicht braucht er den Pannenservice nicht, möchte aber aus der Ferne den Reifendruck ablesen und das Auto verschließen können. Nur ein Gesamtpaket anzubieten erscheint nicht modern und den individuellen Bedürfnissen der Kunden angepasst. Dazu zählt auch die Wahlmöglichkeit des Providers. Der feste Einbau von SIM-Karten (eSIM) sollte nicht zu einem Revival des SIM-Locks führen.

 

Das Uconnect 7" HD LIVE mit seinen vorinstallierten Applikationen erfüllt erst durch Android Auto und Apple Carplay die Erwartungen an ein modernes Infotainmentsystem. Google und Apple liefern mittlerweile stabile Systeme, die - auch dank EU-Roaming - den Navigationssystemen der Hersteller den Rang ablaufen. Wer sein Smartphone zu bedienen weiß, kommt auf Anhieb mit der Benutzeroberfläche im Auto zurecht und muss sich nicht umgewöhnen. Lediglich der weiterhin sehr restriktive Umgang mit der Zulassung weiterer Apps für die Spiegelung auf das zentrale Touchdisplay ist bei diesen Systemen noch zu bemängeln.

 

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Jérôme Lefèvre / Redaktion handytarife.de



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