Handyknigge lässt deutsche Nutzer kalt

Seit etwa 15 Jahren ermittelt eine Arbeitsgruppe rund um den Psychologen und Handy-Experten Raimund Schmolze so etwas wie Benimm-Standards im Umgang mit dem Handy. Gleichwohl weiß der Experte zu berichten, dass es die meisten Menschen nicht so genau nehmen mit der Höflichkeit beim Umgang mit mobilen Geräten.

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22.10.2011, 13:00 Uhr

Schmolze und sein Team befragte gut 12.000 Menschen aus 16 verschiedenen Ländern, welche Sünden im Umgang mit mobilen Geräten der Allgemeinheit am meisten auf die Nerven gehen. Die Ergebnisse unterscheiden sich von Land zu Land recht deutlich. Das Telefonieren im Cafe wird beispielsweise in vielen Ländern toleriert. In Spanien wird es aber nicht gern gesehen. "Kulturelle Unterschiede machen sich auch im Umgang mit mobilen Geräten bemerkbar. Spanier telefonieren tendenziell lebhafter als Deutsche, weshalb ein Telefonat im Cafe vielleicht als störender empfunden wird", so Schmolze.
Nerviges Klingen
Ein Drittel der Deutschen hält das Benehmen vieler mobiler Gerätenutzer für unzulänglich. Dagegen gibt nur ein Prozent der Befragten in der Bundesrepublik zu, auch selber manchmal gegen die digitale Etikette zu verstoßen. Die unbeliebtesten Regelverletzungen im Alltag sind nervige Klingeltöne und zu laute Gespräche. 57 Prozent der deutschen Befragten finden das unausstehlich. Nur das Schreiben von Kurznachrichten am Steuer erregt bei über zwei Drittel der Befragten noch mehr Unmut. Trotzdem geben über 30 Prozent der Deutschen an, schon einmal im Fahrersitz eine SMS verschickt zu haben.
Gespräche auf der Toilette
Laute Telefonate in öffentlichen Toiletten sind in Europa fast überall verpönt. In Spanien, Ägypten und den Vereinigten Arabischen Emiraten sind sie aber nichts Besonderes. Was in beinahe allen Ländern ungern gesehen wird, ist Prahlerei mit dem Mobiltelefon. In Deutschland sind etwa zwei Drittel der Befragten genervt von Handys als Statussymbolen.
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