83 Millionen Alt-Handys in deutschen Schubladen

Die deutschen Verbraucher horten immer mehr Handys zu Hause. In den heimischen Schubladen, in Kellern und auf Speichern liegen derzeit rund 83 Millionen alte und ungenutzte Mobiltelefone. Statistisch gesehen hat somit jeder Bundesbürger ein ungenutztes Handy zuhause. Im vergangenen Jahr waren es erst 72 Millionen.

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05.01.2012, 12:00 Uhr

Das hat der Bitkom auf Basis einer aktuellen repräsentativen Umfrage hochgerechnet. "Viele Verbraucher heben ihre alten Mobiltelefone verständlicherweise zunächst einmal auf, bevor sie zurückgegeben werden", sagt Bitkom-Vizepräsident Volker Smid. Laut Umfrage tut dies jeder dritte Befragte (30 Prozent). Allerdings können Althandys anderswo sinnvoll eingesetzt werden. Außerdem enthalten die Geräte zahlreiche wertvolle Rohstoffe, die in die Wertstoffkreisläufe zurückgeführt werden können.
 Daten sichern, Privates löschen, dann verkaufen oder recyclen - was mache ich mit meinem alten Handy?
Rund 80 Prozent der verwendeten Materialien in einem Mobiltelefon können wiederverwertet werden. Darunter sind auch wertvolle Metalle wie Gold, Silber und Kupfer sowie seltene Erden. "Zwar sind die Rohstoff-Mengen in jedem einzelnen Handy gering, in Summe kann daraus ein erheblicher Beitrag zum schonenden Umgang mit knappen Ressourcen werden", so Smid.
Der Umfrage zufolge haben insgesamt zwei Drittel (66 Prozent) der Verbraucher in Deutschland ein oder mehrere Mobiltelefone zu Hause, die sie nicht benutzen. 18 Prozent der Befragten besitzen sogar zwei ungenutzte Handys oder Smartphones, 9 Prozent haben drei Alt-Handys, 4 Prozent sogar vier oder mehr ungenutzte Mobiltelefone.
Jeder Vierte (23 Prozent) verschenkt sein Handy irgendwann, jeder Zwölfte (8 Prozent) spendet es. Althandys dürfen nicht in den Hausmüll geworfen werden. Das ist laut Elektrogesetz verboten und kann Bußgeld kosten, wird jedoch von 2 Prozent der Befragten getan.