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© wolterfoto

Wie grün sind die deutschen Mobilfunkbetreiber?

Das Mobilfunknetz ist allgegenwärtig. Es geht um Streaming überall - oder eben nicht, wenn wir über Funklöcher sprechen. Wir diskutieren den Netzausbau und über die nächste Generation 5G, die noch schneller wird, aber auch mehr Antennen benötigt. Diese Technologie verbraucht Strom. Was tun die Mobilfunkbetreiber?

Das über die Mobilfunknetze verschickte Datenvolumen steigt von Jahr zu Jahr. Mit hohen Datenraten hat der LTE-Standard diesen Weg geebnet. Während UMTS eher einem Trampelpfad gleicht, darf man bei 4G schon von einer Asphaltdecke sprechen und mit 5G entsteht dann eine Autobahn – um in diesem Bild zu bleiben.

 

1388 Millionen Gigabyte wurden 2017 durch die deutschen Mobilfunknetze übertragen. Der stationäre Breitband-Internetverkehr belief sich auf 32,5 Milliarden Gigabyte. Zum Vorjahr ist dieses Volumen um rund 12 Prozent gestiegen. Im Mobilfunk sehen die Wachstumsraten ganz anders aus. 68 Prozent von 2015 zu 2016 und 52 Prozent von 2016 auf 2017.

 

Eine erneute Verdoppelung würde bedeuten, dass 2018 mehr als 2 Milliarden Gigabyte über die Mobilfunknetze übertragen wurden. Der Verband der Anbieter von Telekommunikations- und Mehrwertdiensten e. V. ging zuletzt sogar von über 2,5 Milliarden Gigabyte mobilem Datenvolumen aus. Also rund 30 Gigabyte pro Einwohner oder etwas mehr als 2,5 Gigabyte pro Monat.

 

Was tun o2, Telekom und Vodafone?

 

Die Redaktion von handytarife.de hat sich deswegen an o2, Telekom und Vodafone gewendet, um nachzufragen, wie die Unternehmen sich ihrer Verantwortung stellen, um den Klimawandel nicht weiter zu beschleunigen, aber gleichzeitig dem wachsenden Datenhunger und dem Ausbau der Netze gerecht zu werden.

© Vodafone

Leider war die Pressestelle von Telefònica nicht dazu in der Lage unsere Fragen zu beantworten. Hier konnten wir somit nur auf öffentlich zugängliche und gegebenenfalls überholte Zahlen zurückgreifen. Die Telekom und Vodafone haben sich hingegen unseren Fragen gestellt. Dabei ist zu berücksichtigen, dass die Mobilfunkbetreiber ihre Zahlen nicht einheitlich erheben. Die Unternehmen sind weltweit tätig. Nun können sich diese Konzerne Ziele setzen, aber auch die Gesellschaften in einzelnen Ländern.

 

Je weiter man ins Detail geht, desto schwieriger wird es. Gehört zum Beispiel der Verbrauch fossiler Brennstoffe durch die Fahrzeug-Flotte eines Mobilfunkbetreibers zu Öko-Bilanz dazu? Oder sollte auch der Stromverbrauch der Ladengeschäfte berücksichtigt werden? Beim Mobilfunknetz ist es ebenso komplex: der Anschluss der Antennen erfolgt über das Festnetz. Muss also dessen Betrieb anteilig dem Mobilfunknetz zugerechnet werden? Wie verhält es sich mit Server-Zentren, die den stationären und den mobilen Datenverkehr vermitteln?

 

Um es nicht zu kompliziert versuchen wir nun also Ihnen einen Überblich über die Klimastrategien der Mobilfunkbetreiber in Deutschland zu geben:

 

Im Telekom Konzern ist es zum Beispiel „T-Mobile US“, die sich innerhalb der RE100 dazu verpflichtet haben, bis 2021 100 Prozent der Elektrizität aus erneuerbaren Energieträgern zu beziehen. Die Telekom gibt in ihrem „Corporate Responsibility Bericht 2017“ (der nächste Bericht erscheint Ende März 2019) für Deutschland einen Anteil von 28 Prozent an den erneuerbaren Energien an, was zum damaligen Zeitpunkt dem Strommix in Deutschland entsprach.

 

Zur Einordnung: Verivox schätzt den bundesdeutschen Durchschnitt beim Energiemix auf derzeit 33,1 Prozent Regenerativ (EEG gefördert). Fraunhofer ISE hat beim Nettostromerzeugung aus Kraftwerken zur öffentlichen Stromversorgung einen Anteil von 41,1 Prozent ermittelt.

 

In einzelne Gesellschaften in den Ländern kann die Telekom bereits größere Erfolge verbuchen. Ihr Anteil der erneuerbaren Energien beträgt so zum Beispiel 100 Prozent in Albanien, Griechenland, den Niederlanden und Ungarn, bei unseren Nachbarn in Österreich erreicht T-Mobile Austria 97 Prozent. Im Ranking rangieren T-Mobile Polen, T-Mobile Tschechien und T-Mobile US mit niedrigeren Werten unter Deutschland.

 

Konzernweit hat die Telekom den Anteil der erneuerbaren Energien in ihrem Strommix von 33% in 2016 auf 41% in 2017 und 52% in 2018 steigern können. T-Mobile US kann für 2018 zum ersten Mal Grünstrom aus sogenannten „Purchase Power Agreements“ ausweisen, also Lieferverträgen zwischen einem Anlagenbetreiber für günen Strom und T-Mobile.

 

Das konzernweite Klimaschutz-Ziel der Vodafone Group ist die Reduktion der eigenen CO2-Emissionen um 40 Prozent bis 2025 gegenüber 2017. Der gesamte Energiebedarf soll 2025 zu 100 Prozent aus regenerativen Quellen gespeist werden. Hierfür ist auch Vodafone der RE100 beigetreten. Um dieses Ziel erreichen zu können, muss ein Unternehmen den eigenen Energieverbrauch messen, um Einsparpotenziale ausfindig zu machen. Vodafone Deutschland hat deswegen seit 2016 ein zertifiziertes Energiemanagementsystem nach ISO 5000.

 

Die Telefonica S.A. hat in den RE100 die Absicht erklärt die Hälfte der elektrischen Energie der weltweiten Unternehmungen bis 2025 und 100 Prozent bis 2030 aus erneuerbaren Energieträgern abzudecken.

 

Der Vergleich – kein leichtes Unterfangen

 

Die Möglichkeit zu einer Einordnung bietet der ESG KPI „Energy Intensity“. Er wird rechnerisch (indem der gesamte Energieverbrauch aller Energieträger bestehend aus Treibstoff, Gas, Fernwärme und Strom durch das IP-Datenvolumen unter anderem aus IP-Telefonie, Internet und IP-TV geteilt wird) ermittelt. Bei der Telekom ist dieser Wert rückläufig. Hier muss man allerding berücksichtigen, dass steigende Datenvolumina diesen Wert ebenso beeinflussen, wie ein niedrigerer Energieverbrauch.

 

Die Telekom nennt für Deutschland einen Wert von 110 Kilowattstunden pro Terabyte. In der Realität ist das natürlich nicht der Energiebedarf, um einen Terabyte durch die Netze zu leiten. Es ist eine Leistungskennziffer, in die der Stromverbrauch von den Funkmasten, der Server, aber auch zum Beispiel der Verbrauch des Dienstwagens von Timotheus Höttges einfließt.

 

Bei Vodafone liegt dieser Wert bei 99 kwh pro Terabyte. Der Energieverbrauch der Düsseldorfer lag in Deutschland im Geschäftsjahr 2017/18 bei insgesamt 1.039 Gigawattstunden für Brennstoffe für Mobil, Festnetz und Kabel sowie Büros, Shops und Fuhrparkflotte. Dem stehen transportierte Daten mit einem Volumen von 10,5 Millionen Terabyte über das Mobilfunk-, Fest- und Kabelnetz gegenüber.

 

Die Frage wieviel des Energiebedarfs eigentlich auf den Mobilfunk entfällt, ist für die Mobilfunkbetreiber nicht so leicht zu beantworten. Vodafone kann innerhalb der Core- und Datacenter nicht auf die einzelnen Technologien herunterrechnen, da das Unternehmen mehrere teilweise voneinander abhängige Netze in Deutschland betreibt. Der Anteil des Mobilfunknetzes am Gesamtenergieverbrauch liegt laut Vodafone aber bei etwa 60 Prozent.
 

© E-Plus

Auch bei der Deutschen Telekom liegt der Schwerpunkt des Energieverbrauchs und insbesondere des Stromverbrauchs eindeutig im Betrieb der Telekommunikationsnetze und Datacenter. Nokia Siemens Networks hat einst ermittelt, dass Mobilfunkbetreiber 86 Prozent ihrer Energiekosten alleine für das Mobilfunknetz aufbringen, die Telefonica gibt auf ihrer Webseite an, dass ihre Netzwerktechnik mit knapp 94 % den größten Anteil am Stromverbrauch einnimmt.

 

Um diesen zu senken, unternehmen Telekom und Vodafone in Deutschland unterschiedliche Maßnahmen. Bei Basisstationen von Vodafone werden zum Beispiel die 2600er-Frequenzen in der Zeit von 0 bis 7 Uhr abgeschaltet, um Energie zu sparen. Außerdem wurden an allen 25.000 Mobilfunkstationen der Düsseldorfer in Deutschland ältere GSM- und UMTS-Technologien durch effizientere Generationen ersetzt.

 

Ob auch die Telekom solche Abschaltungen vornimmt, hat man uns nicht beantwortet. Aber auch der Bonner Konzern gibt an, im Bereich der Netze alte Technik durch neue energieeffizientere zu ersetzen. So beispielsweise mit der Umstellung auf IP-Telefonie im Festnetz. Den Datenverkehr bündelt die Telekom in wenigen, besonders effizienten Rechenzentren. Im Mobilfunk soll die Energieeffizienz im Rahmen von sogenannten „Technologie Swaps“ gesteigert werden, also wenn zum Beispiel die 5G-Technologie nachgerüstet wird. Dennoch geht die Telekom davon aus, dass durch die höhere Zahl benötigter Antennenstandorte beim 5G-Ausbau ein Anstieg des Energieverbrauchs im Mobilfunk die Folge sein wird.

 

Der Beitrag von “günen” Funkmasten

 

Einst von E-Plus initiiert wurden in Versmold, Büren-Barkhausen und Waldfeucht autarke Sendemasten aufgestellt, die ihren Energiebedarf durch Photovoltaik-, Windenergie-Anlagen und Brennstoffzellen zum Zwischenspeichern von Energie decken sollten. In Ermangelung einer Antwort von o2, haben wir keine Informationen zum aktuellen Stand dieses Forschungsprojektes zusammen mit der TU Clausthal.

 

Die anderen beiden Mobilfunkbetreiber haben aber bereits mit eigenen Projekten nachgezogen. So befindet sich Photovoltaik für den Mobilfunkbereich bei der Telekom in der Untersuchung. Windkraft geht aus statischen Gründen bei der Telekom nicht. Des Weiteren werden aktuell im Projekt GO100 Brennstoffzellen für eine autarke Energieversorgung der Mobilfunkmasten eingesetzt.

 

Vodafone erprobt aktuell an mehreren Standorten den Einsatz von Solar-Anlagen. Die Düsseldorfer planen einen Rollout auf 1000 Standorte. Dort wird der Strom aber nicht ins Netz einspeisen, sondern ausschließlich zur Versorgung der jeweiligen Basisstation eingesetzt. Laut Vodafone ist ein autarker Betrieb von Stationen, also ohne Netzanschluss, technologisch nicht möglich.

 

Energieersparnis durch IoT?

 

Vodafone nannte uns gegenüber außerdem auch „Narrowband IoT“, das Einsparpotenziale hebe, und so einen Beitrag zum Klimaschutz leiste. Durch ihre IoT Lösungen hilft Vodafone seinen Kunden ihren Energieverbrauch effizienter zu gestalten und ihre CO2 Emissionen zu reduzieren. So gibt der Mobilfunkbetreiber an, dass er im Jahr 2018 seinen Kunden dabei geholfen hat, weltweit 5,3 Mio- Tonnen CO2 einzusparen. In Deutschland hat Vodafone als erster Netzbetreiber 2018 die Infrastruktur für ein solches Maschinennetz (Narrowband IoT) aufgebaut.

 

Das Internet der Dinge bringt in Zukunft jeden noch so kleinen Gegenstand ins Internet. Und im Kleinen beginnt das Sparen – bei jedem, der sich dem Klimawandel und dessen Folgen bewusst ist. Dazu gehört auch, dass Konzernzentralen und andere Standorte modernisiert werden. Home Office und moderne Konferenz-Technologien reduzieren Fahrten zur Arbeit und Dienstreisen.

 

Ist die Reise unumgänglich, dann kann die Vorgabe, Geschäftsreisen vorzugsweise per CO2neutraler Bahnfahrten zu tätigen, für mehr Umweltschutz sorgen. Vodafone spart so jährlich über 1.500 Tonnen CO2 ein. Die Düsseldorfer beschäftigen ein eigenes Umweltteam, das im Arbeitsalltag für einen sparsamen Umgang mit allen materiellen Ressourcen, beispielsweise durch den Verzicht auf Briefe aus Papier. Dank eines Bike-Leasings für Mitarbeiter sind seit der Einführung 1,8 Mio Kilometer mit geleasten Fahrrädern gefahren und dadurch 350 Tonnen CO2 eingespart worden.

 

Klimaschutz trotz Mobilfunk

 

Der moderne Mobilfunk ist Rückgrat unserer Gesellschaft und aus unserem Alltag nicht mehr wegzudenken. Die permanente Anbindung an das Internet, ist bei aller berechtigten Kritik, die wichtigste Informationsquelle. Diesen Komfort wollen wir überall haben. Deswegen brauchen wir mehr Antennen. Wir wollen Funklöcher schließen, keine Region abhängen, alle sollen online sein können. Mit 5G wird unsere Anbindung noch viel schneller und es wird völlig neue Dienste ermöglichen, die weitere Aufgaben in unserem Leben übernehmen.

 

Doch diese Technologie benötigt Strom. Und bei allen Bemühungen zur Steigerung der Effizienz, wird der Energiebedarf mit dem Ausbau der Netze und größeren Datenvolumina steigen. Während das stationäre und das mobile Internet die Welt vernetzen, so die Möglichkeit bieten, CO2 einzusparen, darf der steigende Energiebedarf der Technik nicht unter den Tisch fallen. Wer sich bisher Gedanken darüber gemacht hat, wie ein Mobilfunkvertrag einen gesellschaftlichen Beitrag leisten kann, landete bei goood. Der Provider führt 10 Prozent seiner Einnahmen aus den den Handytarifen als Spenden an gemeinnützige Organisationen ab.

 

Nun kommt mit WEtell ein weiterer Provider hinzu, der hohe Ansprüche an sich selber stellt. Um diese erfüllen zu können, versuchen die Gründer gerade per Crowdfunding Kunden auf sich aufmerksam zu machen. Dem Startup ist es schon jetzt mit der Kampagne gelungen, Aufmerksamkeit auf dieses Thema zu lenken, und so vielleicht sogar die Mobilfunkbetreiber ein wenig vor sich her zu treiben.

 

Jérôme Lefèvre / Redaktion handytarife.de

Nützliche weiterführende Informationen:

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