EU: SMS im Ausland werden billiger

Die zuständigen EU-Minister einigten sich in Brüssel darauf, dass ab Sommer 2009 SMS-Kurznachrichten im Ausland nicht mehr als 13 Cent brutto kosten sollen. Das entspricht gegenüber im Inland gängigen 19 Cent einer Preissenkung von gut 30%. Kunden freuen sich, Anbieter und Branchenverband protestieren.

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28.11.2008, 10:43 Uhr

EU-Kommissarin Viviane Reding kämpft seit geraumer Zeit für günstigere Handytarife im International Roaming (Telefonieren mit dem Handy im Ausland), unter ihrer Führung wurden die Preise für Telefonate im europäischen Ausland deutlich gesenkt (handytarife.de berichtete).
SMS werden im Sommer 2009 billiger
Nun haben Reding und ihre Kollegen beschlossen, die Preisobergrenze für SMS Kurzmitteilungen auf 11 Cent zzgl. Mehrwertsteuer zu festzulegen. Die entspräche in Deutschland 13 Cent pro SMS. Diese Deckelung soll nun vor der nächsten Reisesaison im kommenden Sommer in ein konkretes Gesetz umgesetzt werden, dem dann das Europaparlament jedoch auch noch zustimmen muss.
Unverständnis bei Anbietern
Während sich Kunden über die fallenden Preise freuen dürften, schütteln Anbieter und Branchenverbände mit dem Kopf. Sie lehnen eine weitere Regulierung seitens der Europäischen Union ab und halten die beschlossenen 13 Cent pro SMS für nicht akzeptabel: „Das ist weit weniger als der typische Preis im Inland von 19 Cent“, gibt BITKOM-Hauptgeschäftsführer Bernhard Rohleder zu bedenken. Die Nutzung eines Fremdnetzes im Ausland könne aber logischerweise nicht preiswerter sein als der gleiche Service im Inland. „Offenkundig will die EU systematisch testen, wie weit sie die Wirtschaft mit Preisdiktaten belasten kann“, so Rohleder weiter.
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