Apple zeigt 6 Neuheiten beim WWDC 2017

Tim Cook hat in Kalifornien bei der Entwicklerkonferenz von Apple sechs Neuheiten präsentiert, die bis spätestens Ende des Jahres auf den Markt kommen werden. Das neue iPhone war allerdings nicht dabei. Die Redaktion von handytarife.de hat die wichtigsten Aspekte der neuen Produkte für Sie zusammengefasst.

Apple© Apple
05.06.2017, 23:46 Uhr

Der Apple CEO Tim Cook begann die Keynote der WWDC 2017 mit der Begrüßung der anwesenden Entwickler, die in den kommenden Tagen an Vorträgen und Workshops teilnehmen werden, um Programme und Apps für die Apple-Produkte zu entwickeln, um so am Erfolg des Tech-Giganten aus Cupertino zu partizipieren. Der jüngste anwesende Programmierer am Dienstagabend ist 10 Jahre alt und begann mit 6 Jahren Apps zu erstellen. Heute hat er fünf im App-Store und ist einer von 16 Millionen angemeldeten Entwicklern.

Die erste Neuerung betrifft Apple TV. Hier wird es Nutzern in Kürze möglich sein, Amazon Prime Videos zu streamen. Die zweite Ankündigung betrifft das Betriebssystem der Apple Watch. WatchOS bekommt neue Ziffernblätter: Siri wird mithilfe von künstlicher Intelligenz integriert, sodass bei jedem Blick auf den Bildschirm der Smartwatch die Informationen angezeigt werden, die der Nutzer in dieser Situation am wahrscheinlichsten braucht. Außerdem gibt es nun neben Mickey Maus und Donald Duck auch Animationen der Toy Story auf der Uhr. Die eHealth-Funktionen werden um aufmunternde Nachrichten auf der Smartwatch bei Erreichung definierter Ziele erweitert. Weitere Trainings werden nun erkannt und können ausgewählt werden und die Uhr wird bald auch mit Sportgeräten im Fitnessstudio gekoppelt werden können. Beim Sport lässt sich mit watchOS 4 Musik intuitiver steuern. Das Update kommt im Herbst.

Die 3. Neuerung betrifft Mac-PC's

Für die Mac-Computer und Laptops kommt als nächstes Betriebssystem macOS „High Sierra“. Damit wird unter anderem der Browser „Safari“ das nützliche Feature „Autoplay blocking“ erhalten, sodass Videos auf einer Webseite nicht mehr automatisch starten. Die „Intelligent tracking prevention“ soll unterbinden, dass man durch Werbung im World-Wide-Web verfolgt wird. Virtual Reality spielt mit dem Update ab Herbst auch im Hause Apple eine größere Rolle. Die Hardware wird dafür runderneuert. Es gibt neue Bildschirme, Intel „Kaby Lake“ Prozessoren, mehr Arbeitsspeicher, neue Festplatten und bessere Grafikkarten. Auch die MacBooks bekommen die neuen Intel Prozessoren der siebten Generation. Außerdem kommt für den Profi-Einsatz ein "iMac Pro" mit eine Intel Xeon Prozessor mit bis zu 12 Kernen. Er ist an seinem Gehäuse in „space-grey“ zu erkennen und kostet ab 4999 Dollar.

Das iPhone und iPad Betriebssystem iOS 11 wurde für den Herbst angekündigt und wird wahrscheinlich mit dem iPhone 8 veröffentlicht. Dann werden Apps und Sticker im Messenger besser zu erreichen sein. Die Nachrichten werden über die iCloud geräteübergreifend synchronisiert. Durch die Sicherung in der Cloud soll auf den Smartphones und Tablets weniger Speicher belegt sein. Über iMessages lassen sich per Apple Pay dann auch Zahlungen von Person zu Person durchführen. Das kontaktlose Mobile Payment von Apple soll bis Ende des Jahres bei 50 Prozent der amerikanischen Einzelhändler verfügbar sein. Siri bekommt eine natürlichere Stimme und eine Übersetzungs-Funktion für zunächst Englisch, Chinesisch, Französisch, Italienisch, Spanisch und Deutsch. Eine neue Komprimierung für Fotos sorgt für nur noch halb so große Bild-Dateien im Vergleich zum JPEG-Format. Und der H.265-Codec für Videos, komprimiert Videos um 40 Prozent mehr als der Vorgänger. Mithilfe künstlicher Intelligenz können Inhalte in Fotos zuverlässiger erkannt werden – zum Beispiel Gesichter oder Barcodes.

iOS 11 wird ein großes Update

Das Kontroll-Zentrum, das aufgerufen wird, wenn man von unten nach oben wischt, erhält mehr Funktionen sowie die Unterstützung von 3D-Touch, sodass durch verschieden starkes Drücken des Touchscreens weitere Features eingeblendet werden. Live-Fotos bekommen neue Filter und Bearbeitungs-Funktionen. Das Blockieren von Werbung im Safari-Browser ist die eine Seite der Medaille. Die andere ist die neue Funktion von Siri ist, dass sie Interessen des Nutzers erkennt, und ihm darauf basierend Vorschläge macht. In Zukunft vielleicht sogar Werbung? Ein Schelm, wer Böses dabei denkt.


Apple Karten bekommt nun auch Ansagen zur Wahl der richtigen Spur. Das Thema Auto spielte noch eine weitere Rolle bei der Entwickler-Konferenz. Mit iOS 11 kommt „Do not disturb while driving“, also eine Funktion, um nicht beim Fahren gestört zu werden, wenn das Fahrzeug nicht Apple CarPlay unterstützt. Das iPhone erkennt, wenn es in einem Auto ist. Dann bleibt der Bildschirm schwarz und es muss explizit bestätigt werden, dass man nicht der Fahrer ist, um das Handy nutzen zu können. Absender von Nachrichten per iMessage bekommen eine automatisierte Antwort, auf die sie Antworten können, dass es sich um eine dringende Nachricht handelt, damit die Benachrichtigung während der Fahrt angezeigt wird.

Der App Store erhält ein neues Design – nach 9 Jahren, 180 Milliarden Downloads und 70 Milliarden Dollar Auszahlung von Umsätzen an Entwickler. Es wird einen „Today Tab“ geben, wo neue Apps vorgestellt, kuratierte App-Listen angezeigt und „How To’s“ als Anleitung zur Verfügung gestellt werden. Eine überzeugende visuelle Vorstellung lieferte die Präsentation des AR-Kits zur Entwicklung von Augmentes Reality Anwendungen.

Die fünfte Neuheit ist die neue Generation des iPad Pro. Die kleinere Version wächst von 9,7 auf 10,5 Zoll. Die größere Ausführung bleibt bei einem 12,9 Zoll Touchscreen. Beide Bildschirme leuchten heller, bekommen mit "HDR Video" eine bessere Darstellung von Filmen und das Scrollen soll mit 120 Hertz noch flüssiger laufen. Der A10X Fusion Prozessor hat sechs Kerne – das soll der Performance eines Intel i7 Prozessors entsprechen. Die Kamera auf der Rückseite ist die aus dem iPhone 7. Der Speicher wächst auf 64 Gigabyte. Die Preise beginnen bei 649 beziehungsweise 799 Dollar. Die Funktionen von iOS 11 auf der Pro-Familie rücken die Tablets näher an einen vollwertigen Laptop mit professionellen Anwendungen.

Siri kommt ins Wohnzimmer

Zu guter letzt widmet sich Apple dem Thema Lautprecher. Damit ist aber nicht der neue Standard "Apple Air Play 2" gemeint, um noch mehr Boxen im Smart Home zu integrieren. Apple bringt mit dem „HomePod“ seinen eigenen Konkurrenten für Amazon Echo und Google Home. Der HomePod ist rund 18 Zentimeter hoch und rundherum mit Mesh-Stoff überzogen. Im unteren Teil sind sieben Hochtöner verbaut. Darüber sitzt ein Woofer mit etwa 10 Zentimeter Durchmesser. Verbaut ist der A8 Prozessor, der zuerst im iPhone 6 verbaut wurde. Er bringt die Rechenleistung für Siri und einen angeblich besonders guten Raumklang auf den Lautsprecher, um Amazon und Google bei den Sprach-Assistenten für Zuhause Konkurrenz zu machen. Die Audio-Qualität soll neue Maßstäbe setzen. Doch das führt auch zu einem deutlich höheren Preis. 349 Dollar werden ab Dezember dafür zunächst in den USA, im Vereinigten Königreich und Australien aufgerufen. Amazon verlangt 179,99 Euro für Alexa im zylindrischen Gehäuse. Googles Assistent wird in den nächsten Wochen in Deutschland für voraussichtlich rund 130 Euro erwartet.