Huawei stellt Wearable Collection vor

Am Sonntag, also einen Tag vor Beginn des Mobile World Congress in Barcelona, wurden von Huawei gleich drei neue Wearables präsentiert. Alle drei sollen den Chinesen dabei helfen "most loved consumer brand" zu werden. handytarife.de war bei der Präsentation dabei und verrät die ersten Informationen.

Huawei© Huawei Technologies Co., Ltd.
01.03.2015, 22:28 Uhr

Die Pressekonfernenz fand in einem Hotel statt, dass einfach nur "W" heißt und mit seiner Architektur, der direkten Nähe zum Meer und den Palmen davor an Dubai erinnert. Dort, wo der Reichtum grenzenlos zu sein scheint, würde auch eine Präsentation von neuen Wearables gut hin passen, die einem neuen Premium-Anspruch gerecht werden sollen. Nun findet aber die größte Mobilfunkmesse der Welt nicht in Dubai, sondern in Barcelona statt.

"Where are we today?"

So wurde die versammelte Journalie zunächst Zeuge der "unglaublichen" Erfolge des chinesischen Konzerns seit 2011. Bei dem Wort "unglaublich" klingelt es, denn das Firmen-Motto dreht sich nun schon länger um den alten Toyota-Slogan herum und geht nun darin auf, dass "making the impossible possible" etwas mit Träumen zu tun hat. Wer hier nun träumen soll, ob die Kunden mit einem Huawei-Smartphone besser träumen oder es für die Chinesen ein Traum bleiben wird auf einer Stufe mit Coca Cola und Nike zu stehen, geht in der Selbstbeweihräucherung unter.

Unser Test vom Talkband B1 ist noch nicht lange her und schon zeigt Huawei den Nachfolger, der auf den ersten Blick wesentlich edler daherkommen soll. Dem Talkband B1 nimmt man von Beginn an ab, dass es ein widerstandsfähiger Begleiter an verschwitzten Handgelenken ist. So passte es aber nicht besonders gut in den Alltag, der nicht nur aus Sport besteht. Ende April soll das Talkband B2 dieses Manko beseitigen.

Nun kommen verschiedene Farben und Materialien zum Einsatz: Das Bluetooth-Headset gibt es nun in schwarz, weiß und gold. Diese Einheit mit Display wird in ein farblich passendes Kunststoff-Armband eingelegt und kostet dann 169 Euro. Wer mehr Qualität am Handgelenk spüren möchte, der wird zur Premium-Variante mit Leder-Armband für 199 Euro greifen, der dann hoffentlich ein Kunstsoff-Arband beiliegt, weil sonst wiederum ein Manko beim Sport besteht.

Smarter soll es mit einem Sechs-Achsen-Sensor zurgehen, der in Kombination mit einem neuen Algorithmus noch präziser erkennen kann, um welche Art der Bewegung es sich handelt und in der passenden App aufzeichnet. Clever ist außerdem, dass trotz Koppelung nicht jeder  Anruf mit dem Headset entgegengenommen werden muss, sondern auch erkannt wird, wenn das Smartphone zur Annahme eines Telefonats verwendet wird.

Als nächstes wurde das Talkband N1 vorgestellt und macht leider einen weniger überzeugenden Eindruck. Wearables sollen mehr um mehr zum Schmuckstück werden, zu einem kleidenden Accessoir, das man gerne trägt, das einen nicht direkt als Nerd entlarvt und vielleicht auch so Frauen für sich gewinnt. So sollen diese Bluetooth-Kopfhörer als Halskette getragen werden, wenn sie gerade keine Musik abspielen.

Wenn sie in den Ohren stecken, dann machen sie einen klobigen Eindruck. Die 4 Gigabyte interner Speicher sollen für Musik Verwendung finden, damit das Smartphone beim Sport nicht mitgeführt werden muss. So zeichnet das Headset Schritte und Kalorienverbauch auf, kann allerdings nicht als Herzfreqzenzmesser verwendet werden. LG hat solche Kopfhörer auf der CES 2014 vorgestellt. Das Talkband N1 als Halskette zur Schlafanalyse zu tragen ist gänzlich unpraktisch. Ab Ende Mai soll es in gold, silber und pink für 119 Euro erhältlich sein.

Huaweis Health Ecosystem

Nun müssen die ganzen gesammelten Daten auch irgendwo abgelegt und ausgewertet werden. Werden datenschutzrechtliche Bedenken ausgeblendet, bietet Huawei nun eine eigene Plattform zur Auswertung und Speicherung des ermittelten Daten, die außerdem mit "Google Fit" und "Jawbone" abgeglichen werden können. Darüber wird auch das Flaggschiff der neuen Wearables von Huawei in das Health Ecosystem integriert. Die Rede ist von der Huawei Watch.

Sie hat neben dem Sechs-Achsen-Sensor zur Identifikation von Bewegungsprofilen auch ein Barometer zur Höhenmessung und einen Herzfrequenzmesser am Uhrenboden. Der Durchmesser von 42 Millimetern soll sich für Männer und Frauen gleichermaßen gut eignen und die Armbänder können durch herkömmliche 18-Millimeter-Bänder ersetzt werden. In die Nähe eines Schmuckstücks möchten die Chinesen ihre erste Smartwatch durch die Verwendung von Saphirglas und einem Uniboy-Uhrengehäuse aus Edelstahl rücken.

Damit orientiert sich Huawei bei den Materialien an Apple, wobei die chinesische Smartwatch darauf verzichtet mit dem einzigen Knopf oben rechts die Krone zu immitieren, die bei der Apple Watch das zentrale Steuerungselement sein wird. Die Huawei Watch läuft mit dem Betriebssystem Android Wear und soll Mitte dieses Jahres in den Handel kommen, wobei die Preise noch offen sind.

Jérôme Lefèvre / Redaktion handytarife.de