BITKOM kritisiert EU-Preisgrenzen bei SMS

Der Hightech-Verband BITKOM hat die von der EU geplanten Preisgrenzen für den SMS-Versand im Ausland scharf kritisiert. Über den Gesetzentwurf soll morgen im EU-Parlament abgestimmt werden. Anschließend muss noch der EU-Ministerrat zustimmen. Vorgesehen ist ein Preislimit von 13 Cent je SMS inklusive Mehrwertsteuer.

Handytarife im Vergleich© blackzheep / Fotolia.com
21.04.2009, 09:52 Uhr

„Das ist weniger als der typische Preis im Inland von 19 Cent“, gibt BITKOM-Präsident Prof. Dr. August-Wilhelm Scheer zu bedenken. Die Nutzung eines Fremdnetzes im Ausland könne aber logischerweise nicht billiger sein als der gleiche Service im Inland. „Offenkundig will die EU testen, wie weit sie die Unternehmen belasten kann. Damit werden den Unternehmen Mittel entzogen, die anschließend für Investitionen in Netzausbau und -qualität fehlen“, so Scheer weiter.
Billiger mit dem Handy im Ausland unterwegs
Der BITKOM kritisiert auch den EU-Vorstoß, die bereits beschlossenen Preisobergrenzen für Handy-Gespräche im Ausland weiter zu senken. Über diese Pläne wird ebenfalls im Europäischen Parlament abgestimmt. „Den 2007 gefundenen Konsens zu Handytarifen sollte die EU nicht einfach aufkündigen“, so Scheer. Derzeit dürfen abgehende Gespräche im Ausland bis zu 55 Cent inklusive Steuern kosten, ankommende Telefonate maximal 26 Cent. Bereits fest vorgesehen ist eine weitere Senkung auf 51 und 23 Cent im August 2009. „Damit ist ein Höchstmaß an Eingriffen bereits erreicht“, kritisierte der BITKOM-Präsident.
Günstige Auslandstarife
Die Verbraucher hingegen dürften sich freuen: Während sich bei den Handytarifen im Inland die Preis-Abwärtsspirale beginnt deutlich langsamer zu drehen, müssen Kunden beim International Roaming (Telefonieren mit dem Handy im Ausland) in den nächsten Jahren weniger bezahlen.
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