Huawei legt eine Schippe drauf

Die Chinesen haben auf der IFA in Berlin zwei neue Smartphones vorgestellt. Eigentlich waren es drei an der Zahl, aber voraussichtlich schaffen es nur das Ascend Mate 7 und das G7 nach Deutschland. handytarife.de fasst die Präsentation für Sie zusammen.

Huawei© Huawei Technologies Co., Ltd.
05.09.2014, 01:08 Uhr

Huawei ist die Nummer 3

Der CEO Richard Yu machte den Anfang und fasste zunächst die Situation des Unternehmens zusammen. Dieser CEO ist übrigens das beste Beispiel, um zu zeigen, dass man erfolgreich sein kann ohne richtig englisch sprechen zu können. Der Enthusiasmus von Richard Yu für den Mobilfunkmarkt es riesig, aber ihm zuzuhören gleicht einer Strafe, die zum Glück dadurch abgemildert wird, indem die Pressemitteilungen zur Präsentation auf deutsch zeitnah verschickt werden.

„Huawei will geliebt werden“. Das wollen die Chinesen mit Design, Qualität und LTE erreichen. Außerdem setzt man beim Marketing auf Fußball und hat bei der Präsentation des Ascend P7 angeblich einen Social-Media-Trend mit dem Hashtag „Groufie“ gesetzt. Der Service soll eins der kommenden Steckenpferde von Huawei werden. So will man die Nummer eins werden, die man in China angeblich schon ist.

Es folgte die Präsentation des P7 Sapphire-Edition, das auf der Front mit Saphirglas und auf der Rückseite mit Keramik aufwartet. Ein Roségold-Rahmen rundet das Update des Ascend P7 ab, das es wohl nicht in den deutschen Handel schaffen wird, sondern in erster Ljnie den Kollegen von Apple mit dem iPhone 6 zeigen soll, wozu Huawei in der Lage ist.

Das Ascend G7

Dieses Mittelklasse-Smartphone wird im Oktober auf den Markt kommen und 299 Euro kosten. Dabei soll es insbesondere junge Leute ansprechen, die ein großes Display haben wollen und umfangreiche Kamera-Funktionen bevorzugen. Der 5,5 Zoll HD-Bildschirm sitzt in einem hochwertigen Vollmetall-Gehäuse, das in grau, gold und weiß-silber erhältlich ein wird. Der 3000 mAh Akku soll für Ausdauer und der LTE-Chip für rasante Downloadraten sorgen.

Da die Kamera einen Schwerpunkt bildet, verfügt das G7 auf der Rückseite über einen 13 und auf der Front über einen 5 Megapixel Sensor. Panorama-Aufnahmen sind nun vertikal und horizontal möglich und die automatische Aufhübschung von Gesichtern funktioniert jetzt nicht mehr nur bei Fotos, sondern auch bei Videos. Der 1,2 Ghz Quadcore-Prozessor verortet das Smartphone in der Mittelklasse. Alles Weitere wird ein detaillierter Test klären.

Das Ascend Mate 7 – Das neue Flaggschiff

Dass Huawei nochmal nachlegen würde, war uns nach dem Test des P7 schon klar. Wie deutlich die Chinesen mit der neuen Benutzeroberfläche EMUI 3.0 nachlegen, wird ein ausführlicher Testbericht zeigen. Das Testgerät konnten wir direkt aus Berlin mitnehmen. Die Sieben im Namen ist reines Marketing: 7 Innovationen. Wir lenken nun aber den Blick auf das Wesentliche: Huawei verbaut im Mate 7 einen eigenen Oktacore-Prozessor.

Acht Kerne sind per se nichts neues, doch Huawei organisiert die Prozessorkerne auf eine besondere Art: viermal 1,8 Ghz und viermal 1,3 Ghz werden je nach Anforderung angesteuert. Die großen Kerne kommen also bei aufwendigen Aufgaben, wie Spielen und HD-Videos, zum Einsatz. Für E-Mails werden lediglich drei 1,3 Ghz Einheiten verwendet, bei Telefonaten und SMS gar nur eine. Ein Co-Prozessor, wie ihn auch das iPhone 5S vorweisen kann, ist alleine für das Sensoren-Management verantwortlich, sodass zum Beispiel das Zählen von Schritten sehr energiesparend von Statten gehen soll.

Unter der abgerundeten Rückseite sitzt ein 4100 mAh Akku. Das ist ein riesiger Akku, mit dem das Smartphone zwei Tage durchhalten soll. Das wäre insoweit beeindruckend, weil Displays die größten Stromfresser sind und das Huawei Ascend Mate 7 verfügt über einen 6 Zoll FullHD-Bildschirm, der es trotz eines sehr schmalen Rahmens deutlich in die Phablet-Klasse rückt. NFC, LTE Cat 6 (bis zu 300 Mbit/s), Kameras mit 13 und 5 Megapixeln, sowie ein Fingerprintsensor gehören außerdem zum Ausstattungsumfang des neuen chinesische Flaggschiffs, das ab Oktober für 499 Euro erhältlich sein wird.

Jérôme Lefèvre / Redaktion handytarife.de