Ausblick: Handy-Nutzer auch 2015 Ziel von Kriminellen

Der private Mobilfunk ist in diesem Jahr 25 Jahre alt geworden und damals war es unvorstellbar, dass die Nutzung von Mobilgeräten und insbesondere Smartphones eines Tages erhebliche Risiken für die Nutzer darstellt. Neben gesundheitlichen Risiken, wie Nacken- und Rücken-Schmerzen, sind es vor allem aber Datensicherheitsrisiken.

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18.12.2014, 14:31 Uhr

Security-Spezialist Sophos gibt einen Ausblick, was diesbezüglich 2015 auf Smartphone-Nutzer zukommt.
Verbreitung von Android-Malware steigt weiter
In den letzten zwei Jahrzehnten war Microsoft Windows die Zielplattform der Wahl, was die Aktivitäten der Cyberkriminellen anging. Die große Verbreitung und einfache Möglichkeiten beliebige Software zu installieren – im starken Kontrast zu Apples iOS – hat besonders Windows XP immer wieder in die Negativschlagzeilen gerückt. Mit Windows 7, 8 und der in 2015 kommenden Version 10 hat Microsoft allerdings deutlich nachgerüstet und nutzbare Sicherheitslücken werden in der Regel nur noch von Spezialisten entdeckt, was es weniger attraktiv für Angriffe macht. Android läuft nun mit der explosionsartigen Verteilung auf Smartphones und Tablets langsam Windows den Rang ab und wir sahen schon in 2014 eine große prozentuale Steigerung von neuer Malware gegenüber Windows. Dieser Trend wird sich 2015 fortsetzen.
Ausnutzung von Sicherheitslücken mit einfachen Mitteln
Smartphones haben eine Reihe von weiteren „Vorteilen“, wenn es um das Ausnutzen von Lücken und „Datenbeschaffung“ geht: Sie sind (fast) immer an, (fast) immer mit dem Internet verbunden, haben eine hohe Datendichte (E-Mail, Dokumente, Internetkonten, assoziierte Kreditkarten…), sind hinsichtlich der Firmware oft veraltet und haben leider sehr häufig keinerlei Sicherheitssoftware installiert. Hacker-Himmel. Da in der Regel die meisten Menschen den Weg des geringsten Wiederstands gehen, Cyberkriminelle eingeschlossen, werden auch einfachere „Angriffe“, ohne gravierend auf Technik zu setzen, wieder in Mode kommen: Social Engineering – Hacking auf zwischenmenschlicher Ebene. Zielgruppen dafür sind demnach nicht die digital-natives, die dreiviertel ihres wachen Lebens online verbringen.
Shellshock und Heartbleed erst der Anfang
Für die eher technikverliebten Hacker wird 2015 sicher noch weitere Überraschungen in der Größenordnung von Shellshock und Heartbleed in der Schublade haben. Was 15 Jahre unentdeckt geblieben ist, hat sicherlich noch ein paar Brüder und Schwestern. Außerdem kommen mobile Zahlsysteme (zum Beispiel Apple Pay) den Hackern entgegen und werden über die nächsten zwei bis drei Jahre klassischen Kreditkarten- und Scheckbetrug ergänzen.