Gratis ist Gratis – Preise im Kleingedruckten ungültig

Wird bei einem Angebot im Internet der Eindruck erweckt, dass es sich um einen kostenlose Dienstleistung handelt, muss der Kunde auch dann nichts zahlen, wenn Preisangaben im Kleingedruckten versteckt sind. Das hat das Amtsgericht Hamm entschieden. Geklagt hatte ein SMS-Versandportal.

Smartphone im Café© Drobot Dean / Fotolia.com
16.09.2008, 17:33 Uhr

Das Gericht sah es als erwiesen an, dass die Website des Unternehmens dem Kunden suggeriere, dass es sich um einen kostenlosen Dienst zum Versand von SMS handele. Vor allem die häufige Verwendung von Begriffen wie „free“, „gratis“ und „umsonst“ ließen den Verbraucher nicht davon ausgehen, dass es sich um einen kostenspflichtigen Service handelt. Da der Hinweis auf die tatsächlichen Kosten nur in den Fußnoten der Website auftauchte, wies der Richter die Klage des Unternehmens auf Zahlung von 96 Euro zurück.
Link: Urteil des Amtsgerichts Hamm