Anonyme Handy-Telefonate durch Tauschbörse

Der Arbeitskreis Vorratsdatenspeicherung bietet eine Tauschbörse für Handy Prepaidkarten an. Ziel ist die Umgehung der Registrierungspflicht für Handykarten, die der Arbeitskreis für verfassungswidrig hält.

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10.01.2008, 17:56 Uhr

Dieses Gesetz ist Anfang Januar in Kraft getreten. Telekommunikations-Anbieter sind dadurch verpflichtet, die Daten ihrer Kunden über Kontakte, die per Telefon, Handy oder E-Mail stattgefunden haben, aufzuzeichnen.
Handykarten tauschen und anonym telefonieren
Um an der Tauschbörse teilzunehmen, sendet man eine mit mindestens 10 Euro aufgeladene, freigeschaltete Prepaid-Handykarte zusammen mit ihrer PIN und einem frankierten Rückumschlag an den Arbeitskreis. Nach wenigen Tagen erhält man eine andere, ebenfalls mit 10 Euro aufgeladene Handykarte mitsamt Rufnummer und PIN zurück gesandt. Mit dieser kann man nun telefonieren, ohne dass die eigenen Personalien bei dem Anbieter gespeichert sind. Auch der Arbeitskreis protokolliert keinerlei Daten der Tauschpartner.
Der Arbeitskreis Vorratsdatenspeicherung betont, dass der Tausch von Handykarten vollkommen legal ist. "Jeder hat ein Recht auf anonyme Kommunikation", begründet Patrick Breyer vom Arbeitskreis Vorratsdatenspeicherung das neue Angebot. Die Tauschbörse soll Handy-Nutzern die Möglichkeit bieten, anonym zu telefonieren, etwa um unbesorgt vertrauliche Beratung in Anspruch nehmen (z.B. Aidsberatung, Eheberatung), Journalisten informieren, sich staatskritisch engagieren oder sonst unbesorgt telefonieren zu können.
Missbrauch möglich
Die zum Tausch eingesandte Karte wird an eine beliebige andere Person weiter versandt. Es ist also nicht auszuschließen, dass mit dieser Karte Missbrauch getrieben wird. Dies kann im Extremfall dazu führen, dass der Einsender zu Unrecht in den Verdacht einer Straftat gerät. Man sollte also genau abwägen, ob einem das persönliche Bedürfnis nach Anonymität dieses Risiko wert ist.