Bochums BlackBerry Bold 9700

Rund ein Jahr nach der Eröffnung des Forschungszentrums von Research in Motion (RIM) in Bochum konnten die ansässigen Entwickler nun ihr erstes Serienprodukt präsentieren. BlackBerry Bold 9700 heißt das neue Oberhaupt der Bold-Familie, welches sich vor allem kompakter als sein Vorgänger erweist und über ein Trackpad verfügt.

Chatten© nenetus / Fotolia.com
23.10.2009, 09:31 Uhr

Zur Weltpremiere des Smartphones reisten ausgewählte internationale Fach-Redakteure nach Bochum. Im Rahmen einer Vorstellung des Forschungszentrums konnte handytarife.de bereits vorab erstmals mit dem Bold 9700 auf Tuchfühlung gehen, anschließenden wurde das Gerät auf einer Pressekonferenz von RIM-Gründer Mike Lazaridis offiziell vorstellt.
Lazaridis zeigte sich begeistert von der Arbeit der Bochumer Ingenieure. Die Entwicklungszeit von flotten zwölf Monaten umschrieb er mit den Worten „german Tüchtigkeit“, da in der Regel bis zu 16 Monate, also 5-6 Hardware-Zyklen, an einem neuen Smartphone gewerkelt werde. Zusammen mit dem RIM-Chef freute sich auch der Bundestagspräsident Norbert Lammert über das erste BlackBerry aus seiner Heimatstadt Bochum.
Schmaler und kompakter
Das Gerät selbst ist im Vergleich zum Bold 9000 kompakter geraten, misst 109x60x14 Millimeter und bringt 122 Gramm auf die Waage. Das Design orientiert sich bewusst an den Vorgängermodellen, bietet jedoch unter anderem eine verbesserte Ergonomie. So verfügt die für BlackBerry typische QWERTZ-Tastatur über stark abgeschrägte Tasten für die optimale Ein-Hand-Bedienung.
Der Prozessor besitzt zwar weiterhin eine Taktfrequenz von 624 MHz, doch wird nun von 256 MB RAM unterstützt. Der Arbeitsspeicher soll für einen flüssigen Betrieb der BlackBerry-OS-5-Software sorgen, welche nun sogar 32 GB große Speicherkarten verwaltet. Die Auflösung des 2,44 Zoll messenden Displays wurde zudem auf 480x360 Bildpunkte verfeinert.
Gesteuert wird nun per Trackpad, welches nach Angaben von RIM Senior Vice President, Thorsten Heins, von nun an den bekannten und staubanfälligen Trackball ersetzt. Das Trackpad ist im Prinzip eine invertierte Kameralinse, welche die Bewegung des Eingabefingers erkennt, und funktioniert damit ähnlich, wie die Technik, die hinter einer optischen Computer-Maus steckt.
Neue Software für die Kamera
Zwar löst die verbaute Handy-Kamera Aufnahmen in eher geringen 3,2 Megapixeln auf, doch entwickelten die RIM-Ingenieure eine eigene Foto-Software, welche auftretendes Bildrauschen reduzieren soll - beim ersten Kamera-Test vor Ort wirkte sich dies positiv auf das Bildmaterial aus. Außerdem wurde der Bold-Kamera ein kleiner Blitz verpasst
Der Mediaplayer verfügt über eine 3,5-mm-Klinkenbuchse für handelsübliche Kopfhörer. Die Software bietet außerdem vielfältige Einstellungen. Seitlich wurde dem BlackBerry Bold 9700 sogar eine Lautstärkewippe verpasst, um den Bedienkomfort zu steigern.
Nach wie vor sorgen WLAN, der UMTS-Turbo HSDPA und EDGE für die bestmögliche Internet-Anbindung der E-Mail-Maschine und der 1.500 Milliamperestunden fassende Akku soll selbst bei reger Nutzung bis zu eineinhalb Tage aushalten, erklärte Thorsten Heins. Der Stromspeicher liegt hinter einer schicken Abdeckung verborgen: Wie beim Bold 9000, wurde Leder eingearbeitet, diesmal allerdings umrahmt und bündig zu einem Kunststoffrand. Schließlich komplettiert ein A-GPS-Empfänger den Nutzungsumfang des Bold 9700
Weihnachten und BlackBerry 
Ab Mitte November ist das neue BlackBerry Bold 9700 bei den deutschen Providern erhältlich. T-Mobile wird das Gerät für rund 110 Euro bei Abschluss eines 24-Monatsvertrages verkaufen. Die handytarife.de-Redaktion geht davon aus, das dass Gerät ohne Vertrag zwischen 400 und 500 Euro kosten wird. Damit sind die Kanadier im Weihnachtsgeschäft gut positioniert, denn in der gleichen Zeit soll auch das Touchscreen-Modell Storm2 in die Läden kommen.

Ausführliche Handy-Testberichte von BlackBerry-Geräten

Alle BlackBerry in der Handy-Datenbank