Die IFA 2014 zusammengefasst

Die Internationale Funkausstellung hat ihre Pforten nun geschlossen und die Redaktion von handytarife.de fasst die Messe für Sie nochmal zusammen. Die Produkt-Show in Berlin ist so groß, dass ein umfassendes Resümee jeden Rahmen sprengen würde, darum lesen Sie hier einen ganz persönlichen Rundgang.

Handytarife im Vergleich© blackzheep / Fotolia.com
11.09.2014, 14:21 Uhr

Ausführlich haben wir bereits direkt von der IFA über die Neuheiten von Huawei mit dem Ascend Mate 7 und dem G7 sowie von Alcatel OneTouch mit dem Hero 2 und dem Hero 8 berichtet.

Neuheiten von Nokia und LG

Sony

Die Messe begann mit den Präsentationen von Sony und Samsung. Die Neuheiten von Sony, die ich in Augenschein nehmen konnten, heißen Xperia Z3, Z3 Compact, SmartBand Talk und SmartWatch 3. Beide neuen Smartphones sind Evolutionsstufen mit kleinen Verbesserungen auf dem Datenblatt und leicht verändertem Design. Zu dem Vorgänger Z2 ist keine Compact-Variante erschienen. Umso mehr bin ich auf den Test des Z3 Compact gespannt, weil das Sony Xperia Z1 Compact in unserem Test zu überzeugen wusste.

Während andere Hersteller ihre Mini-Ableger von den Flaggschiffen mit schwächerer Hardware ausstatten, geht Sony einen anderen Weg und schrumpft den großen Bruder Z3 mit 5,2 Zoll FullHD-Display auf 4,6 Zoll Bildschirmdiagonale – die Anzeige muss dafür auf HD-Auflösung abspecken, der Arbeitsspeicher beträgt 2 statt 3 Gigabyte und der Akku misst statt 3100 dann 2600 mAh – während das Datenblatt ansonsten identisch ist: Ein starker Quadcore-Prozessor, Android 4.4 mit eigener Benutzeroberfläche, Wasser- und Staubdichtigkeit, LTE, eine 20,7 Megapixel Kamera sowie eine direkte Anbindung zur PlayStation 4.

Die neue Z-Reihe fühlt sich mit den nun abgerundeten Kanten sehr gefällig und hochwertig an. Der Aluminium-Rahmen ist nicht durchgängig, um ein komplettes Verziehen des Bauteils nach einem Sturz zu vermeiden. Die Preise beginnen bei 499 Euro für das Compact-Modell, das es in Weiß, Schwarz, Grün und Orange geben wird, und enden bei 649 Euro für das Flaggschiff; erhältlich in den Farben Weiß, Schwarz, Grün und Kupfer. Die SmartWatch 3 läuft nun mit Android-Wear, statt mit dem eigens entwickelten Betriebssystem der beiden Vorgänger. Das SmartBand Talk möchte mit weniger Sensoren als die Smartwatch und einem monochromen E-Ink-Display mehr Fitness-Armband für die Sony Livelog-App sein, kann aber auch Nachrichten anzeigen und dank eingebautem Mikrofon telefonieren.

Samsung

Bei den Südkoreanern konnte ich das neue Phablet Samsung Galaxy Note 4 und die Smartwatch Gear S ausprobieren. Das Note 4 kommt im Oktober für 799 Euro auf den Markt und kann ab dem 12. September bei Vodafone vorbestellt werden. Mit seinem 5,7 Zoll QuadHD-Bildschirm gehört es zu den am höchsten auflösenden Smartphones-Displays am Markt. Das darüber liegende Glas ist gewölbt und verleiht dem Phablet einen geschmeidigen Übergang zu den Rändern. Das kommt bereits bei den Lumia-Handys an und wird auch dem neue iPhone 6 gut stehen. Die Selfie-Kamera auf der Font kann mit dem Herzfrequenzmesser auf der Rückseite ausgelöst werden und erlaubt nun Groufies im Panorama-Modus. Es wurde ein UV-Sensor verbaut – Sensoren über Sensoren, aber auch mit Nutzwert?

Eine 16 Megapixel Kamera auf der Rückseite, die mit Kunstleder bezogen ist und das Smartphone sehr griffig macht, wird für gute Fotos sorgen. Die Performance war beim ersten kurzen testen auf der IFA ordentlich, doch das Highlight an dem Phablet ist der Bedienstift S-Pen. Wer den nicht nutzt, braucht das Note 4 nicht, weil dessen Funktionen machen einen großen Mehrwert aus, den man letztendlich auch bezahlt. Mit dem Bedienstift ist es möglich mehrere Bilder auf einmal auszuwählen, um sie zum Beispiel einer E-Mail anzuhängen. Aber auch ein zugeschnittener Screenshot ist damit im Handumdrehen erstellt.

Notizen können ohne Verzögerung aufgeschrieben werden, wobei die Art des Stiftes gewählt werden kann (z.B. Füller, Kugelschreiber) und der S-Pen passt das Schriftbild sogar danach an, wie feste man aufdrückt. Ob man vor der Größe des Note 4 zurückschreckt, muss jeder selbst entscheiden:

Die Smartwatch Samsung Gear S ist auf jeden Fall auch einer der größeren Vertreter und erinnert mich mehr an einen breiten Armreif als an eine Uhr. Das besondere an der Smartwatch mit gewölbtem 2 Zoll Display ist die Möglichkeit sie ohne Anbindung an ein Handy zu nutzen, weil sie einen eigenen SIM-Kartenslot hat. Daraus wird ein Schuh, wenn man das Datenblatt betrachtet, auf dem viele Sensoren aufgeführt sind (Beschleunigungs-, Lage-, Puls-, Umgebungslicht-, UV-Sensor, Kompass, Barometer), aber lediglich die Unterstützung von A-GPS angegeben wird, das zur Ortung eine Internetverbindung benötigt.

Das Betriebssystem ist die Eigenentwicklung Tizen. Auf dem 4 Gigabyte großen Speicher können Offline-Karten zur Navigation mit Here-Maps abgelegt werden und neben vielen Fitness-Apps auch die Anwendung von Spritz Inc. installiert werden. Spritz Inc. bietet eine neue Form des Lesens an, die sich insbesondere für Smartwatches eignet, weil die Wörter einzeln eingeblendet werden. Testen kann das jeder auf der Website des Unternehmens. Dass man auf diese Weise Texte konzentrierter aufnimmt, erscheint nach einem Selbsttest glaubhaft – ob es Sinn macht einen Text mit über 50 Wörtern auf einer Uhr zu lesen, weckt bei mir allerdings Zweifel. Ein Preis für die Gear S wurde nicht genannt.

HTC

Über das HTC Desire 510 berichteten wir bereits. Vorgestellt wurden uns auf der Internationalen Funkausstellung aber noch zwei weitere Smartphones. Das One Mini 2 wird es bald auch in der auffälligen Farbe Blossom Pink geben. Die unverbindliche Preisempfehlung des wirklich hochwertigen Smartphones mit seinem Metall-Gehäuse verbleibt bei 499 Euro. 

Mein persönliches Highlight war das HTC Desire 820, das Ende dieses Jahres auf den deutschen Markt kommen soll. Für 329 Euro unverbindliche Preisempfehlung bekommt man dann ein ausgesprochen flaches Smartphone mit 5,5 Zoll HD-Bildschirm, das trotzdem verwindungssteifes ist. Dazu braucht es nicht Metall, sondern es bekommt ein zweifarbiges Plastik-Gehäuse, wobei die farblichen Akzente nicht auflackiert sind, sondern in die Form gegossen werden. Die weißen Hochglanz-Varianten mit blauen oder orangenen Farbtupfern ziehen zwar Fingerabdrücke an, sind haptisch aber trotzdem sehr ordentlich. Wer es lieber matt mag, für den wird es auch ein graues Modell geben.

Dass dieses Smartphone erst Ende des Jahres erscheint, lässt darauf hoffen, dass es direkt, oder kurz nach Marktstart per Update, mit dem neusten Google Betriebssystem Android Lion läuft. Dann kann es die 64bit-Technologie des Oktacore-Prozessors voll ausschöpfen und dürfte für das Geld eine sehr gute Performance bieten. Dazu gesellt sich der HTC BoomSound mit Stereo-Frontlautsprechern, LTE, eine 13 Megapixel Hauptkamera und – besonders für die Generation-Selfie wichtig, die mit diesem Handy angesprochen werden soll – eine 8 Megapixel Kamera auf der Front mit allerlei Features zur Hautglättung, zur Erstellung von Collagen oder um zwei Gesichter miteinander zu verschmelzen.

Archos

Zu guter Letzt ist noch Platz für einen Außenseiter: Mit dem Archos 50b Platinum bringt der Hersteller ein Android 4.4.2 DualSIM-Smartphone für 129 Euro auf den Markt. Die Hardware ist dem niedrigen Preissegment angepasst. Ein günstiger Quadcore-Prozessor und 512 Megabyte Arbeitsspeicher versprechen keine Leistungssprünge. Die 4 Gigabyte interner Speicher werden durch eine mitgelieferte 4 Gigabyte MicroSD-Karte erweitert. Im Lieferumfang enthalten sind Wechselcover in Schwarz, Pink und Blau und eine transparente Schutzhülle. Die Hauptkamera löst mit 8 Megapixeln auf und die Linse auf der Front kommt auf bis zu 2 Megapixel. Beide Sensoren werden bei schlechten Lichtverhältnissen von jeweils einer LED unterstützt.

Das ist frontseitig eine Seltenheit und führte zu der Frage: Will man das? Will man auch immer höhere Auflösungen? War es nicht der Charme der Fontkamera, dass man mit ihr genau deswegen immer gute Fotos geschossen hat, weil die Qualität so schlecht war, dass man nicht jeden Schönheitsfehler gesehen hat? Jetzt wird das Gesicht ausgeleuchtet und so hochauflösend aufgenommen, dass die Kameras nun Software-Features brauchen, um sich den Schönheitschirurgen im Vorfeld zu ersparen.

Drei weitere Produkte am Archos-Stand revolutionieren nun zwar nicht den Markt, sind aber in meinen Augen erwähnenswert: Das Smartphone 40 Cesium mit WindowsPhone 8.1 kommt mit drei Wechselcovern und einer Ausstattung, die dem Nokia Lumia 530 ähnelt, wobei das Konkurrentprodukt von Archos 20 Euro günstiger ist und nur 79,99 Euro kostet. Die Archos Weather Station mit einem Innen- und einem Außen-Sensor gibt über einer für iOS und Android erhältlichen App die gewonnenen Daten wieder. Ein weiterer Sensor wird in einen Blumentopf gesteckt und hilf, dass die Pflanze richtig gegossen wird, während der Innen-Sensor ans Lüften erinnert, Kostenpunkt: 99,99 Euro. Das Music Beany ist eine Mütze mit einer zum Waschen herausnehmbarer Bluetooth-Audioeinheit. Damit ist die Mütze ein drahtloser Kopfhörer für 29,99 Euro.

Es gab einiges zu sehen und so manche Neuheit wird in den nächsten Wochen bei uns in der Redaktion eintreffen und sich unserem Alltagstest unterziehen müssen. Ob die Neuvorstellungen den Glanz der Messe dann noch aufrecht erhalten können, lesen Sie hier bei handytarife.de.

Jérôme Lefèvre / Redaktion handytarife.de