Handytarife bald deutlich günstiger?

Geht es nach dem Willen der EU-Kommission, dann könnten Gespräche zum Handy in Deutschland in Zukunft deutlich billiger werden. Brüssel plant die Terminierungsentgelte, welche die Betreiber für die Weiterleitung von Gesprächen in ihr Netz verlangen, deutlich abzusenken.

Handy Tarifvergleich© George Dolgikh / Fotolia.com
13.05.2008, 12:06 Uhr

Anrufe vom Festnetz zum Handy sind in Deutschland fast immer teurer als umgekehrt. Ein Hauptgrund dafür sind die so genannten Terminierungsentgelte. Dabei handelt es sich um Gebühren die ein Mobilfunk-Betreiber verlangt, um ein Gespräch in sein Netz zu vermitteln. Während diese im Festnetzbereich zwischen 0,36 und 1,36 Cent pro Minute liegen, verlangen Mobilfunkbetreiber bis zu 8,8 Cent pro Minute. Genau hier will die EU-Kommission einschreiten.


Angleichen von Fest- und Mobilfunknetz


Nach dem Willen von EU-Kommissarin Viviane Reding sollen bis zum Jahr 2012 die Terminierungsentgelte europaweit vereinheitlicht und auf ein Niveau von 1-2 Cent abgesenkt werden. "In manchen EU-Staaten subventionieren all diejenigen, die eine Handy-Rufnummer anwählen, die Mobilfunk-Industrie zum Nachteil des Festnetzes“, so Reding im Hinblick auf die großen Unterschiede in den Terminierungsentgelten zwischen den verschiedenen Betreibern. Die Kosten für den Betreib der Mobilfunknetze seinen in den letzten Jahren deutlich gesunken, so dass diese Differenz kaum mehr zu rechtfertigen sei.


Ob die Pläne der EU-Kommission auch genau so umgesetzt werden, und in wie weit der Endverbraucher von dieser Preissenkung profitieren kann, bleibt abzuwarten. Die Anbieter dürften den EU-Plänen jedenfalls größtmöglichen Widerstand entgegenbringen.