E-Plus will billigere Handytarife

Deutschlands drittgrößter Mobilfunk-Anbieter plant deutliche Preissenkungen. Der Chef der niederländischen E-Plus-Muttergesellschaft sagte dem Handelsblatt, dass die Preise im deutschen Mobilfunk noch weiter fallen müssten.

E-Plus© Telefónica Germany GmbH & Co. OHG
25.09.2007, 18:41 Uhr

"In Deutschland kostet eine Handy-Minute im Schnitt 14 Cent und ist damit dreieinhalb Mal so teuer wie eine Minute im Festnetz", äußerte sich Ad Scheepbouwer dem Handelsblatt gegenüber. "Anderswo sind mobile Telefonate nur doppelt so teuer."
Die Handy-Tarife müssten auf 8 Cent pro Minute sinken, wenn Deutschland das Niveau des Auslands erreichen soll, so der KPN-Vorstandsvorsitzende.
Günstigere Tarife für das Handy = Mehr telefonieren?
Von sinkenden Handy-Tarifen erhofft sich Scheepbouwer deutlich mehr mobile Telefonate, wodurch unter dem Strich der Umsatz jedes Kunden erhöht werde. Inwieweit dies mit den insbesondere von E-Plus bereits über seine Handyflatrate Base eingeführten Pauschaltarifen zu vereinbaren ist, bleibt in Teilen fraglich, denn dort kann der E-Plus Kunde bereits ab 20 Euro monatlich unbegrenzt in das E-Plus Handy-Netz und das Festnetz telefonieren.
Allerdings sind für Telefonate in andere Mobilfunknetze sogenannte Terminierungsentgelte fällig, das sind Gebühren, die E-Plus z.B. an T-Mobile oder Vodafone zahlen muss, damit Gespräche in deren Netze geleitet werden. Auf diese Gebühren hat E-Plus keinen Einfluss, sie liegen derzeit noch über 8 Cent pro Minute.
Festnetz statt Handy
Bei Kunden, die ausschließlich mit dem Handy telefonieren, will Scheepbouwer einen doppelt so hohen Marktanteil erreichen wie die derzeitigen fünfzehn Prozent, die E-Plus über alle Nutzergruppen verteilt innehat. Er ist der Ansicht, dass 20% der Deutschen nur noch mobil telefonieren werden, wenn die Preise deutlich sinken. Momentan verzichten etwa fünf Prozent ganz auf einen Festnetzanschluss.