Beruhigendes Studienergebnis: Handys erhöhen nicht das Krebsrisiko

Britische Wissenschaftler finden in einer breit angelegten Studie keinen Zusammenhang zwischen Handynutzung und der Erhöhung des Krebsrisikos. Als bisher größte Teilstudie zum Thema "Gefahr von Gehirntumoren durch Mobilfunk" konnte die Erhebung keinen Beweis für einen Zusammenhang zwischen der Nutzung von Mobiltelefonen und dem Auftreten der häufigsten Hirntumorart, den Gliomen, finden.  

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24.01.2006, 15:10 Uhr

Die britischen Wissenschaftler befragten zwischen Dezember 2000 und Februar 2004 966 Patienten, bei denen ein Hirntumor aus der Gruppe der Gliome diagnostiziert worden war, nach ihrem Telefonierverhalten. Diese Daten verglichen sie mit den Angaben von 1.716 gesunden Kontrollpersonen. Das Ergebnis: Telefonieren mit dem Handy erhöht nicht das Risiko, an einem Hirntumor zu erkranken. Auch ein verstärkter, langjähriger Einsatz der Mobiltelefone führt nicht zu einem Anstieg des Risikos.
Wie bereits in anderen Studien ermittelten die Forscher, dass sich für die Kopfseite ein höheres Risiko ergibt, auf der nach Angaben der Patienten üblicherweise telefoniert wurde. Da sich aber für die gegenüberliegende Seite ein verringertes Risiko gleicher Größe zeigt, schließen die Autoren der Studie, dass es sich um eine Fehleinschätzung der Patienten handelt. Patienten mit Hirntumoren, die den Tumorort kennen und nach ihrer Handynutzung befragt werden, können die Ursache für die Erkrankung auf den Handygebrauch zurückführen, was zu einer systematischen Überschätzung des Risikos für die gleiche Seite und einer systematischen Unterschätzung des Risikos für die Gegenseite führt.
Die Interphone-Studie wurde im Oktober 2000 gestartet und ist die weltweit größte Studie, die den Zusammenhang zwischen Handynutzung und dem Risiko von Hirntumorerkrankungen erforscht. Eine abschließende Bewertung wird mit der Veröffentlichung der internationalen Auswertung möglich sein, damit wird im Laufe des Jahres gerechnet.
Darüber hinaus haben die deutschen Mobilfunknetzbetreiber gemeinsam mit der Bundesregierung das Deutsche Mobilfunk-Forschungsprogramm ins Leben gerufen, mit dem Ziel, die Erkenntnisse über biologische Wirkungen und Mechanismen elektromagnetischer Felder zu vertiefen und vorhandene Wissenslücken zu schließen. Bis voraussichtlich 2006 werden dazu insgesamt mehr als 50 Forschungsprojekte durchgeführt.
Diese Mitteilung stammt vom Informationszentrum Mobilfunk. Dieses ist Ansprechpartner für Bürger, Medien sowie öffentliche und private Einrichtungen zum Thema mobile Kommunikation. Es ist ein eingetragener, gemeinnütziger Verein, der von den Mobilfunknetzbetreibern gegründet wurde.