Immer mehr Schadsoftware für mobile Endgeräte

Allein in der zweiten Jahreshälfte 2011 ist die Zahl an Malware für Googles Betriebssystem Android um 3.325 Prozent gestiegen. Neue Tricks locken Verbraucher in die Falle und lassen sie für kostenlose Apps bezahlen. Dies geht aus dem aktuellen "Mobile Threats Reports 2011" des Netzwerkausrüsters Juniper Networks hervor.

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17.02.2012, 15:00 Uhr

Es gibt so viel Malware wie noch nie. Besonders die Google-Plattform Android ist von Angriffen durch Schadsoftware betroffen. Mobile Malware ist außerdem so intelligent wie noch nie. Cyberkriminelle verfeinern ihr Handwerk immer weiter. Sie finden dabei immer wieder neue Wege, sich Schwachstellen der Plattformen und Geräte sowie das Verhalten der Anwender zu Nutze zu machen. Apps sind für Hacker der beliebteste Weg, sich Zugriff auf Geräte zu verschaffen, da Smartphone-Nutzer sich so viele Apps herunterladen wie noch nie.
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Das Mobile Threat Center von Juniper hat für den Mobile Threats Report 2011 über 790.000 Applikationen und Schwachstellen für jedes bekannte mobile Betriebssystem untersucht.
Weitere Schlüssel-Erkenntnisse des Reports
Zwischen 2010 und 2011 verzeichnete das Mobile Threat Center insgesamt einen Anstieg um 155 Prozent bei mobiler Malware auf allen gängigen mobilen Plattformen. Allein in der zweiten Jahreshälfte 2011 wuchs die Zahl der Schadprogramme für Googles Betriebssystem Android um 3325 Prozent. Die große Mehrheit mobiler Malware war Spyware (63 Prozent), 36 Prozent waren SMS-Trojaner.
Auf das Apple-Betriebssystem iOS gibt es weiterhin weniger Angriffe, was am abgeschlosseneren Charakter des Ökosystems liegt; 2011 gelang es Sicherheitsforschern dennoch, eine ungeprüfte Applikation im Apple App Store zu platzieren.
Die Malware-Typen mit der größten Wachstumsrate im vergangenen Jahr waren die sogenannten "Fake Installer". Fake Installer sorgen dafür, dass ihre Opfer unbewusst für gehackte Versionen beliebter Applikationen bezahlen, die eigentlich kostenlos angeboten werden.
Verbraucher unterschätzen Gefahr durch Handy-Viren
Zusätzlich zu der steigenden Bedrohung durch Schadsoftware bleibt das Risikobewusstsein von Verbrauchern und Unternehmen weiterhin sehr gering: Allein im vergangenen Jahr benötigte fast jeder fünfte Anwender der Junos Pulse Mobile Security Suite (eine Sicherheits- und Managementlösung für mobile Endgeräte von Juniper) Hilfe, um ein verloren gegangenes Smartphone zu lokalisieren.
"Der drastische Anstieg von Malware für Smartphones und Tablet PCs in Verbindung mit der Sorge um verlorene und gestohlene Geräte zeigt, wie wichtig mobile Sicherheit ist - eine Angelegenheit, die alle betrifft", so Dan Hoffman, Chief Mobile Security Evangelist von Juniper Networks. "Um Smartphones und Tablets zu schützen, bedarf es einer Kombination verschiedener Maßnahmen. Verbindungen müssen vor ungewollten Unterbrechungen geschützt werden, der Datentransport muss gegen Diebstahl oder vor den Blicken Dritter gesichert werden. Außerdem müssen die Geräte gegen sich schnell verbreitende Malware abgeschirmt werden. Für den Fall eines Diebstahls von Handy oder Tablet müssen Daten, Benutzernamen und Passwörter sicher sein" rät Sanjay Beri, Vice President und General Manager, Junos Pulse Business Unit von Juniper Networks.