Die Apple Watch bläst zum Angriff

Im Zuge der iPhone 6 Präsentation wurde auch die Apple Watch vorgestellt. So wie es das Smartphone aus Cupertino in zwei Ausführungen gibt, wird es die neue Smartwatch auch in mehreren Varianten ab Anfang 2015 geben. Die Redaktion von handytarife.de gibt Ihnen einen Überblick.

Apple© Apple
10.09.2014, 17:19 Uhr

Zu den drei verschiedenen Ausführungen kommen wird später. Erstmal widmen wir uns den Gemeinsamkeiten. Die Uhr selber gibt es stets in zwei Größen mit 38 und 42 Millimetern. Das Betriebssystem Watch OS greift dabei immer auf die gleiche Hardware zurück. Es wird eine Vielzahl verschiedener Gesichter für die Smartwatch geben. So soll von klassischen Ansichten über eine eingeblendete Mickey Maus bis hin zu einer Astronomie-Oberfläche mit Informationen zu den Umlaufbahnen von Mond und anderen Planeten für jeden etwas dabei sein.

Von links nach rechts: Apple Watch, Watch Sport, Watch Edition

Der Home-Screen ist (wie im Artikelbild oben zu sehen) eine Anordnung von Punkten, von denen jeder für eine Anwendung steht. Um diese auf dem Touchscreen auch treffsicher ansteuern zu können hat Apple die „Digitale-Krone“ entwickelt. Während die Krone bei klassischen Uhren zum Einstellen von Uhrzeit, Datum und zum Aufziehen des Uhrwerks ihre Daseinsberechtigung hat, wird damit bei der Apple Watch gezoomt, gescrollt und durch Drücken gelangt man stets zur Startansicht zurück.

Kommunikation von einem anderen Stern

Die Uhr verfügt über Vibrationsalarm, einen Lautsprecher und ein Mikrofon. Damit wird man nicht nur über Benachrichtigungen informiert, sondern kann auch Telefonate direkt Annehmen oder mit Siri sprechen. Will man der Sprachassistentin die Antwort auf eine Nachricht nicht diktieren, dann schlägt die Uhr selbständig einen kurzen Text vor. Die Apple-Watch-Nutzer sollen aber auch eine eigene Community bilden und in den Genuss neuer Formen der Kommunikation untereinander kommen: Man wird sich nun etwas malen. Mit Skribble kann man auf dem kleinen Display nun Kunstwerke zeichnen und direkt verschicken – weil Emoticons noch nicht schlimm genug sind.

Ganz links die größere, rechts die kleineren Ausführungen

Eine Walkie-Talkie-Funktion lässt mich nun kurze Sequenzen Aufnehmen und direkt auf das Handgelenk eines anderen schicken – wie bei Whatsapp wahrscheinlich eine Funktion für den russischen Markt, weil Kurznachrichten und kyrillisch wohl nicht so gut zusammenpassen. Mit Tap kann ich andere Leute nun antippen (der Vibrationsalarm soll das dann ein zu eins weitergeben), um ihnen zu zeigen, dass ich an sie denke – Warum haben die Funktion Gruscheln oder Anstupsen anderer sozialer Netzwerke nur schon das zeitliche gesegnet? Und – meine Lieblingsfunktion – ich kann anderen meinen realen Herzschlag zuschicken, gemessen mit Sensoren, die im Boden der Uhr integriert sind.

Letztere Sensoren zum Messen der Herzfrequenz machen die Uhr zum Personal Trainer – sagt Apple. Jegliche Aktivität soll nicht nur aufgrund der zurückgelegten Entfernung, sondern auch durch Auswertung des Herzschlages in ihrer Intensität bewerten lassen. Das klingt gut, wenn die Herzfrequenzmessung dauerhaft stattfinden kann, und nicht wie bei den Konkurrenzprodukten von Samsung manuell durchgeführt werden muss.

Apple Watch, Watch Sport und Watch Edition

Der Personalisierung sind keine Grenzen gesetzt und am Ende ist die Auswahl so groß, dass es nicht für jeden einfach sein wird sich zu entscheiden. Die Apple Watch kommt mit einem Edelstahl-Gehäuse, das entweder hochglanzpoliert oder Space Black ist. Das Display wird durch Saphirglas geschützt. Das kann die Watch Sport nicht von sich behaupten. Sie hat ein Aluminium-Gehäuse in Silber oder Space Grey und nur gehärtetes Glas – um etwa 30 Prozent Gewicht zu sparen. Die Watch Edition bildet das obere Ende der Fahnenstange und besteht aus 18karätigem Gold in den Farben Rosé- oder Gelbgold. Auch bei ihr kommt Saphirglas zum Einsatz.

Die Farben des Punktes in der Mitte der Digitalen-Krone unterscheiden sich. Apple Watch: schwarz; Watch Sport: Gehäusefarbe; Watch Edition: Farbe des Armbandes

Alle Uhren haben denselben eigens entwickelten Mechanismus zur Befestigung des Armbandes. Apple gibt zwar Anfangs Kombinationen vor, doch es ist davon auszugehen, dass die Gelddruckmaschine angeschmissen werden soll und letztendlich jedes Armband separat – für viel Geld – hinzugekauft werden kann. Lässt man die Gummi-Armbänder in Weiß, Schwarz, Grün, Pink und Blau mal außen vor, dann bietet Apple hier wirklich schöne Armbänder an. Ein Edelstahl-Gliederarmband, ein klassisches Lederarmband in schwarz, ein modernes Lederarmband, das in den Farben Pink, Braun und Blau erhältlich sein wird und aussieht als hätte es einen Schnallenverschluss, der in Wirklichkeit mit Magnet funktioniert.

Die Highlights sind - in meinen Augen – das aus Edelstahl geflochtene Milanaise-Armband und das Loop Lederarmband, die in ihrer Einfachheit nur durch eine Schlaufe gezogen werden uns dann mit einem Magneten stufenlos in der Größe angepasst werden können. Bei den Armbändern der Watch Edition ist der Verschluss stets in der goldenen Gehäusefarbe gehalten. Aufgeladen wird die Apple Watch per Induktion mit einer magnetischen Vorrichtung die am Uhrenboden andockt. Die Preise starten bei 349 Dollar und werden sich bei den vielen Varianten deutlich steigern lassen können.

Links: Milanaise-Armband aus Edelstahl; rechts: Loop Lederarmband

Der in den USA vorgestellte Bezahlservice Apple Pay ist für Deutschland nicht angekündigt worden. Dabei stellt sich der Computerpionier ähnlich wie Paypal als Vermittler zwischen Käufer und Verkäufer. Kreditkartendaten werden dem Verkäufer so nicht mehr mitgeteilt, sondern verbleiben bei Apple. Der Zahlungsvorgang verläuft kontaktlos per NFC-Chip, indem das Handy an ein Terminal gehalten wird und dabei der Fingerabdruck mit dem Home-Button scannt. Anläufe für solche Verfahren gab es in Deutschland schon mehrere. Bisher war keiner von Erfolg gekrönt. Die niedrige Verbreitung von iOS in Deutschland könnte ein Hindernis sein, denn die Geschäft wollen im Kassenbereich wohl kaum mehrere Terminals für verschiedene Systeme stehen haben.

Jérôme Lefèvre / Redaktion handytarife.de