LG G5 und Samsung Galaxy S7 vorgestellt

Hattrick am Sonntag: Einen Tag vor dem offiziellen Start des Mobile World Congress in Barcelona wurden die ersten Katzen aus dem Sack gelassen und drei neue Smartphone-Flaggschiffe für das Jahr 2016 präsentiert. Das Galaxy S7 gibt es nur noch in zwei Varianten, doch die Überraschung gelang LG mit dem neuen G5.

LG© LG Electronics
21.02.2016, 23:10 Uhr


Samsung nun mit zwei Varianten der S-Klasse
 

Samsung streicht die Edge-Variante mit dem 5,1 Zoll Bildschirm. Ab dem 11. März gibt es nur noch das Samsung Galaxy S7 in dieser Größe mit doppelter FullHD-Auflösung im Handel. Das Galaxy S6 edge+ wurde geschrumpft und um das "+" beraubt. Ebenso hoch auflösend kommt das Samsung Galaxy S7 edge mit 5,5 Zoll zum gleichen Zeitpunkt auf den Markt. Die unverbindliche Preisempfehlung des Herstellers beträgt 699 bzw. 799 Euro. Beide Bildschirme bieten eine Allways-On-Funktion, mit der Uhrzeit und Benachrichtigungen permanent angezeigt werden.

Das handlichste Modell ist nun also das S7. Wer ein Phablet sucht, der entscheidet sich für das S7 edge und Samsung verschafft sich Luft nach oben, um das Note 6 wieder mit gebührendem Abstand folgen zu lassen. Die Edge, also die Seiten des zu den Rändern gebogenen Displays, erhält auch wieder Zusatzfunktionen für die Benutzeroberfläche. Die Koreaner geben Entwicklern die Möglichkeit eigene Inhalte hierfür zu entwickeln. So ist nicht nur der Samsung-Kalender prominenter eingebunden, sondern auch der Newsfeed von Yahoo. Ob andere App-Entwickler diese Schnittstelle nutzen werden und Nutzer des Samsung Galaxy S6 edge und edge+ auch in den Genuss des Features kommen, werden die kommenden Monate zeigen.

Der Prozessor wartet mit 30 und der Grafik-Chipsatz mit 60 Prozent mehr Leistung auf. Dabei verspricht der Hersteller keine Überhitzung dank einer Flüssigkeit, die sich der Temperatur anpasst, und so zum Abtransport der Wärme dient. Die Akkus wachsen deutlich auf 3000 bzw. 3600 mAh. Die Möglichkeit zum drahtlosen Aufladen bleibt und zwei alte Bekannte aus dem Vor-Vorgänger S5 halten wieder Einzug: Die Galaxy S7-Reihe ist nun wasser- und staubdicht gemäß IP68 und es gibt wieder einen Speicherkartenslot, um den internen Speicher von 32 Gigabyte um bis zu 2 Terrabyte zu erweitern.

Und siehe da, der Kamera-Buckel ist verschwunden - also fast. Der Metallrahmen, der das Glas über der Linse einfasst, steht noch ein wenig hervor. Das ist nun aber unter einem Millimeter und in etwa so gut gelöst, wie beim neuen Samsung Galaxy A3 2016. Die neue Kamera hat weniger Megapixel. Was? Samsung erklärt diesen Schritt zu einem 12 statt 16 Megapixel Sensor mit einer besseren Lichtausbeute, die sich insbesondere bei schlechten Lichtverhältnissen auszahlen soll, weil jeder Pixel nun mehr Fläche, und so auch mehr Licht aufnehmen kann.

Fokussieren geht nun noch schneller und es wird spezielle Cover geben, mit denen Objektive an der Kamera angebrcht werden können. Generell werden die Koreaner deutlich mehr Zubehör für die S7-Reihe anbieten. Im ersten Hands-On bei Samsung machten beide Smartphones einen sehr guten Eindruck. Sie fühlen sich edel an und liegen gut in der Hand. Alles Weitere werden Sie in unsem ausführlicher Test lesen, wenn wir ein Samsung Galaxy S7 in schwarz, gold, silber oder weiß genauer unter die Lupe nehmen konnten.

Das LG G5 - Das erste modulare Smartphone

 "We aim to bring back the exitement to mobile phones" war ein Satz, der bei der Pressekonferenz fiel, und dem danach auch erstmal jeder Glauben schenkte, der dabei gewesen ist. LG möchte Handys wieder aufregend machen, und das scheint ihnen auch zu gelingen - vorerst.

Auch beim LG G5 gibt es ein Allway-On-Display, das in Quad-HD auflöst. Allerdings ist diese 5,3 Zoll große Version technisch etwas spannender: Beim Super-AMOLED-Display von Samsung können alle Pixel einzeln angesteuert werden, weil sie selber leuchten. So wird bei der gedimmten Anzeige von Uhrzeit und Benachrichtigungen recht wenig Energie verbraucht. Ganz anders bei dem IPS-Bildschirm von LG. Diese Technologie hat eine flächige Hintergrundbeleuchtung, die auch an ist, wenn Pixel die Farbe schwarz wiedergeben. LG sagt, dass sie nun nur noch einen kleinen Bereich permanent beleuchten, sodass der stromverbrauch kaum merklich sein soll. 

Sollte er es doch sein, kann der Akku 2800 mAh ausgetauscht werden. Und das obwohl es sich beim LG G5 um ein Handy mit Metall-Gehäuse handelt. Wie kann das sein? Die Koreaner haben einen Schubladen-Mechanismus entworfen, mit dem die untere Kante, auf der das LG-Logo zu sehen ist, abgenommen werden kann, und ähnlich wie ein riesiger Speicherkartenslot, über den das neue Smartphone ebenfalls verfügt, der Akku herausgezogen werden kann.

An diesem Punkt wird es erneut spannend, denn hier sollen nun auch weitere Module angeschlossen werden könne, um das Handy wie eine Kamera mit einer Hand halten zu können, um in Zusammenarbeit mit Bang & Olufsen einen besseren Sound zu erzeugen oder um mit dem Mobiltelefon als Fernbedienung Drohnen von Parrot zu steuern. Das eröffnet einen neuen Markt für Drittanbieter, um mit ihrem Zubehör mit dem LG G5 zu verschmelzen. So kann jeder sein Smartphone auch hardwareseitig tunen. Doch wenn diese Erweiterungen nur mit dem G5 funktionieren, dann muss der Preis auch stimmen.

Auch das LG G5 fasst sich sehr gut an und hinterlässt einen guten ersten Eindruck. Darin arbeitet der Qualcomm Snapdrag 820 - ein Prozessor der neusten Generation. Dazu gesellen sich 4 Gigabyte Arbeits- und 32 Gigabyte interner Speicher. Die Kamera auf der Rückseite löst mit 16 und die Selfie-Cam mit 8 Megapixeln auf. Ein genauer Termin über den Marktstart oder der Preis wurden bisher nicht genannt, nur dass es das LG G5 in den Farben silber, gold, pink und titan geben wird.

Jérôme Lefèvre / Redaktion handytarife.de