Bund der Versicherten: Handyversicherungen überflüssig

Smartphones sind auch in diesem Jahr wieder ein Renner im Weihnachtsgeschäft. Beim Kauf eines Gerätes bieten Verkäufer dem Kunden gerne eine Handyversicherung mit an. Einige Angebote gibt es sogar nur inklusive eines Versicherungsvertrags. Was viele Kunden nicht wissen: Nur in den wenigsten Fällen ist so ein Vertrag sinnvoll.

Handy Tarifvergleich© George Dolgikh / Fotolia.com
19.12.2014, 10:44 Uhr

In der Regel seien die Tarife zu teuer und beinhalten häufig eine ganze Reihe von Ausschlüssen wie Diebstahl oder Schäden durch Witterungseinflüsse. „Lassen Sie sich vom Verkäufer nicht zum Abschluss einer Versicherung überreden“, warnt Martin Oetzmann vom Bund der Versicherten e. V.. „Bietet der Händler ein Handy oder einen Mobilfunkvertrag nur inklusive einer Versicherung an, entscheiden Sie sich besser für ein anderes Produkt oder kaufen das Wunschgerät gleich ganz woanders.“
Meist nur Zeitwert ersetzt
In den Verträgen seien die Bedingungen und Gründe für einen Ausschluss häufig nicht eindeutig formuliert und böten so einen Interpretationsspielraum. Im Schadensfall sei Ärger zwischen dem Kunden und dem Versicherer vorprogrammiert. Zudem erfahre der Kunde nicht selten erst nach seiner Unterschrift, was für einen Vertrag er eigentlich abgeschlossen hat, da die Allgemeinen Geschäftsbedingungen erst mit Abschluss des Vertrages ausgehändigt würden. „Der Kunde kauft die Katze im Sack“, kritisiert Oetzmann. Die Prämie der Versicherung stehe selten in einem angemessenen Verhältnis zum Wert des Handys, zumal im Schadensfall in der Regel nur der Zeitwert und nicht der Neuwert eines Gerätes ersetzt wird.
Unter bestimmten Bedingungen sind Handys, Tablets und Notebooks ohnehin in der Hausratversicherung mitversichert.
Das Kleingedruckte beim Handy-Vertrag - Der richtige Umgang mit den Fußnoten
handytarife.de hat einige Tipps zusammengestellt, die bei der müßigen Lektüre von Fußnoten hilfreich sein können.

  • Lesen, lesen, lesen: Um alle wichtigen Informationen zu Angebot und Tarif zu erhalten, führt kein Weg daran vorbei, das Kleingedruckte zu lesen.
  • Sich Zeit nehmen: Lesen Sie die Fußnoten in Ruhe. Das kostet zwar Zeit, kann sich jedoch auszahlen, wenn Sie dabei auf Vertragsbedingungen stoßen, die Ihnen vorher gar nicht bewusst waren.
  • Auf Einschränkungen achten: Beim Studium der Fußnoten sollte besonderes Augenmerk auf Einschränkungen gelegt werden. Zum Beispiel gilt so manches Angebot nur für Neukunden oder bezieht sich nur auf bestimmte Tarife. Ebenso gilt es, aufgeführte Fristen und die Begrenzung von Freiminuten zu beachten.
  • Sicherheitsbesuch auf der Provider-Webseite: Hier sollte das Kleingedruckte samt aller Details und möglicher Haken angegeben sein. Sich allein auf das Kleingedruckte in der Werbeanzeige zu verlassen, kann teuer werden.
  • Je kleiner, je wichtiger: Wie klein ist die Schrift im Kleingedruckten? In Zweifelsfall gilt: Je kleiner die Schrift, umso wichtiger das Detail.
  • Nachrechnen: Man sollte die Kosten im Kleingedruckten immer sorgfältig durchrechnen. Oft ergeben sich dabei unterschiedliche Kosten, als in der Webeanzeige beworben.