Bei Tempo 300 ins Internet

Wer häufiger im ICE unterwegs ist und dabei im Internet surft, weiß die Versorgung mit WLAN zu schätzen. Mails bearbeiten oder sich über das aktuelle Weltgeschehen informieren ist mittlerweile auch bei 300 km/h möglich. Die Telekom erklärt einmal im Detail, wie das eigentlich funktioniert.

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04.02.2015, 12:09 Uhr

Und wir dürfen diese Erläuterungen aus dem Telekom-Blog mit freundlicher Genehmigung des Bonner Mobilfunk-Anbieters hier für Euch bereitstellen.
WLAN im Zug – wie geht das überhaupt?
Für die Deutsche Bahn, deren HotSpots die Telekom realisiert, ist die Versorgung mit WLAN ein bedeutender Servicefaktor geworden. Kürzlich hat die Bahn die kostenlose WLAN-Versorgung in der 1. Klasse der ICEs eingeführt. Die Bahn stattet alle ICE-Züge mit Hotspots aus. Seit Mitte vorigen Jahres ist das 5.200 Kilometer lange ICE-Kernnetz, auf dem 98 Prozent aller ICE-Passagiere befördert werden, für den Internetempfang ausgerüstet. Diese Strecken sind zu einem großen Teil mit dem neuesten Mobilfunkstandard LTE versorgt. In der Nähe von Bahnhöfen und entlang der Zugtrassen in Ballungsräumen funktioniert die Versorgung oft über UMTS. Der Großteil der rund 260 ICEs ist zu rollenden Hotspots umgerüstet worden.
  Wozu braucht man einen mobilen WLAN-Hotspot?
Doch wie kommt das Internet eigentlich bei Tempo 200 und mehr in den ICE? Dahinter steckt eine aufwendige Technik, die die nachfolgende Infografik einmal näher erklärt.
 


Die in den ICEs eingesetzten Hotspots funktionieren folgendermaßen: In einem Wagen jedes ICE-Zuges gibt es einen Server mit Modems, die die Mobilfunksignale an zwei Multibandantennen auf dem Dach weiterleiten. Jeder Zug hat eine feste IP-Adresse. Durch den gesamten Zug sind Netzwerkkabel verlegt. In jeden Wagen des Zuges sind zwei WLAN-Zugangspunkte in die Decke integriert. Der Server entscheidet dann aufgrund des unterwegs empfangenen Signals fortlaufend, welches Mobilfunknetz aktuell den höchsten Signalpegel hat, ob er also 3G oder LTE für die Datenübertragung nutzt. Und damit dieses Signal den Zug auch bei Geschwindigkeiten bis 300 km/h konstant erreicht, ist eine reibungslose Übergabe zwischen den Mobilfunkzellen nötig. Da die Mobilfunkzellen im LTE-Standard eine größere Reichweite haben als die im 3G-Standard, sind hier weniger Übergaben erforderlich.
Schließlich wären da noch die Eisenbahntunnel, die nicht einfach über das Netz der Mobilfunkstationen versorgt werden können, weil die Dämpfung des Erdreichs zu hoch ist (sehr kurze Tunnel ausgenommen). Hier werden so genannte Tunnelfunkanlagen eingesetzt. Sie bestehen aus einer Antenne außerhalb des Tunnels, die für die Anbindung an das Mobilfunknetz sorgt, und aus einem Schlitzkabel, das durch den Tunnel verläuft. Bei langen Tunneln muss das Signal im Schlitzkabel verstärkt werden. In kürzeren Tunneln bis etwa zwei Kilometer Länge lässt sich das Mobilfunksignal verteilen.
Um ICE-Reisenden das Surfen im Netz zu ermöglichen, müssen Bahn und Telekom also eine Menge Aufwand betreiben.