Handy-Gebühren im Ausland fallen ab Juni weg

Seit vielen Jahren hat die EU-Kommission an einem ihrer Vorzeige-Projekte gearbeitet: Der Abschaffung der Kosten für International Roaming, also Handy-Telefonate im Ausland. Im Sommer ist es nun so weit, im Juni soll es keine Zusatzkosten mehr geben. Was genau ändert das denn für die Kunden?

Handytarife vergleichen© Viktor Hanacek / picjumbo.com
03.02.2017, 14:57 Uhr

Seit 2007 sind die Gebühren für International Roaming dank Regulierung stetig gefallen. Ab dem 15. Juni 2017 ist es nun so weit: Die zusätzlichen Kosten für Verbraucher, die ihr Smartphone auch in anderen EU-Ländern zum Telefonieren und Surfen nutzen, sollen komplett entfallen, hat die EU beschlossen.
Das heißt konkret, dass EU-Verbraucher auf Reisen in der Europäischen Union für Anrufe, verschickte SMS-Kurznachrichten sowie das Surfen im Internet mit Handys dieselben Preise zahlen werden wie in ihrem Heimatland. Eine besondere Registrierung o.ä. ist für die Nutzer übrigens nicht erforderlich.
Missbrauch verhindern
Da die Preise für Mobilfunk innerhalb der Staaten der EU sich deutlich unterscheiden, wäre es jetzt natürlich am günstigsten, sich in einem Land mit niedrigerem Preisniveau als im Heimaltland eine ausländische SIM-Karte zu besorgen und dann per Roaming zuhause billiger zu telefonieren. Dieser Missbrauch soll jedoch unterbunden werden: Die Mobilfunkbetreiber können von Verbrauchern einen entsprechenden Nachweis verlangen, dass ihr Wohnsitz auch im Mitgliedstaat des Mobilfunkbetreibers liegt. Zudem können Anbieter die Nutzungsmuster der Kunden überprüfen um festzustellen, ob es sich um gelegentliches Roaming oder aber einen gezielten Missbrauch handelt.