freenet schließt Übernahme von Debitel ab

freenet hat die umstrittene Übernahme des Mobilfunk-Providers Debitel abgeschlossen. Durch diesen Schritt wird freenet mit 19 Millionen Kunden auf einen Schlag zur Nummer drei auf dem Mobilfunkmarkt in Deutschland und größter netzunabhängiger Anbieter.

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07.07.2008, 11:24 Uhr

Nachdem das Bundeskartellamt vor einigen Wochen der Übernahme von Debitel zugestimmt hatte (handytarife.de berichtete), meldete freenet am Samstag Vollzug: Der bisherige Mehrheitseigner des Stuttgarter Mobilfunkproviders, der Finanzinvestor Permira, erhält im Gegenzug 24,99 Prozent der Anteile von freenet. Mit einem Marktanteil von rund 20 Prozent wird der neue freenet-Konzern hinter T-Mobile und Vodafone zur Nummer drei auf dem Mobilfunkmarkt in Deutschland.
Persönlicher Service als Marktstrategie
freenet will in Zukunft vor allem über den stationären Vertrieb mit zahlreichen Verkaufstellen und geschultem Personal Neukunden gewinnen. Damit will sich freenet vor allem von den Mobilfunkdiscountern abgrenzen, die das Unternehmen als Hauptkonkurrenz ansieht. Dahingehend äußerte sich auch Debitel-Chef Oliver Steil in einem Interview mit der Tageszeitung Die Welt, in dem er Discount-Tarifanbietern wie ALDI Talk, simyo und Fonic langfristig einen Marktanteil von rund 25 Prozent zutraute.
United Internet und Drillisch vorerst gescheitert
Heftigen Widerstand gegen die Übernahme von Debitel hatte es vor allem von den freenet-Großaktionären United Internet (GMX, 1&1) und dem Mobilfunk-Serviceprovider Drillisch gegeben. Die beiden Unternehmen wollten ihrerseits freenet übernehmen.
1&1 lockt freenet-Mitarbeiter
Einen Seitenhieb gegen freenet konnte sich auch Thomas Gottschlich, Personalvorstand der 1&1 Internet AG, in einem Interview mit der Tageszeitung Badisches Tageblatt nicht verkneifen: "Wenn andere Unternehmen aus unsere Branche davon sprechen, dass sich Synergien auch auf die Personalsituation auswirken könnten, überprüfen wir gerne, in wie fern wir den freigestellten Fachkräften Angebote unterbreiten können." Gottschlich spielte damit auf Aussagen von freenet-Chef Eckhard Spoerr an. Dieser hatte sich in mehreren Interviews dazu geäußert, dass man im Zuge der Debitel-Übernahme „…über gewisse Personalanpassungen reden“ müsse.
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