Handy-Verbot an Schulen?

Die bayerische Staatsregierung erwägt nach mehreren Fällen von Gewaltvideos auf Schüler-Handys ein generelles Handy-Verbot an Schulen. Das Kultusministerium prüft derzeit, welche Verordnungen oder Gesetzesänderungen für ein solches Handy-Verbot notwendig seien.  

Handy Tarifvergleich© George Dolgikh / Fotolia.com
22.03.2006, 11:03 Uhr

Kürzlich waren in mehreren Bundesländern Fälle publik geworden, in denen Schüler auf ihren Mobiltelefonen Gewalt- und Pornovideos gespeichert hatten und diese untereinander austauschten, es kam zu Beschlagnahmungen und Verweisen. Er wisse nicht, ob dies nur die «Spitze des Eisbergs» sei, sagte der bayerische Kultusminister Siegfried Schneider.
Ähnlich äußerte sich seine Kollegin, die bayerische Sozialministerin Christa Stewens: Die Gewaltvideos gefährdeten Jugendliche in ihrer psychischen Entwicklung, warnte sie, Mobiltelefone hätten im Unterricht ohnehin nichts zu suchen. Als erste Vorsichtsmaßnahme schlug die Ministerin vor, dass Eltern ihren Kindern Handys ohne Foto- und Videofunktion kaufen sollten.
Zugleich appellierte Stewens an die Eltern, in Zukunft genauer hinzusehen, was genau sich ihre Kinder auf das Handy laden. Es sei erschreckend, dass mehr als 60% aller Eltern nicht wüssten, womit sich ihre Kinder beschäftigen.
Auch in der Hauptstadt Berlin will eine Schulleiterin nun ein Handy-Verbot durchsetzen, nachdem sich die Schüler einer Oberschule per SMS zu einer Massenschlägerei verabredet hatten, wie die Boulevardzeitung BZ berichtete. Mobiltelefone sollen Ihrer Vorstellung nach grundsätzlich weder während der Unterrichtszeit noch in den Pausen benutzt werden dürfen. Bislang gilt an den meisten Schulen das Verbot nur während des Unterrichts.