Mehrzahl der Schulen haben ein Handy-Verbot

Laut einer Umfrage des Branchenverbandes Bitkom sind an mehr als der Hälfte der Schulen (54 Prozent) Handys im Unterricht verboten. Dafür hat der Verband 503 Lehrer der Sekundarstufe I befragen lassen. Dafür erfreut sich der Overhead-Projektor weiterhin großer Beliebtheit beim Lehrpersonal.

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16.04.2019, 12:05 Uhr

2015 meldete der Bitkom noch, dass eine Befragung von Schülern ergeben hätte, dass für zwei Drittel (66 Prozent) aller Schüler die Nutzung von Handys und Smartphone während des Unterrichts untersagt ist. Damals berichtete fast jeder fünfte Schüler (18 Prozent) von einem generellen Handy-Verbot im Unterricht und während der Pausen. Derzeit gibt es in jeder sechsten Schule (16 Prozent) ein generelles Handyverbot.

Handyverbot überdenken

Die neue Befragung unter den Lehrbeauftragten ergab auch, dass in vielen Fällen die Handynutzung je nach Lehrer und Fach unterschiedlich geregelt ist. In 4 Prozent der Schulen gibt es überhaupt kein Handyverbot. „Smartphones sind für die allermeisten Menschen unverzichtbare Begleiter in allen Lebenslagen - auch für Kinder und Jugendliche. Zwei Drittel der Zehn- bis Elfjährigen besitzen ein eigenes. Verbote ignorieren die Realität und bewirken oft das Gegenteil“, sagt Bitkom-Präsident Achim Berg.

Denn 98 Prozent der Lehrer nutzen privat ein Smartphone nutzt, aber das Gerät im Unterrichtsalltag keine Rolle. Neun von zehn Lehrern setzen es nie im Unterricht ein, 8 Prozent allenfalls in Ausnahmefällen. Dabei ist Medienkompetenz ein wichtiger Bestandteil bei der Erziehung von Kindern und Jugendlichen. Nur so kann vermieden werden, dass sich der Medienkonsum unter anderem auf dem Smartphone negativ auf das Gemüt auswirkt. Die Drogenbeauftrage Marlene Mortler forderte 2017: „Unter dem Strich ist es höchste Zeit für mehr digitale Fürsorge – durch die Eltern, durch Schulen und Bildungseinrichtungen, aber natürlich auch durch die Politik.“

Stattdessen hält sich der Overhead-Projektor wacker als Bestandteil des Unterrichts. Drei von vier Lehrern setzen dieses Gerät an allen Unterrichtstagen, regelmäßig oder zumindest in Ausnahmefällen ein. Ob die Schüler so den kritischen Umgang mit Sozialen Netzwerken wie TikTok lernen, darf bezweifelt werden. Bitkom setzt sich für den flächendeckenden Ausbau deutscher Schulen zu Smart Schools mit digitaler Infrastruktur, digitalen Curricula, entsprechend angepassten pädagogischen Konzepten und digitalkompetenten Lehrern ein. Derzeit gibt es bundesweit 41 Smart Schools.

Weitere Informationen stellt der Verband unter www.smart-school.de bereit.