Long Term Evolution: LTE startet im Juli in Köln

Die Deutsche Telekom startet am 1. Juli mit der LTE-Versorgung in Köln. Die Metropole am Dom ist damit die erste Großstadt, die vom Bonner Netzbetreiber mit dem schnellen mobilen Internet ausgestattet wird. In einer Pressekonferenz kündigte Telekom-Chef René Obermann zudem an, dass im Laufe des Jahres weitere Großstädte folgen.

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01.06.2011, 16:45 Uhr

Mit dem neuen iPad 2 in der Hand begrüßte Obermann die anwesenden Journalisten "in der schnellsten Stadt Deutschlands". Mit dem Chef der Deutschen Telekom freute sich der amtierende Kölner Oberbürgermeister Jürgen Roters über den LTE-Startschuss: "Die Höhner würden singen: Wenn nicht hier, wo dann?" Telekom Vorstandsmitglied Niek Jan van Damme sprach von einem wichtigen Tag für die Deutsche Telekom.
Das Bonner Unternehmen versorgt ab dem 1. Juli 2011 das Kölner Stadtgebiet im 1,8-MHz-Bereich mit LTE. Diese Frequenzen haben mit der digitalen Dividende nichts gemein, sodass die LTE-Versorgung von Großstädten nicht gegen Auflagen der Bundesnetzagentur verstößt. Die letzte Entscheidungsgewalt beim Thema LTE liegt zudem nicht beim Bund, sondern bei den einzelnen Bundesländern. Außerdem existieren in Stadtstaaten wie Hamburg oder Bremen, die vom Wettbewerber Vodafone mit LTE versorgt werden, schlicht über keine sogenannten "weißen Flecken".
Digitale Dividende: Auflagen werden erfüllt
Vom Großstadtausbau unbehelligt, schreitet auch der Ausbau der unterversorgten Regionen voran. Man geht bei der Deutschen Telekom davon aus, dass bis Anfang 2012 das ganze Land mit mindestens 1 Mbit/s versorgt ist. Diese Geschwindigkeit solle mit LTE im 800-MHz-Bereich problemlos erreicht werden, gab Bruno Jacobfeuerborn, Chef der Technikabteilung der Deutschen Telekom, an. Damit kommt der Netzbetreiber dem Versorgungsauftrag nach, an den sich die Frequenzversteigerung für besagten 800-MHz-Bereich klammerte.
5 Millionen für 100 Basisstationen
Rund 5 Millionen Euro investierte die Deutsche Telekom für den Aufbau der LTE-Infrastruktur in der Domstadt und errichtete im City-Bereich 100 Basisstationen. Beim Bonner Unternehmen glaube man an die Gigabit-Society, so Jacobfeuerborn. Zudem wurden, um die großen Datenströme weiterleiten zu können, Glasfaserleitungen einer Länge von gut 120 Kilometern im Stadtgebiet verlegt.
Kein günstiges Surf-Vergnügen
Theoretisch erreichbar ist mit dem derzeitigen LTE-Ausbau eine Download-Rate von rund 100 Mbit/s. Im Alltag werden wohl eher 7-10 Mbit/s erreicht, was die praktischen Werte im UMTS-Bereich immerhin vervierfacht. LTE-Kunden müssen für schnelles Internet allerdings tief in die Tasche greifen: Nach drei kostenlosen Monaten sind monatlich stolze 74,95 Euro für den LTE-Tarif web'n'walk Connect XXL zu entrichten, das Inklusivvolumen liegt bei 20 Gigabyte.
Mit dem Anschluss weiterer Städte soll auch ein Premium-Tarif folgen, der bei einem monatlichen Preis von 89,95 Euro ein Inklusivvolumen von 50 Gigabyte bereithält.
Als Hardware-Partner für Endverbraucher holte sich die Deutsche Telekom übrigens Huawei ins Boot. Der chinesische Konzern produziert den Speedstick LTE, der sämtliche Frequenzbänder anspricht, damit also auch abwärtskompatibel ist.
Neben Köln sollen mindestens 100 weitere Standworte mit LTE versorgt werden, darunter München, Frankfurt und Münster.