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WEtell: Neuer Provider verspricht hohes Datenschutzniveau

Klimaschutz, Datenschutz, Fairness und Transparenz haben sich die Gründer von WEtell auf die Fahne geschrieben und nun ihre Crowdfunding-Kampagne gestartet. 1000 Kunden wollen sie so gewinnen, um die ersten nachhaltigen Mobilfunktarife in Deutschland auf den Markt zu bringen. handytarife.de hat genau nachgefragt.

Alma Spribille, Nico Tucher und Andreas Schmucker sind die Gründer von WEtell. Sie wollen, dass man mit ihren SIM-Karten „grün“ telefoniert, der Kunde die Hoheit über seine Daten behält, ihre Handytarife transparent, also für jeden verständlich sind, keine versteckten Kosten entstehen und der Umgang mit ihren Kunden fair ist, worunter sie sich guten Service vorstellen.

 

Um diese hehren Ziele zu erreichen, muss das Team mehrere Schritte gehen. Zunächst sollen wenigstens 1.000 potenzielle Kunden gefunden werden, die über die Crowdfunding-Plattform Startnext einen Gutschein erwerben, der wenigstens 45 Euro kostet, und dann für die dreimonatige Nutzung des kleinsten Tarifpaketes eingesetzt werden kann. So soll sichergestellt werden, dass es genug Interessenten für das Angebot von WEtell gibt, denn noch ist das Startup nicht am Markt. Es wurden auch noch keine rechtsverbindlichen Verträge mit einem Netzbetreiber oder Service Provider geschlossen. Dennoch haben natürlich schon Verhandlungen stattgefunden, um zum Beispiel die Konditionen für Mobilfunktarife festzulegen.

 

WEtell bietet drei Tarife an

 

Mit drei Tarifen will WEtell starten. Sie alle funken im Netz der Telekom. Das kleineste Paket „Ultrakurz“ beinhaltet 300 Freiminuten und 100 Frei-SMS sowie 1 Gigabyte im UMTS-Netz mit bis zu 25 Mbit/s im Download für 15 Euro im Monat. Der Tarif „Mittelwelle“ für 30 Euro Grundgebühr hat schon Flatrates für Telefonie und SMS sowie 3 Gigabyte im LTE-Netz mit bis zu 50 Mbit/s. Genauso schnell, aber mit 8 Gigabyte ausgestattet, neben einer Telefon- und einer SMS-Flat, ist der größte Tarif „Superfunk“ für monatlich 40 Euro. Alle Verträge sind monatlich kündbar.

 

 

Aufgrund der Nutzung des D1-Netzes naheliegend ist hier zunächst der Vergleich mit Congstar. Der Mobilfunk-Discounter der Telekom bietet einen mit dem Ultrakurz-Tarif vergleichbaren Handyvertrag für 10 Euro im Monat an. Die Congstar Allnet Flat mit 4 Gigabyte Datenvolumen und LTE-Option kostet 22,50 Euro im Monat, die Allnet Flat Plus mit 10 Gigabyte im Rahmen einer Aktion aktuell 30,80 Euro im Monat. Schaut man nur auf die klassischen Inklusivleistungen der WEtell-Verträge, dann liegt der Aufpreis bei 5 bis 9,20 Euro pro Monat. Was machen die Gründer mit dieser Differenz?

 

Aufpreis für Klima- und Datenschutz

 

Mobiles Telefonieren und Surfen soll klimaneutral möglich sein. Deswegen wird das Startup, deren Gründer sich übrigens beim Fraunhofer-Institut für Solare Energiesysteme kennengelernt haben, mit der Firma EWS (Elektrizitätswerke Schönau) zusammenarbeiten. WEtell wird EWS finanzielle Mittel bereitstellen, die damit Anlagen bauen und betreiben. Sie erzeugen erneuerbare Quellen Energien, die ins deutsche Stromnetz eingespeist werden. Die so erzielten Gewinne sollen wiederum in weitere Anlagen und nachhaltige gesellschaftliche Entwicklungen investiert werden.

 

Denn tatsächlich ist es so, dass der Energiebedarf der Telekom In Deutschland nur zu 28 Prozent (Stand 2017) aus erneuerbaren Energieträgern gedeckt wurde. Mit dem Aufbau neuer Anlagen will WEtell das kompensieren und sämtlichen eigenen Energiebedarf komplett durch Ökostrom abdecken und auch auf alle Geschäftspartner einwirken, es ihnen gleich zu tun. So zum Beispiel die Firma Newsim. Deren Kunde werden diejenigen, die einen WEtell-Tarif abschließen, da das Startup zu klein ist, um einen eigenen Zugang zum Mobilfunknetz zu bekommen. WEtell ist somit zunächst ein Virtual Service Provider. Die Newsim GmbH wickelt Technik und Datenverarbeitung ab, sodass WEtell sich laut eigenen Angaben zunächst darauf konzentrieren kann einen klimafreundlichen, datensicheren, fairen und transparenten Tarif anzubieten.

 

Damit kommt also nicht nur WEtell mit Daten der Kunden in Kontakt, sondern auch Newsim und die Telekom. Wie stellt der neue Anbieter nun sicher, dass „Deine Daten Deine Daten sind“. Die Redaktion von handytarife.de hat deswegen bei dem Mit-Gründer Andreas Schmucker nachgefragt:

 

handytarife.de: Andreas, die Möglichkeit zur Löschung der Verbindungsdaten nach Bestätigung der Rechnung könnte zwar der Vorratsdatenspeicherung, die aktuell ausgesetzt ist, in den Punkten Standortdaten bei Telefonaten und Internetnutzung entsprechen, aber Verbindungsdaten – konkret: Rufnummern, Zeit und Dauer von Telefonaten, Sende- und Empfangszeiten von SMS - sowie IP-Adressen sind dem aktuellen Gesetz zufolge für 10 Wochen zu speichern. Worauf bezieht sich euer Versprechen?

 

Andreas Schmucker: Die vom Gesetzgeber jeweils vorgeschriebenen Speicherdauern für die verschiedenen Datenarten werden wir bzw. unser Mobilfunk-Partner selbstverständlich einhalten.
Unseres Wissens werden die verschiedenen Datensätze bestehend aus Kunden-Stammdaten und Nutzungsdaten für eine eventuelle Strafverfolgung von der Bundesnetzagentur zusammengeführt. Diese Datensätze sind zum Teil beim jeweiligen Netzbetreiber und zum Teil beim Diensteanbieter in separater Datenhaltung gespeichert und nur durch die Strafverfolgungs-Behörden mit entsprechender Autorisierung zu erreichen bzw. zu kombinieren.

 

Der Service Provider führt dann für die monatliche Abrechnung die beiden Datensätze zusammen. Eine kommerzielle Nutzung der Kundendaten durch den jeweiligen Netzbetreiber ist damit im Service Provider Modell ausgeschlossen. Die für uns zugänglichen Verbindungsdaten werden wir im Rahmen der gesetzlichen Vorgaben und nach Notwendigkeit für Überprüfbarkeit von Abrechnungen schnellstmöglich löschen.

 

handytarife.de: Wie soll der Prozess zu Datenlöschung genau ablaufen? Loggt sich euer Kunde in seinen Online-Account ein, bestätigt dort die Rechnung und gibt die Löschung in Auftrag? Welche Daten werden dann genau gelöscht und wie stellt ihr sicher, dass dies auch bei der Telekom geschieht? Welche Rolle spielt dabei Newsim?

 

Andreas Schmucker: Dieser Prozess ist noch nicht ausdefiniert. Verkehrs- und Nutzungsdaten werden bei WEtell zum Ende des auf das Datum des Abrechnungsversands folgenden Monats gelöscht, sofern sie nicht gesetzlich relevant sind. Kunden können beauftragen, dass die angerufenen Rufnummern teilanonymisiert oder gar nicht nach Rechnungserstellung gespeichert werden. Im letzteren Fall kann kein Einzelverbindungsnachweis erstellt werden. Auf die Handhabe der Daten bei unserem zukünftigen Netzbetreiber haben wir leider keinen Einfluss.

 

handytarife.de: Des Weiteren versprecht ihr, dass auch anonymisierte Nutzerdaten nicht weitergegeben werden. Wie stellt ihr sicher, dass zum Beispiel anonymisierte Bewegungsdaten eurer Kunden nicht bei der Telekom gespeichert und von ihr weitergegeben werden?

 

Andreas Schmucker: Von uns, WEtell, oder von unserem Mobilfunk-Partner werden keinerlei Daten, sei es anonymisiert oder nicht an Dritte weitergegeben, wenn es nicht explizit vom Gesetzgeber mit entsprechender Autorisierung verlangt wird oder direkt für die Ausübung unseres Kerngeschäftes notwendig ist. Der jeweilige Mobilfunk-Netzbetreiber verfügt im Service Provider Modell über keine Zuordnung der Verkehrsdaten zu den persönlichen Daten der Anschlussnehmer. Auch keine Postleitzahl, Geschlecht oder Ähnliches.

 

Dadurch wird der Wert dieser Datensätze unserer Meinung nach aus kommerzieller Perspektive deutlich geringer und die Daten sind allenfalls für statistische Auswertungen z.B. für die Nutzung/Auslastung einzelner Mobilfunk-Zellen oder die Ausnutzung der gebuchten Datenpakete pro SIM-Karte verwendbar. Es ist allerdings richtig, dass wir bislang keine Einflussnahme haben, wie die Netzbetreiber mit diesen Daten umgeht und ob diese eventuell veräußert werden. Wir arbeiten aber natürlich an diesem Punkt und versuchen einem expliziten "Default" Weitergabe -Widerspruch für unsere Kunden umzusetzen.

 

Mehr als nur „grün“

 

Unser Eindruck ist es, dass WEtell sich der Problematik rund um das Thema Datenschutz bewusst ist und sich sehr bemüht, das Level hochzuhalten. So sollen Verbindungsdaten und personenbezogenen Stammdaten bei WEtell bzw. Newsim nur verschlüsselt und ausschließlich auf deutschen Servern liegen. Damit will das Startup Datendiebstahl verhindern. Eine Verknüpfung von Verkehrsdaten (Funkzellenhistorie/ Einzelverbindungen/ Internetnutzung) und persönlichen Daten findet nicht bei dem Mobilfunkbetreiber statt.

 

So will WEtell jegliche kommerzielle Nutzung der Kundendaten durch Dritte oder zu Werbezwecken verhindern. Die verknüpften Datensätze sollen sich durch den Nutzer löschen lassen und gesetzlich vorgeschriebenen Abfragemöglichkeiten der Daten durch Dritte, z.B. Behörden, werden soweit möglich öffentlich kommuniziert. Dafür soll es einen jährlichen Transparenzbericht geben, für den der E-Mail-Dienst „posteo“ das Vorbild ist. WEtell will damit aber keinesfalls Dienstleister für anonyme Telefonie für Straftäter und Terroristen sein. Deswegen sollen die in gesetzlich Vorgaben gewahrt werden

 

Überdies will sich das Startup nach dem Kriterienkatalog der Gemeinwohlökonomie (GWÖ) bewerten und zertifizieren lassen. Damit wären der junge Provider der erste innerhalb der Mobilfunkbranche. Um dies zu gewährleisten tauschen sich die Gründer mit dem GWÖ-Gremium aus. Falls über die Crowdfunding-Kampagne mindestens 1000 Mobilfunkgutscheinen verkauft werden, startet WEtell noch im Jahr 2019. Dafür müssen ein Webshop, eine Hotline, die IT etc. aufgebaut werden. Wenn das Finanzierungsziel nicht erreicht wird oder es die Gründer es nicht schaffen, WEtell an den Markt zu bringen, erhält jeder Unterstützer sein Geld zurück.

 

Jérôme Lefèvre / Redaktion handytarife.de

Nützliche weiterführende Informationen:

Wie grün sind die deutschen Mobilfunkbetreiber?

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Ist das Batterie-Problem von Wearables endlich gelöst?

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