Experten: Kein Nachweis für Gesundheitsschäden durch Mobilfunk

Nach heutigem Wissensstand gibt es keinen begründeten Nachweis dafür, dass elektromagnetische Felder eines Handys gesundheitsschädliche Schäden verursachen. Das ist das Fazit eines Fachworkshops, der in Nürnberg stattfand. Dabei hatten sich rund 60 national und international ausgewiesene Mobilfunk-Experten und Entscheidungsträger aus dem Umwelt- und Verbraucherschutzbereich über den aktuellen Stand der Mobilfunk-Forschung ausgetauscht.  

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20.10.2006, 12:51 Uhr

Dabei gilt es im Hinterkopf zu behalten, dass der Workshop vom Informationszentrum Mobilfunk e.V. (IZMF) veranstaltet wurde. Dies ist ein eingetragener, gemeinnütziger Verein, der von den Mobilfunkbetreibern selbst gegründet wurde.
Heutiger Wissensstand: Kein Einfuß auf die Gesundheit
„In den zurückliegenden Jahrzehnten ist ein deutlicher Qualitätsanstieg der Forschung zu verzeichnen“. erläuterte Dr. Norbert Vana, Vorsitzender des Wissenschaftlichen Beirat Funk (WBF) in Österreich und Universitätsprofessor für Dosimetrie und Strahlenschutz an der Technischen Universität Wien. „Zahlreiche Effekte, die man früher glaubte gefunden zu haben, haben sich im Lichte dieser neuen Untersuchungen heute als Artefakte herausgestellt“, betonte er.
Oft, so der Wissenschaftler, würden in der Öffentlichkeit Studien zitiert, die angeblich gesundheitsschädigende Effekte nachgewiesen hätten. Bei kritischer Prüfung der Ergebnisse zeige sich aber immer wieder, dass die meisten dieser Arbeiten die wesentlichen Kriterien für eine wissenschaftliche Belastbarkeit der Aussagen nicht erfüllten. „Studien, die statistisch nicht nachvollziehbar sind, sich nicht reproduzieren lassen, keine eindeutigen Kausalitäten herstellen können und auch keine klare Unterscheidung zwischen biologischen Effekten und tatsächlichen gesundheitsrelevanten Wirkungen treffen, entbehren jeder wissenschaftlichen Grundlage. Sie leisten in den Augen der „Scientific Community“ keinen Beitrag zur Aufklärung, sondern schüren in der Bevölkerung nur Ängste, die sich oft schwer wieder ausräumen lassen“, warnte Vana.
Insgesamt zeichnet die Forschung inzwischen ein recht klares Bild: „Auf Basis des heutigen Wissenstandes ist davon auszugehen, dass durch die schwachen elektromagnetischen Felder des Handys allenfalls minimale Effekte verursacht werden, die aber keinen Einfluss auf die Gesundheit haben“, berichtete Prof. Dr. Roland Glaser vom Institut für Biologie der Humboldt-Universität in Berlin. Auch eine Beschleunigung des Tumorwachstums ist unwahrscheinlich. Das legen die ersten Ergebnisse der Interphone-Studie der Weltgesundheitsorganisation (WHO) nahe, die von Dr. Brigitte Schlehofer vom Deutschen Krebsforschungszentrum Heidelberg vorgestellt wurden.
„Die bisherige Forschung zeigt auch, dass Personen, die sich selbst als „elektrosensibel“ definieren, Handystrahlung unterhalb der Grenzwerte nicht wahrnehmen können und unter Exposition nicht anders als nicht-sensible Personen reagieren,“ berichtete Dr. M. Röösli vom Institut für Sozial- und Präventivmedizin der Universität Bern. Allerdings gebe es Hinweise dafür, dass subjektive Aspekte, wie beispielsweise „Angst“, bei vermeintlich elektrosensiblen Personen nachteilige gesundheitliche Auswirkungen auslösen können.

Quelle: IZMF