Happy Birthday! Die SMS wird 20 Jahre

"Merry Christmas": Nur 15 von 160 möglichen Zeichen nutzte Neil Papworth am 3. Dezember 1992, um die weltweit erste Kurzmitteilung zu verschicken - damals von einem PC an ein Handy ins britische Netz von Vodafone. Niemand ahnte, dass in diesem Moment der Short Messaging Service (SMS) seinen Siegeszug um den Globus startete.

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27.11.2012, 12:22 Uhr

Sogar allgemeinverständliche Kurzformate verbreiteten sich in der Beschränkung auf knappe 160 Zeichen: "Hab dich ganz doll lieb" schrumpft SMS-typisch auf "Hdgdl", das Lächeln wird zum Smiley :-) und aus lautem Lachen (laughing out loud) wird ein kurzes "lol". Mittlerweile werden jährlich ca. 55 Milliarden der kurzen Nachrichten in Deutschland, davon 20 Milliarden im Vodafone-Netz, ausgetauscht. Am Tag versenden die Deutschen fast 117 Millionen Kurz-Mitteilungen und damit pro Minute mehr als 80.000 SMS. Ein grundlegender Wandel steht dem Short Messaging Service nun durch den Smartphone-Boom bevor: Mit "joyn" bietet der Düsseldorfer Kommunikationskonzern als erster Netzbetreiber eine würdige Erweiterung an. Mit dieser können nicht nur Nachrichten, sondern auch Dateien, Videos und Fotos ausgetauscht werden. Und wie auch mit der SMS geht das sicher und schnell.
Die Geschichte der SMS
Am 3. Dezember 1992 tippte Neil Papworth Weihnachtsgrüße auf der Tastatur, sendete die Kurznachricht von einem Computer an ein Mobiltelefon im britischen Vodafone-Netz. Dann folgten zunächst lange Monate der weiteren Entwicklung. Erst seit 1994 unterstützt nahezu jedes Mobiltelefon den kommerziellen SMS-Dienst. Trotzdem gab es anfangs viele Skeptiker, die der SMS keinen Erfolg zutrauten - gestützt durch die Limitierung auf 160 Zeichen und die komplizierte Texteingabe auf der Zehnertastatur des Handys. Die technischen Einschränkungen sprachen gegen einen Erfolg. Und doch wurde die SMS zum Publikumsliebling. Der "Short Messaging Service" eroberte die Welt.
"Tatsächlich wurde die SMS zunächst kaum von unseren Kunden genutzt. Der exponentielle Anstieg des SMS-Versandes begann dann erst Ende der Neunzigerjahre", so Erik Friemuth, Leiter der Consumersparte bei Vodafone. "Damals sorgte die Einführung der Prepaid-Angebote dafür, dass die Zahl der versendeten SMS rasant von 3,6 Milliarden im Jahr 1999 auf 11,4 Milliarden im Jahr 2000 anstieg. Seitdem ist die SMS-Zahl jedes Jahr weiter gewachsen und in allen Teilen der Gesellschaft als schnelles Kommunikationsmittel etabliert".
Die SMS - kein Auslaufmodell
Trotz Smartphone-Booms wächst die SMS-Nutzung. Zum Halbjahr kletterten die Umsätze mit SMS und MMS bei Vodafone um 4,2 Prozent auf 521 Millionen Euro. Das Bild deckt sich mit den Marktzahlen der Branche. Der Bundesnetzagentur zur Folge wurden 2011 rund 55 Milliarden Kurzmitteilungen in Deutschland versendet. Dies entspricht einem Wachstum von 30 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. 41 Prozent der Smartphone-Besitzer in Deutschland geben außerdem an, neben dem Surfen (43 Prozent) und Telefonieren (42 Prozent) ihr Hightech-Handy täglich für das Versenden von SMS zu nutzen. Damit behauptet sich der Kurznachrichtenservice gegenüber den Angeboten in den Sozialen Netzwerken. Diese werden lediglich von 34 Prozent täglich als Kommunikationsmittel gebraucht.
 Joyn & Co. - was kommt nach der SMS?
Trotz stabiler Anzahl der SMS-Nachrichten steht die Nutzung mobiler Datendienste zunehmend im Fokus der Handy-Besitzer. Daher hat Vodafone als erster Netzbetreiber den Dienst "joyn" in Deutschland gestartet. Über die künftig netzübergreifende Applikation können nicht nur Kurznachrichten, sondern auch Dateien, Bilder und Videos getauscht und zugleich Videotelefonate geführt werden. Eine Stärke der SMS hat joyn verinnerlicht: Daten, die ausgetauscht werden, sind jederzeit verschlüsselt und geschützt. Durch die umfangreichen Sicherheitsstandards der App ist es möglich vertrauliche Daten von Mobiltelefon zu Mobiltelefon zu übertragen. Die SMS hat mit joyn eine erhebliche Erweiterung gefunden.
Liebeserklärungen und Urlaubsgrüße
Vertraulichkeit ist bei der "klassischen" SMS selbstverständlich und spiegelt sich im Nutzerverhalten, belegen Forsa-Umfragen. 64 Prozent der Handynutzer im Alter von 14 bis 36 Jahren verschicken auf diesem Wege kurze Liebeserklärungen. Auch bei Urlaubsgrüßen steht die SMS hoch in der Gunst der Deutschen - 26 Prozent der Urlauber verschicken ihre Grüße elektronisch im 160-Zeichen-Format. Damit muss sich die SMS nur der alteingesessenen Urlaubspostkarte geschlagen geben, die trotz fortschreitender Digitalisierung ihre Spitzenposition mit 53 Prozent verteidigt. Und: Jeder fünfte Bundesbürger verschickt Weihnachtsgrüße per SMS. Neben der privaten Verwendung wird die SMS natürlich auch im Arbeitsalltag zum Informationsaustausch verwendet. Prominentestes Beispiel ist dabei sicherlich Bundeskanzlerin Angela Merkel. Sie nutzt die SMS im politischen Alltag für den schnellen Informationsaustausch.