5G Mobilfunk-Standard soll ca. 2020 starten

Die Geschichte der Mobilfunkstandards ibesteht aus Abkürzungen: GPRS, GSM, UMTS, LTE, um nur die bisherigen Grundstandards zu nennen. Dazu kommen Ausbaustufen wie EDGE, HSDPA oder LTE advanced. Seit 2013 sind in Deutschland die ersten Geräte der vierten Generation auf dem Markt: Long Term Evolution oder kurz: LTE.

Tarifvergleich© Jacob Lund / Fotolia.com
23.05.2014, 13:11 Uhr

Die Nachfrage nach schnellen mobilen Datendiensten steigt derzeit schnell. So hat sich die Zahl der regelmäßigen Nutzer von UMTS und LTE hierzulande um rund 10 Prozent erhöht: von rund 33,6 Millionen zum Jahresende 2012 auf fast 37 Millionen Ende 2013. Forscher und Entwickler arbeiten jedoch bereits am Nachfolgestandard, der fünften Generation (5G). Um das Jahr 2020 soll man 5G nutzen können.
HD Film-Download in 3 Sekunden per Handy
Die Anforderungen an 5G sind hoch: Über 10 Gigabit pro Sekunde (Gbit/s) sollen übertragen werden können. Standard sollen rund 100 Mbit/s werden. Derzeit gelten Übertragungsraten von 50 Mbit/s selbst im Festnetz als sehr schnell. Zum Vergleich: Die Datei eines anderthalbstündigen Spielfilms in Standardqualität ist abhängig vom Kompressionsverfahren rund 1,5 Gigabyte (GB) groß. In HD-Qualität verdoppelt sich in der Regel die Datenmenge. Ein hochauflösender Film von 3 GB könnte über einen 5G-Anschluss in weniger als drei Sekunden heruntergeladen werden.
Diese hohen Durchsätze werden auch gebraucht. Der mobile Datenverkehr wird in den kommenden Jahren auf ein Vielfaches im Vergleich zu heute steigen. Je nach Schätzung weltweit werden 50 bis 100 Milliarden Geräte über das Mobilkommunikationsnetz angebunden werden: Smartphones, Tablet Computer, Wearables, Autos, Elektrogeräte etc.
Wohin führt das alles?
Für konkrete Aussagen über technische Details ist es noch zu früh. Die notwendige Standardisierung hat gerade erst begonnen. So ist zum Beispiel noch unklar, auf welchen Frequenzen 5G funken wird. Derzeit werden in Deutschland im Mobilfunk Bänder zwischen 700 Mhz und 2,5 Ghz genutzt. Frequenzbänder im niedrigen Bereich haben eine große Reichweite und dringen gut durch Fassaden und Wände, allerdings ist der maximal mögliche Datendurchsatz gering. Funkzellen mit hohen Frequenzen haben eine begrenzte Reichweite: Die Funkwellen durchdringen Fassaden und Wände schwieriger, aber es sind sehr hohe Übertragungsraten möglich.
Fazit - Bleibt die Frage: Höher, schneller weiter - wer braucht's und wo führt's hin?
Kennen Sie jemanden, der sich HD-Filme auf dem Handy anschaut? Aha. Und kennen Sie jemanden, der ein LTE-Handy samt LTE-Tarif hat? Sehen Sie - das wird alles also noch ein bisschen dauern. Klar: Bandbreite ist wichtig bei starkem Daten-Wachstum, und wer weiß, welche Hardware und welche Anwendungen uns in 10 Jahren beglücken werden. Aber bis dahin werden noch einige MB durch "langsame" LTE- und UMTS-Netze fließen...