"Charger out of the Box" – Idee für Deutschland?

Nach der Einigung der 14 größten Hersteller von Mobiltelefonen, die damals 90 Prozent Marktanteil im europäischen Raum hatten, wurden seit April 2011 nur noch Handys entwickelt und verkauft, die per Micro-USB-Stecker aufgeladen werden konnten. Was hat sich seit dem getan? o2 geht in England den nächsten Schritt. 

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18.02.2014, 17:04 Uhr

Ziel war es, die Zahl der Ladegeräte zu verringern, die für jedes neue Handy angeschafft werden mussten. Mittlerweile sind im Lieferumfang jedes neuen Smartphones ein Micro-USB-Kabel und ein Universalladegerät mit USB-Buchse enthalten. So kann das beigelegte Kabel als Datenkabel zum Anschluss an den PC und als Ladekabel verwendet werden. Doch welchen Sinn hat die Maßnahme von 2011, wenn weiterhin immer ein Netzteil mitgeliefert wird?
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Mit der Einführung des neuen HTC Desire 601 in England dieser Tage führt o2 eine Aktion weiter, die im Oktober 2012 mit einem Pilotprojekt startete, um auf die oben gestellte Frage zu reagieren. Das Nachhaltigkeitsteam von o2 entwickelte das Projekt "Think Big" mit dem Ziel Mensch und Natur bis 2015 mit verschiedenen Maßnahmen zu helfen. Eine dieser Maßnahmen ist "Charger out oft he Box". o2 rechnet vor, dass im Vereinigten Königreich alleine 100 Millionen Ladegeräte ungenutzt in der Schublade liegen. Das Entspricht einem Gewicht von 1000 Londoner Bussen oder 18.700 Tonnen. Im Durchschnitt haben 70 Prozent der Engländer bereits ein Ladegerät zu Hause, und so wurde bei dem Pilotprojekt mit dem HTC One X+ und in der Fortführung mit dem HTC One festgestellt, dass über 80 Prozent der Käufer kein Ladegerät dazu bestellten.
Auch das HTC Desire 601 wird nun ohne Ladegerät angeboten. Gegen einen reduzierten Preis, kann jeder ein Universal-Netzteil dazu bestellen. o2 gibt dabei an, durch die Aufpreispflicht keinen Gewinn zu machen. Ein USB-Kabel ist weiterhin im Lieferumfang enthalten. Ein solches Projekt würde auch dem Vorreiterland in Sachen Recycling und erneuerbarer Energien (Deutschland) gut zu Gesicht stehen.