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Die Menthal-App zur Behandlung von Depressionen

Mit der App „Menthal“ sollen die Diagnose und die Therapie von Depressionen verbessert werden. Professor Schläpfer hielt vor kurzem einen Vortrag darüber, wie das Smartphone in der Medizin genutzt werden kann und die Applikation weiterentwickelt wird. handytarife.de war dabei und hat sich die spannenden Pläne angehört.

Wir berichteten über die Android-App „Menthal“, die vor Handysucht warnen soll, indem jegliche Aktivitäten am Smartphone aufgezeichnet werden. Wie oft wird der Bildschirm angeschaltet und entriegelt, wie lange wird welche App täglich genutzt, und wie viel kommuniziert der Nutzer per WhatsApp, SMS und Telefon. Später meldeten wir, dass sich rund 150.000 Nutzer registriert haben und nun die Server an ihre Grenzen stoßen, sodass man nun auf einer Crowdfunding-Plattform um Spenden bittet, damit das Projekt am Leben gehalten werden kann.

 

Ein weiterer medizinischer Hintergrund des Forschungsprojektes der Uniklinik Bonn ging in der Berichterstattung über das mediale Interesse und den daraus resultierenden hohen Downloadzahlen fast unter.

 

Depressionen als Volkskrankheit

 

Professor Schläpfer forscht seit über 20 Jahren zur Krankheit Depression. Die Zahlen sind erschreckend: Demnach erkranken ungefähr 20 Prozent aller Menschen während ihres Lebens wenigsten zeitweise an Depressionen. Die Gefahr dabei ist nicht nur die Krankheit selber, sondern dass weitere Erkrankungen in Kombination einen weitaus schlimmeren Verlauf nehmen können (Diathese-Stress-Modell). Als Beispiel wurde der Herzinfarkt genannte, dessen Sterberisiko sich um den Faktor vier erhöht, wenn der Patient gleichzeitig an Despressionen leidet.

 

zum Artikel Ratgeber: Gesundheitshelfer Handy

 

Man geht davon aus, dass 73 Prozent der Patienten, die an Depressionen erkrankt sind, durch eine Kombination aus Psychotherapie und Psychopharmaka erfolgreich behandelt werden können. Als schwierig gilt allerdings die Diagnose. Depressionen unterliegen tageszeitlichen Schwankungen. So kann eine Untersuchung in einer „guten“ Phase die Anamnese erschweren. Außerdem kann sich ein „Artzeffekt“ einstellen der dazu führt, dass sich der Patient gewollt oder ungewollt verstellt. Denn häufig schämen sich die Betroffenen, weil die Erkrankung in der Gesellschaft als persönliche Schwäche ausgelegt wird.

 

Handy soll helfen

 

Die Diagnose soll in Zukunft das Smartphone erleichtern. Ab Werk mit einer Vielzahl von Sensoren ausgestattet und stets in der Nähe des Nutzers sollen die Daten Verwendung finden, die eh bei der Nutzung entstehen. Dieses Prinzip nennt sich auch Big Data. Wichtig bei der Analyse der Daten ist, dass der Patient nicht mit anderen verglichen wird, sondern Unterschiede in seinem individuellen Nutzungsverhalten erkannt werden sollen, um diese in Relation zu seinem Gemütszustand zu setzen.

Innerhalb des laufenden Forschungsprojektes ist es bereits möglich die Bewegungen des Patienten nachzuvollziehen. Mikro- und Makrobewegungen können dank Gyroskop und GPS aufgezeichnet werden. Auch wie oft das Smartphone bedient und mit anderen kommuniziert wird kann erfasst werden. So wird beispielsweise überprüft, ob der Patient von seinen Verhaltensmustern abweicht: Ist er inaktiver oder unkommunikativer?

 

In Zukunft will man eine Textanalysesoftware integrieren, damit auch erfasst werden kann, ob sich der Inhalt der Kommunikation verändert, wenn zum Beispiel mehr negative Worte verwendet werden. Besonders spannend hörte sich das Feld der Prosodie an. Dabei soll über das Mikrofon die Färbung und Melodie der Stimmer erkannt werden. Depressionen äußern sich auch durch monotones Sprechen, was die App in Zukunft erkennen soll.

 

Vorteile liegen auf der Hand

 

Alleine die Diagnose bei einem Psychotherapeuten kostet in der Regel mehrere hundert Euro, weil sie zeitintensiv ist und es mehrere Untersuchungstermine braucht. Mit der App kann die Diagnostik nicht nur verbessert werden, sondern sie wird auch deutlich günstiger, da, nachdem die Infrastruktur geschaffen ist, nur noch die Kosten für die Datenübermittlung und den Serverbetrieb anfallen, die auf wenige Cent heruntergerechnet werden können. Dieses Forschungsprojekt deutet also auf eine klare Win-Win-Situation hin, dank der gezielteren Betreuung von Patienten und die sinkenden Belastungen für die Sozialkassen.

 

 

Jérôme Lefèvre / Redaktion handytarife.de



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