Ericsson baut Handy-Netz für UN

Der Mobilfunkausrüster Ericsson aus Stockholm wird Friedensmissionen der Vereinten Nationen mit eigenen LTE-Netzwerken ausrüsten. Die ersten privaten 4G-Netzwerke für die UN sollen 2019 in Betrieb genommen werden. Kein ungefährlicher Auftrag, den die Schweden da angenommen haben.

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25.10.2018, 11:16 Uhr

In Ländern, in denen die Vereinten Nationen ihre Friedensmissionen ausüben ist zumeist keine oder nur unzureichende Infrastruktur vorhanden. Gerade in kritischen Einsätzen ist eine zuverlässige Kommunikation unerlässlich. Ericsson wird den Aufbau des Equipments für die LTE-Netze leiten, Dienstleistungen und Schulungen anbieten.

Die aufgebauten Antennen sollen „5G-ready“ sein, also schnell auf den nächsten Mobilfunkstandard nachgerüstet werden können. Der UN stehen bei ihren Einsätzen eigene Frequenzen für die Kommunikation zur Verfügung. Auf ihnen will Ericsson per LTE Push-to-Talk, Datenübertragung und professionelle Video-Anwendungen realisieren, damit eine zeitgemäße multimediale Kommunikation auch in Krisengebieten mit häufig schwierigen geographischen Voraussetzungen gewährleistet wird.

So soll auch die Möglichkeit zur Integration von HD-Video-Übertragungen in Echtzeit, Ortung und Anwendungen für das Internet of Things (IoT), zum Anlagenmanagement und für die Logistik bestehen. Derzeit gibt es 14 UN-Missionen.

  • United Nations Mission for Justice Support in Haiti, seit Oktober 2017, 1564 Entsendete, 1 Todesfall
  • United Nations Mission for the Referendum in Western Sahara, seit April 1991, 472 Entsendete, 16 Todesfälle
  • United Nations Multidimensional Integrated Stabilization Mission in the Central African Republic, seit 2014, 14613 Entsendete, 75 Todesfälle
  • United Nations Multidimensional Integrated Stabilization Mission in Mali, seit April 2013, 15476 Entsendete, 176 Todesfälle
  • United Nations Organization Stabilization Mission in the Democtratic Republic of the Congo, seit Juli 2010, 18953 Entsendete, 153 Todesfälle
  • African Union - United Nations Hybrid Operation in Darfur, seit Juli 2007, 13843 Entsendete, 266 Todesfälle
  • United Nations Disengagement Observer Force, seit Mai 1974, 1088 Entsendete, 52 Todesfälle
  • United Nations  Peacekeeping Force in Cyprus, seit März 1964, 1032 Entsendete, 183 Todesfälle
  • United Nations Interim Force in Lebanon, seit März 1978, 11271 Entsendete, 313 Todesfälle
  • United Nations Interim Security Force für Abyei, seit Juni 2011, 4817 Entsendete, 31 Todesfälle
  • United Nations  Interim Administration Mission in Kosovo, seit Juni 1999, 352 Entsendete, 55 Todesfälle
  • United Nations  in the Republic of South Sudan, seit Juli 2011, 18963 Entsendete, 62 Todesfälle
  • United Nations Military Observer Group in India and Pakistan, seit Januar 1949, 115 Entsendete, 11 Todesfälle
  • United Nations Truce Supervision Organization, seit Mai 1948, 376 Entsendete, 51 Todesfälle

Die Bundeswehr ist an der Mission „Minusma“ in Mali beteiligt, die es seit April 2013 gibt. Das für die UN-Mission entsendete Personal beträgt laut Angaben der Vereinten Nationen 15.476 Personen, wovon 413 aus Deutschland kommen.

Seit Beginn der Mission sind 176 Todesfälle zu beklagen. Die Beteiligung Deutschlands an dem Einsatz ist nicht unumstritten. Zuletzt wurde in Frage gestellt, ob die Unterstützung der dort tätigen französische Anti-Terror-Mission zur gezielten Ausschaltung islamistischer Kämpfer durch die Übermittlung von Drohnenbildern und dem Lufttransport französischer Soldaten und von Munitionsbeständen durch die Bundeswehr von dem Bundestagsmandat gedeckt sind. Im April hatte das deutsche Parlament den Einsatz der Armee in Mali um weitere 13 Monate bis Mai 2019 verlängert. Wo das erste LTE-Netze in Betrieb genommen werden soll gab Ericsson nicht bekannt.