Happy Birthday Handy: Vor 15 Jahren wurde erstmals mobil telefoniert

Am 30. Juni 1992 wurde das erste kommerzielle Telefonat mit dem Handy geführt - und zwar im Vodafone-Netz (damals noch D2-Netz). Seitdem hat der Mobilfunk eine rasante Erfolgsgeschichte zurückgelegt.  

Handytarife© kite rin / Fotolia.com
28.06.2007, 15:04 Uhr

Heute telefonieren in Deutschland statistisch betrachtet über 80 Millionen Bundesbürger mit ihrem Mobiltelefon. Vor 15 Jahren waren die Handys nicht nur groß, klobig und schwer, sondern ermöglichten ausschließlich das Telefonieren. Heute hingegen sind viele Handys wahre Allround-Künstler: Musik hören mit dem integrierten MP3-Player, TV-Programme anschauen per DVBH, ins Internet gehen, E-Mails lesen ist kein Problem. Die Mobiltelefone sind zudem oft auch noch kleine und sehr handliche Designwunder und ... telefonieren kann man auch noch mit ihnen.
Die große Vision zum Netzstart bestand darin, mobiles Telefonieren für breite Bevölkerungsmassen erschwinglich zu machen. 15 Jahre später gehört der Mobilfunk zum Alltag der Deutschen. In vielen Haushalten ersetzt das Handy sogar bereits das ehemalige Festnetz-Telefon.
Nachdem Vodafone - damals noch Mannesmann D2 - im Dezember 1989 eine der begehrten Mobilfunklizenzen erhalten hatte, wurde am Aufbau des Mobilfunknetzes gearbeitet. Knapp drei Jahre dauerten die vorbereitenden Arbeiten, bis am 30. Juni 1992 der kommerzielle Netzbetrieb starten konnte. DeTeMobil (heute T-Mobile) folgte einen Tag später. Die ersten Kunden telefonierten noch über Festeinbauten oder schwergewichtige tragbare Telefone. Kurz darauf kamen die ersten Handys auf den Markt, die immer noch rund 400 Gramm schwer waren und deren Akku im Stand-by-Betrieb höchstens 20 Stunden hielt.
Als weitere Anbieter kamen 1994 E-Plus und Viag Interkom (heute o2) hinzu.
Neue Produkte, mehr Kunden
In den 90er Jahren beflügelte die Einführung des SMS-Dienstes (1995) und die Einführung von Prepaid-Karten (1997) den Erfolg. Das Versenden von SMS hat sich nahezu zum Volkssport entwickelt - und nicht zuletzt dank Prepaid-Karten explodierten die Kundenzahlen der Anbieter.
Vodafone ersteigerte im Jahr 2000 eine der in Deutschland angebotenen UMTS-Lizenzen und nahm im Februar 2004 als erster Netzbetreiber das UMTS-Netz kommerziell in Betrieb. Diese Technologie ermöglicht es unter anderem auf dem Handy TV zu schauen, ins Internet zu gehen und Musik herunter zu laden. Mittlerweile wird das Mobilfunknetz nicht nur von "Handys" genutzt; vielmehr loggen sich Internetnutzer mit ihrem Notebook ein. Ein weiterer Entwicklungsschritt wurde mit der Einführung von HSDPA im Jahr 2006 gemacht. Heute kann man im Mobilfunknetz ebenso schnell surfen wie mit schnellen Internetverbindungen über DSL-Telefonkabel, nämlich mit bis zu 3,6 Mbit/s, an einigen Hotspots auch mit 7,2 Mbit/s.
Kosten für Handytarife stark gesunken
Lagen Handys von damals noch bei Preisen von über 1.000 Euro und die Minutenpreise bei Laufzeitverträgen bei knapp einem Euro, so hat sich seitdem einiges getan. Heute telefoniert man schon ab wenigen Cent mobil, die Discounter haben seit rund zwei Jahren eine neue Preisspirale angestossen, deren Ende immer noch nicht abzusehen ist.