E-SIM: Vorteile für Kunden und Anbieter?

Die in Mobilgeräte fest eingebaute SIM-Karte (so genannte E-SIM) hat zur Folge, dass die Telekommunikations-Gesellschaften den direkten Kontakt zu ihren Kunden weitgehend verlieren, berichtet der eco Verband auf Basis einer Umfrage, und rät Unternehmen, neue Geschäftschancen gegenüber den Kunden wahrzunehmen.

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26.10.2016, 21:34 Uhr

"Die E-SIM-Karte stellt in der Tat in vielen Fällen, abgesehen von der monatlichen Rechnung, noch die einzige echte Beziehung der Telkos zu ihren Kunden dar", bestätigt Bettina Horster vom eco Verband und rät Mobilfunk Anbietern, den schleichenden Abbruch der Kundenbeziehungen nicht einfach hinzunehmen.
Flexibler Wechsel
Als Gewinner im Bereich E-SIM hat der Verband der Internetwirtschaft e. V. die Kunden ausgemacht. 82 Prozent der befragten Unternehmen begrüßen, dass man mit der eingebauten SIM-Karte den jeweiligen Telekommunikationsanbieter im Mobilgerät wechseln kann, ohne dazu eine Plastikkarte tauschen zu müssen (flexibler Wechsel "over the air). Im internationalen Umfeld ermöglicht die E-SIM die Wahl des jeweils kostengünstigsten Anbieters, heben 78 Prozent der Befragten einen weiteren Vorteil hervor. Zudem geht ein Drittel der Unternehmen davon aus, dass die E-SIM dem Internet of Things (IoT) erst zum Durchbruch verhelfen wird.
Mehrere SIM Karten gleichzeitig nutzen
Die Befürchtung, dass die Telekom Unternehmen durch die E-SIM in eine stärkere Abhängigkeit von den Herstellern der Mobilgeräte geraten, teilen allerdings nur 30 Prozent der Firmen. Das Gros von 55 Prozent stuft diesen Aspekt als unerheblich ein. Insbesondere müssten sich die Firmen besser darauf einstellen, dass immer mehr Verbraucher zahlreiche SIM-Karten im Einsatz haben und hierfür gezielt Angebote entwickeln.