5G: Branchen-Experten rudern zurück

Das große Branchentreffen beim Mobile World Congress in Barcelona ist gerade 7 Wochen her. Dort wurde noch stark auf das Thema 5G als Nachfolger des LTE-Netzes gesetzt. Nun relativieren Netzwerkausrüster und Provider der Erwartungshaltung in die neue Mobilfunk-Generation.

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19.04.2018, 09:09 Uhr

Der neue Mobilfunk-Standard 5G war in Barcelona in aller Munde und wurde als revolutionäre Grundlage für disruptive Technologien wie autonomen Fahrzeugen und Gesundheits-Anwendungen, die Echtzeit-Kommunikation bedürfen, gefeiert. Doch nach Ansicht von Freenet-CEO Christoph Vilanek wird 5G auf absehbare Zeit keinerlei Bedeutung für Endkunden haben. offenbarte Vilanek im Gespräch mit dem Wirtschaftsmagazin 'Capital' (Ausgabe 5/2018, ab 19. April am Kiosk).

Auch Eric Xu, der zurzeit den rotierenden Vorsitz im Vorstand von Huawei innehat, stieß beim Analysten-Gipfel des Netzwerkausrüsters in dasselbe Horn und dämpft die Erwartungen in die neue Infrastruktur: Es handle sich um „eine natürliche Evolution der Technologie von 2G zu 3G zu 4G und nun zu 5G“.

Lediglich die Geschwindigkeit wird sich verändern

„Es gibt keine anderen materiellen Unterschiede zwischen den beiden Technologien, die der Konsumente erleben kann“ sagte Xu. Christoph Vilanek warnt zudem vor sehr hohen Kosten für den Ausbau von der fünften Mobilfunk-Generation. So schätze die Deutsche Telekom die Kosten für einen flächendeckenden Ausbau in Europa auf 300 bis 500 Milliarden Euro. Vilanek zweifelt deswegen an der Refinanzierbarkeit dieser Investitionen.

In solchen Statements könnte aber auch eine Spur Berechnung liegen. Denn die Versteigerung der Frequenzen für 5G durch die Bundesnetzagentur steht an. Die Mobilfunknetzbetreiber haben die Befürchtung, dass die staatlich organisierte Auktion mit den hohen Erwartungen in die neue Technologie zu hohen Preisen führt. Das träfe dann auch Freenet, die für den Zugang zum Netz für zum Beispiel die Marken Mobilcom-Debitel und Klarmobil tiefer in die Tasche greifen müssten.