Handy im Ausland: Das ändert sich ab diesem Wochenende

Alles neu macht der Mai – das gilt in diesem Fall auch beim Thema International Roaming, also das Telefonieren und Internet-Surfen mit dem Smartphone in anderen Ländern. Innerhalb der EU fallen Extra-Gebühren für Roaming im Sommer 2017 weg, aber ab morgen gibt es jedoch noch einmal Änderungen bei den Handytarifen.

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29.04.2016, 10:24 Uhr

Die Geschichte des International Roaming ist lang, dank der Regulierung durch die EU ist die Nutzung des Handys im Ausland für die Kunden in den vergangenen Jahren jedenfalls stetig billiger geworden. Und das Beste kommt zum Schluss: In 2017 fallen die Kosten für Roaming-Aufschläge innerhalb der Europäischen Union dann völlig weg.
Was müssen Sie wissen?
Zum 30. April 2016 ändern sich erneut die Preise für das Telefonieren innerhalb der Mitgliedsstaaten der Europäischen Union sowie Norwegen, Island und Liechtenstein. Im Sommer 2017 sollen die Roaming-Gebühren komplett fallen.
Bis dahin zahlen Kunden bei Reisen in der EU fürs Surfen, Simsen und Telefonieren nach Deutschland den Inlandspreis plus einen Roaming-Aufschlag. Dieser darf maximal 5 Cent plus Mehrwertsteuer pro Minute für Anrufe, 2 Cent plus Mehrwertsteuer pro SMS oder 5 Cent plus Mehrwertsteuer pro MB für Daten betragen. Ankommende Anrufe werden mit 1,2 Cent (1,4 Cent) berechnet. Keinesfalls wird es teurer als zurzeit. Denn der Inlandspreis und der Aufschlag dürfen zusammen nicht mehr kosten als die bisher geltenden Obergrenzen für Roaming.
Und meine Handy Flatrate?
Für Kunden mit Flatrate-Tarifen, Minutenpaketen oder Inklusivvolumen für Telefonie, SMS oder Surfen gelten besondere Regelungen. Einige Telekommunikationsunternehmen reformieren derzeit ihre Tarife und verlangen bei bestimmten Tarifen, Neukunden oder Vertragsverlängerungen schon in diesem Jahr für das Gebiet der EU keine Roamingzuschläge mehr.
"Diesen kundenfreundlichen Service gibt es aber nicht unbedingt umsonst", informiert Martina Totz von der Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz. "Je nach Anbieter bezahlen die Kunden den Wegfall des EU-Zuschlags unter Umständen mit höheren monatlichen Basispreisen." Außerdem machen es die neuen, uneinheitlichen und dadurch unübersichtlichen Regelungen der einzelnen Anbieter den Kunden schwer, die tatsächlich geltenden Konditionen festzustellen, kritisiert die Verbraucherzentrale. Sie rät daher, sich vor Reiseantritt bei seinem Mobilfunkanbieter über die Preise zu informieren.
Und außerhalb der EU?
Die Anbieter können auch weiterhin eigene "Reise"-Pakete mit speziellen Auslandsoptionen anbieten. Ein Wechsel zwischen dem regulierten EU-Roamingtarif und dem "Reisetarif" des Anbieters sollte jederzeit kostenlos möglich sein.
Für Telefonieren und Surfen im Nicht-EU-Ausland sowie auf Kreuzfahrtschiffen, Fähren und in Flugzeugen sind gesonderte Preise gültig. Der weltweit geltende "Kostenairbag für Datenverbindungen", der vor ausufernden Roaming-Kosten schützen soll, gilt auch weiterhin. Wenn Verbindungskosten in Höhe von 59,50 Euro entstanden sind, soll - sofern technisch möglich - die mobile Datennutzung automatisch getrennt werden.