3 Prozent aller Autofahrer mit Handy am Ohr

Das ergab eine bundesweite Erhebung der Sachverständigenorganisation Dekra. Bei der Verkehrsbeobachtung wurden insgesamt mehr als 10.000 Pkw-Fahrer erfasst. Ablenken lassen sich Menschen im Auto übrigens auch von der Bedienung von Radio oder Navigationssystem, bis hin zum Rasieren oder Schminken am Steuer.

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21.06.2014, 16:02 Uhr

"Der Anteil von 3 Prozent der Fahrer in unserer Erhebung waren dabei nicht diejenigen, die überhaupt während der Fahrt telefonierten, sondern diejenigen, die zum Zeitpunkt der Beobachtung - entgegen dem Verbot - ohne Freisprecheinrichtung telefonierten", so Gerd Neumann von der Dekra.
"Telefonieren ohne Freisprecheinrichtung ist sehr gefährlich, ebenso wie das Schreiben von Textnachrichten oder ähnlichem während der Fahrt. Beides ist aus gutem Grund verboten und wird mit einem Punkt in Flensburg und 60 Euro Geldbuße bestraft", so Neumann. "Eine vermeintlich nur kurze Ablenkung kann fatale Folgen haben. Wer bei Tempo 50 den Blick nur für zwei Sekunden von der Straße abwendet, fährt fast 28 Meter im Blindflug. Das kann verheerende Unfälle auslösen."
Meist in Städten
Ob das Handy benutzt wird, hängt auch davon ab, ob jemand innerorts, auf Landstraßen oder außerorts unterwegs ist - und davon, wie die Straßensituation aussieht. Auf Landstraßen an Knotenpunkten wie Kreuzungen oder Einmündungen telefoniert jeder 50. Pkw-Fahrer (2,0 Prozent), innerorts auf gerader Strecke liegt der Wert fast doppelt so hoch (3,7 Prozent).
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Die höchste Handy-Quote wurde in der Kleinwagenklasse mit 3,8 Prozent festgestellt, während sie in der Luxus- und Oberklasse nur bei 1,6 Prozent lag. Die Erhebungsteams beobachteten, dass Autofahrer, die ohne Freisprecheinrichtung telefonieren, auf mehrspurigen Richtungsfahrbahnen eher rechts fuhren und sichtbar mehr Abstand zum vorausfahrenden Fahrzeug hielten. "Aus dieser Beobachtung folgern wir, dass die Menschen offenbar sehr genau wissen, wie gefährlich ihr Verhalten ist, und schon vorsorglich versuchen, es zu entschärfen", sagt Neumann. "Dennoch bleibt das Risiko natürlich extrem hoch."
Schon beim Telefonieren mit Freisprecheinrichtung - das zeigen Studien - sind Autofahrer vom Verkehr abgelenkt und haben eine längere Reaktionszeit. Das Telefon in der Hand erhöht das Unfallrisiko weiter, weil die Hände nicht frei sind und das die Reaktion auf unvorhergesehene Situationen zusätzlich behindert. Auch das Schreiben von Nachrichten birgt große Gefahren, mit modernen Smartphones noch mehr als zuvor.