Gericht verbietet Klingelton-Werbung in Jugendzeitschriften

Der Bundesgerichtshof hat Werbeanzeigen für Handy-Klingeltöne in einer Jugendzeitschrift als wettbewerbswidrig eingestuft und untersagt. Durch solche Anzeigen werde die geschäftliche Unerfahrenheit von Jugendlichen Handytelefonierern ausgenutzt, entschied das Karlsruher Gericht.  

Smartphone im Café© Drobot Dean / Fotolia.com
06.04.2006, 15:52 Uhr

Geklagt hatte der Verbraucherzentrale-Bundesverband gegen den Klingelton-Anbieter "INA Germany". Das Gericht hatte zu entscheiden, ob ein Wettbewerbsverstoß vorliegt, wenn das Unternehmen, wie in diesem Fall in der Zeitschrift "Bravo Girl", Werbung für Handy-Klingeltöne schaltet und dabei lediglich darauf hinweist, dass das Herunterladen über eine 0190-Nummer geschieht, die den Kunden 1,86 Euro pro Minute kostet. Der Verband argumentierte, ohne die Angabe, wie lange das Herunterladen dauert und welche Kosten konkret dadurch entstehen, werde die Unerfahrenheit der Jugendlichen in unlauterer Weise ausgenutzt.
Wenn sich die Werbung gezielt an die besonders schutzwürdigen Zielgruppe der Kinder und Jugendliche richte, so sei sie als wettbewerbswidrig einzustufen. Davon ging der BGH im vorliegenden Fall aus. Die Richter stellten jedoch auch klar, dass nicht grundsätzlich jede gezielte Beeinflussung von Minderjährigen durch Werbung unlauter ist. Die konkrete Handlung müsse vielmehr dazu geeignet sein, deren geschäftliche Unerfahrenheit auszunutzen.
Die Kosten für Klingeltöne, die nicht selten mit einem entsprechenden Abo verknüpft sind, sollten nicht unterschätzt werden. Daher sollten Eltern immer ein Auge darauf haben, was ihre Minderjährigen Kinder mit dem Handy alles herunterladen.