Kommt das Ende der Flatrates?

Eine aktuelle Studie behauptet, dass Flatrate Handytarife bald ausgedient haben sollen. Demnach sollen Apps zukünftig zur wichtigsten Umsatzquelle der Mobilfunkanbieter werden. Ziel sei unter anderem auch die Entlastung der bestehenden Netze, die inzwischen durch zunehmende Daten-Anwendungen höher frequentiert sind.

mobiles Internet Handy© zphoto83 / Fotolia.com
26.08.2010, 14:00 Uhr

Fast die Hälfte (47 Prozent) der von der Kanzlei Freshfields Bruckhaus Deringer befragten Mobilfunk-Manager sehen durch Modelle mit All Inclusive Flatrate Endkunden-Datentarifen den Spielraum für Umsatzsteigerungen eingeschränkt, und 55 Prozent erwarten, dass Mobilfunknetzbetreiber in Zukunft volumenabhängige Tarife einführen werden.
Mehr als 60 Prozent der Befragten sind der Ansicht, dass neue Tarif-Mechanismen dazu beitragen können, das Problem der exponentiell steigenden Netzbelastung aufgrund datenintensiver Mobilfunknutzungen (gefördert unter anderem durch Smartphones mit Internetverbindung) zu entschärfen. Als wichtigste Einnahmequellen aus diesem Datenverkehr in den nächsten drei Jahren erwarten die Mobilfunkmanager Downloads von Applikationen (37 Prozent), Voice-Downloads (36 Prozent) und Video-Downloads (32 Prozent).
Datentarife - Mit dem Handy ins Internet
Eigene App-Stores
Mehr als ein Drittel der befragten Mobilfunkbetreiber (35 Prozent) planen entsprechend für die nächsten drei Jahre, ihr Angebot von Inhalten und Diensten für die Nutzer zu erweitern. Fast 80 Prozent erwarten dabei eine Verbesserung ihrer Wettbewerbsposition durch eine Öffnung ihrer Plattformen für unabhängige Applikationsentwickler, und fast die Hälfte (45 Prozent) will eigene sogenannte "App Stores" eröffnen.
Kritiker: Kunden wollen Flatrates
Nicht alle jedoch teilen die Ergebnisse der Untersuchung. Kritiker sind der Ansicht, dass Kunden keine nur schwer kalkulierbaren Tarifangebote nutzen wollen. Datenanwendungen sind in der Tat schwer kalkulierbar, denn während man seine Gesprächszeit relativ realistisch einschätzen kann, fällt dies bei einer Datenübertragung schwer, denn die wenigsten Nutzer dürften eine Vorstellung davon haben, wie viele KB oder MB an Daten übertragen werden, wenn sie eine E-Mail verschicken oder mit ihrem Handy in einem Nachrichtenportal im Internet stöbern.