Gebühren für Handy-Nutzung im Ausland sollen um bis zu 70% sinken

Die Europäische Kommission will Europas Mobilfunkanbieter zwingen, Gespräche vom Handy im Ausland um bis zu 70% günstiger anzubieten. Kommissionspräsident Jose Manuel Barroso sowie Medien-Kommissarin Viviane Reding legten gestern in Brüssel entsprechende Vorschläge auf den Tisch. Die Anbieter reagierten mit Kritik.  

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13.07.2006, 10:22 Uhr

Im Falle einer Umsetzung der EU-Pläne müsste die deutliche Senkung der Preise bereits im Sommer des nächsten Jahres zu spüren sein und Millionen von Handytelefonierern könnten bei Ihren Tarifen zum International Roaming richtig sparen.
Die Mobilfunk anbieter wehren sich gegen die Pläne und verurteilen die Regulierung aus Brüssel als Einmischung in den Wettbewerb. Man könne auch ohne Vorgaben der EU die Preise für die Kunden spürbar senken, hieß es.
Die Kosten für International Roaming schwanken in der EU und sind in einigen Staaten sehr hoch. Beispielsweise zahlt ein Finne für ein Gespräch von vier Minuten Dauer nach Hause in Schweden 0,20 Euro. Für einen Malteser in Lettland kostet ein Anruf nach Hause dagegen 13,05 Euro.
Die Kommission fordert außerdem, dass die Abrechnungen für das Roaming transparenter werden. Der Kunde solle bei Vertragsabschluss genau über die Preise informiert werden.
Ursprünglich wollte die EU-Kommission die Roaming-Gebühren an die jeweils nationalen Preise anpassen. Der Vorschlag von Kommissarin Reding scheiterte jedoch am Widerstand anderer EU-Kommissare und der Industrie, die schwere Umsatzeinbußen befürchtete.