E-Plus-Chef: Normale Handynutzung bald Vergangenheit

Thorsten Dirks, Chef des Mobilfunkanbieters E-Plus, geht davon aus, dass die herkömmliche Handy-Telefonie in den nächsten fünf bis sechs Jahren verschwinden wird. Die Mobilfunkunternehmen würden dann zu reinen Datentransporteuren, sagte er in einem Interview. Das könnte auch die Handytarife auf den Kopf stellen.

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26.03.2008, 08:41 Uhr

Internet per Handy ist heute schon kein Luxus mehr, und stetig steigende Übertragungsgeschwindigkeiten, die inzwischen mit DSL-Speed vergleichbar sind, beschleunigen die Entwicklung des mobilen www zusätzlich.
Wandel hin zu Datentarifen
In einem Gespräch mit der Berliner Zeitung erklärte der E-Plus-Chef, wie er die Zukunft des Mobilfunks sieht: „Der Kunde wird einen Pauschalpreis für unbegrenzten Datenverkehr zahlen und kann sich auf seinem Handy eine Internet-Telefoniesoftware installieren, über die er dann alle Gespräche ohne weitere Zusatzkosten führt. Die Mobilfunkunternehmen werden also in fünf, sechs Jahren zu reinen Datentransporteuren.“
UMTS Netzausbau existentiell
„Unsere Branche wird weiterhin gutes Geld verdienen. Dann eben mit Datenanschlüssen“, wird Dirks weiter zitiert. „Das Mobiltelefon als reiner mobiler Internetanschluss wird kommen.“
Ist diese Erkenntnis bei E-Plus völlig neu? Ein wenig darf man sich schon wundern, denn bislang wurde bei den Düsseldorfern in Sachen UMTS-Netzausbau äußerst zaghaft agiert. Während die Technologieführer T-Mobile und Vodafone inzwischen Bandbreiten bis zu 7,2 MBit anbieten und auch o2 den HSDPA-Ausbau vorantreibt, surfen E-Plus Kunden immer noch mit mauen 384 KBit durchs Netz.
In diesem Jahr will das Unternehmen jedoch kräftig investieren und einen dreistelligen Millionenbetrag in den Ausbau des UMTS-Netzes stecken.
Zukunft der Tarife
Sollte Dirks mit seinen Prognosen recht behalten könnte sich auch im Tarifmarkt einiges ändern. Die tausenden Tarife und Optionen dürften sich auf weniger Preismodelle mit datenorientierten Flatrates verringern.